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house warming

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Im Chocolate house, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde und im Team ankommen feiert sich am Besten mit einem Fest. Deshalb gab es heute ein house warming: the Bontoc way – wie uns die Nachbarschaft angekündigt hat und wie es sich etwas anders gestaltet hat. Auf diesem Foto sind unsere Mädels und einige Kinder aus der Nachbarschaft zu sehen. Kinder gehören immer und überall irgendwie dazu, also auch zu unserem house warming. Die Kinder aus unserer Nachbarschaft kommen aus ganz unterschiedlichen Häusern: die weißen Chocolate House Mädels, dann die Kinder eines ganzen Verwandschaftszweiges der mehrere Häuser hier am Hang besiedelt, die teilweise auch einige Haus- und Nutztiere halten, in der Kirchengemeinde engagiert sind, wo ein geregeltes Einkommen durch eine städtische Anstellung gegeben ist oder sogar ein Familienmitglied in einer anderen Stadt oder in Übersee finanziell unterstützt. Dann gibt es noch die Kinder aus ganz einfachen Verhältnissen, wo einige wenige Nutztiere und ein bisschen Eingeanbau notwendig sind, weil einfach nicht genug Geld dazuverdient werden kann, das sind die Kinder, die dann auch oft und gerne bei einer Merienda (Zwischenmahlzeit) bei uns sind – und mit denen haben unsere Mädels schon auch immer viel Spaß mit den ganz einfachen Dingen: den Balkon kreischend auf und ab laufen, sich gegenseitig erschrecken oder fangen spielen oder das Geländer der Treppen runter rutschen…

Das sind nicht nur Kindergeschichten aus unserer Nachbarschaft, für Christian und Nicola hat genau das auch mit der Einarbeitung in „family & life“ zu tun: die Lebensverhältnisse von Familien kennenlernen. So bekommt alles Alltägliche ganz schnell eine zweite Ebene, die es in Arbeitskontexte einzuordnen gilt.

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Die erste BMI Familie im Chocolate House hat ein Schwein geschlachtet, dessen Kiefer hängt auch noch vor unserem Anbau – genauso wie solche Kiefer an so vielen Rohbauten sichtbar und vielen anderen Häusern versteckter zu entdecken sind. Wir haben ein lokales Huhn geschlachtet – also nicht wir, sondern Karlito, unser Nachbar, von ihm haben wir auch die Hühner, die es nicht so auf dem Markt zu kaufen gibt. Die wachsen langsamer und werden ein Jahr lang gefüttert – die anderen werden nicht mal 1 Monat alt. Karlitos Hühner sehen auch noch aus wie Hühner: sie sind freilaufend und haben ein dichtes Federkleid. Nachdem die Muskeln vom Hühnchen geklopft wurden, kamen einige Federn zum Schwein und dann das Hähnchen übers Feuer. So wurden dann auch die übrigen Federn entfernt – auch Christian hat so sein erstes Hühchen auf den Philippinen gerupft und der Rest kam mit gesalzenem Schweinefleisch in den Suppentopf über offenen Feuer: Pinikpikan heißt diese Zubereitung bzw. dieses Festessen.

Wer Fleisch isst bekommt es meistens vom Metzger oder aus dem Tiefkühlfach – aber da kommt es ja nicht her. Wir sind hier quasi unmittelbar in der Nahrungskette drin. Die Hühner suchen in unserem Kompost nach Fressbarem, sie müssen aber auch noch etwas zugefüttert werden: mit Tischresten, mit Futtermittel aus eigener Herstellung (siehe auch den Beitrag zu organic farming) oder mit zugekauftem Kraftfutter.

Unser house warming sollte vom Essen begleitet sein, inklusive der Zubereitung „the Bontoc way“. Das fängt dann schonmal damit an, dass die Nachbarschaft kommt und zusammen vorbereitet wird – und das Zubereiten des Huhns gehört auch dazu. Mehr können wir zu diesem rituellen Teil gar nicht schreiben, da müssen wir noch mehr nachlesen, nachfragen und vielleicht auch einfach nur so als Erinnerung stehen lassen.

Vielleicht noch ein paar Zeilen zum Schlachten, bei dem kein Blut geflossen ist, weil das Huhn quasi bewusstlos geklopft wurde und dann angebraten wurde, bevor es in den Suppentopf wanderte. Wir haben diesen Vorgang mit gemsichten Gefühlen beobachtet, vor allem aber mit dem Bewusstsein, dass ein lang gefüttertes Tier sein Leben durch einen Menschen lassen muss, damit es von ihm anschließend auf dem Teller verspeist werden kann. Das hat sich hier alles im Garten ganz in Ruhe abgespielt, niemand war aufgeregt oder laut – zu unser Überraschung auch nicht das Huhn.

Wer sich nun fragt, wie die Hühnchenbrust ihren Weg auf den Teller in deutschen Esszimmern findet, kann dazu mehr durch den Film „We feed the world“ oder „Unser täglich Brot“ erfahren.

Unser Tipp: frisches Fleisch vom Vausshof oder der Bannmühle – und sicherlich gibt es auch an vielen anderen Orten Bauern, die sehr bewusst Tiere halten und geschlachtet zum Verkauf anbieten. Und wer es besonders zubereitet wissen möchte, grillt am Besten mal mit BBQ County – sehr lecker!

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Für die Gäste aus der Nachbarschaft, der Gemeinde und dem Pastoralteam gab es dann noch einen großen Topf Reis, Adobo (10kg Schweinefleisch mit Kartoffeln), Pansit (3kg Glasnudeln mit Gemüse) – die gab es übrigens für ein langes Leben! – und noch ein paar Kleinigkeiten von uns (Schokolade und selbstgemachtes Eis) und den Gästen (Süßspeisen und Obst). Also, das Essen in Gemeinschaft ist wirklich wichtig, aber wir haben auch zusammen in der Bibel gelesen, Fürbitte gehalten und uns Segen zugesprochen. Das alles gleich zweimal – denn der Spirituelle Teil war als appetizer gedacht, da waren wir ein paar Schwestern und Laien und wir hatten beschlossen, dass wir mal einfach mit einem Lied, Bibelstelle, ein paar Gedanken und Gebeten starten – dann gab es Essen. So langsam trudelten dann weitere Gäste und auch das Gemeinde Team inkl. Priester ein und deshalb gab es dann als Dessert einen zweiten Teil nach dem Essen mit weiteren Liedern, Gebeten und Weihwasser zum Segen für Haus und Familie.

Wir haben uns an unsere Aussendungsfeier aus der Ahlbacher Gemeinde erinnert – dort haben auch viele Freunde und Nachbarn mitgeholfen und mitgefeiert (mehr dazu in dem Artikel zu Beginn dieses Blogs!). Für uns spannt sich so der Bogen zwischen Deutschland und den Philippinen, Menschen die wir zurück gelassen haben und Menschen die wir gerade erst kennenlernen. Wir hatten gemeinsam die Bibelstelle gelesen, wo ein weiser Mann sein Haus auf Fels baut und Tabea hatte ein Bild dazu gebastelt: das Chocolate House, mit unserer Wäsche auf der Leine, den Katzen, die offene Tür… und unten drunter Felsbrocken mit wichtigen Menschen drauf: unsere Familie, Nachbarskinder, die Kinderfrau, BMIler… und dann hatte sie noch einen großen Eckstein: Jesus mit einem langen Kleid und weil er so groß wurde hat sie ihn einfach als Verbindung zwischen Haus und Steinmauer geklebt – auch wenn wir noch nicht viele Anknüpfungspunkte hier haben – unser gelebter Glaube verbindet uns hier mit Menschen – wie in Ahlbach.

Jetzt dürfte es in unserem Haus nach so viel Gemeinschaft und Gebet schön warm sein – und wir hoffen doch auch auf immer mal wieder eine frische Briese und frischen Wind…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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