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Schuluniform

Ein Kommentar

Schuluniform

Das ist keine Verkleidung – das ist echt! Tabea geht, seitdem wir im Chocolate House wohnen, in die Vorschule: Kindergarten 1. Und weil hier alles etwas verschult ist, tragen die Kinder im Kindergarten eine Uniform: Montag – Mittwoch einen Rock mit einem Hemd, donnerstags eine Trainingshose mit einem T-shirt und Freitags leger. In ihrer Tasche ist neben einer Trinkflasche und einer kleinen Pause noch ein Sonnenhut, den mag sie in der Schule nicht aufsetzen, aber mittags brennt die Sonne so heiß, dass es auf dem Heimweg (zweimal um die Ecke den Berg rauf und dann noch 200 Stufen) keinen Kompromiss gibt. Dann hat sie noch zwei Schreibhefte, zwei Bleistifte, einen Radierer und einen Spitzer und ein paar Wachsmalstifte.

Die Kinder versammeln sich alle um 7.30h dann kommt Morgengebet, Vaterunser, Gegrüßet seist Du Maria, Nationalhymne, Hissen der Flagge, Treueschwur (haben wir noch nicht übersetzt bekommen), Abmarsch in die Klassen, Singen, Schreiben, Rechnen, Religiöse Erziehung, Englisch, Filipino… und noch eine Pause zwischendrin.

Das aller Wichtigste sind aber ihre Klassenkameradinnen – mit den Jungs hat sie es nicht so – dafür sind aber die Erinnerungen an Nils, Laurin, Daniel etc. lebendig. Sie war so froh, endlich unter Kindern zu sein, dass sie gleich ohne unsere Begleitung bei ihrer Lehrerin Misses Fräulein (ohne Witz!) geblieben ist.

Der Stolz über Schuluniform, Schulrucksack, Schulkind sein… hat alle anderen Unsicherheiten überwogen. Mittlerweile erzählt sie aber schon, dass sie manchmal traurig ist und uns vermisst. Wir sind froh, dass sie uns davon erzählt, denn wir sind überrascht, wie gefasst sie diese Schritte geht. Getröstet hat sie wahrscheinlich auch der Gedanke, dass andere Kinder es auch gemeistert haben: ohne Sprache, ohne Übersetzer, ohne Freunde. Wir haben oft von Tuana, Umut und anderen Kindergartenkindern aus Ahlbach gesprochen. Die hatten es sicherlich auch nicht immer leicht und Tabea hat hier schon ein großes Glück, dass so viele Kinder mit ihr in Kontakt sein möchten, ihr Süßigkeiten schenken und sie einladen, mitzuspielen. Die Offenheit, die Freundlichkeit und das Lachen von und mit den anderen Kindern tut ihr gut und ist hilfreich.

Ading Salome (junge Salome) beneidet ihre große Schwester (Manang Tabea) und sie würde auch so gerne schon zur Schule gehen – Kindergarten beginnt hier erst ab vier Jahre. Als ihr Tabea ihre Klasse zeigen wollte, ist sie dann doch schüchtern gewesen. Tabea hat aber darauf bestanden: Du musst doch sehen wo ich sitze!

Wir als Eltern kennen Schule nicht nur aus unserer eigenen Kindheit, sondern auch über unsere Religionspädagogik: Lehrpläne, Leistungsdruck, Gruppendynamik in Klassen, Elternbeteiligung, Schule als Ort von Glaubensvermittlung und Sozialraum etc. Wir sehen hier manche ähnliche Herausforderungen und ganz neue Herangehensweisen an Themen. Also zu gegebenem Anlass wieder mehr dazu aus Elternsicht…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

Ein Kommentar zu “Schuluniform

  1. Hallo!
    Viele Grüße aus Ahlbach von Oma Hedwig sowie Andreas und Angela Häfner
    Wir wünschen Euch alles Gute

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