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Nationaltreffen

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3.2013ManilaECFL

Wir waren bei der 4. Nationalen Konferenz zu Family and Life (ECFL) in Antipolo City südostlich von Manila. Die Konferenz wird von der Kommission der Bischofskonferenz (CBCP) veranstaltet, die für Familie und Leben zuständig ist.

Familie steht im Zentrum der philippinischen Gesellschaft, alles dreht sich um die Frage wer ist verwandt mit wem, wer ist Kleine Schwester (ading) oder Großer Bruder (manong) und wie sind die Beziehungen auch über die Kernfamilie hinaus geknüpft. Familienthemen gibt es immer und überall: im Alltag, in der Politik, in der Kirche und alles durcheinander und rauf und runter in den Medien.

Sieht wohl auch nicht anders in Deutschland aus, wenn wir uns so die verschiedenen Onlineausgaben anschauen: Lebenspartnerschaften, Eltern sein, Kindheit in Familie, Kinderlosigkeit, Adoption… und die Stimmen, Erfahrungen und Theorien dazu sind vielfältig.

Im Dezember 2012 wurde die Reproductive Health Bill in den Philippinen von Congress und Senat verabschiedet. Viele Laien und Priester haben sich vorab gegen dieses Gesetz ausgesprochen. Wer die Begründung kurz hält, sagt darauf: die katholische Kirche möchte keine künstlichen Verhütungsmittel (Kondome oder Pille) in der Familienplanung. Wer auch noch Zeit für eine Begründung hat, fügt mehr hinzu: u.a., dass mit einer gesteuerten Kinderplanung die Themen: Erfüllte Partnerschaft, Familie, Gesundheit, Erziehung und Armut nicht bearbeitet sind. Es ist die Sorge, dass vor allem arme Frauen (wer auch immer das wie definiert) eine geregelte Geburtenkontrolle erfahren, damit es nicht noch mehr arme Kinder (wie auch immer diese wieder definiert werden) geboren werden. Viele beschreiben das Gesetz als unphilippinisch, unkatholisch und von außen in die Politik eingekauft, durch Unsummen, die offizielle und inoffizielle Wege vor und nach dieser Gesetzesverabschiedung gingen. Wir hören viel Unzufriedenheit rund um dieses Gesetz, dass Familienplanung mal schnell ermöglichen soll, aber eben keine Antworten auf Lebensfragen gibt.

Pro-Life zu sein, Für-das-Leben, ist zum Wahlkampf-Thema geworden. Im Mai wird gewählt. Und da die Bischofskonferenz sich mit einer Empfehlungsliste für Kandidaten zurück hält, engagieren sich einige Katholiken um die Bündelung der Catholic Vote – der kath. Stimme. Aber mit einer Stimme zu sprechen ist dann bei über 150 Parteien, die zur Wahl stehen und unterschiedliche Interessen verfolgen eher schwierig. Der kleinste gemeinsame Nenner, scheint derzeit Pro-Life zu sein und wie sich das weiter ausbuchstabiert ist uns noch nicht so klar.

Was in Deutschland bzw. in den Philippinen zu Family und Life gerade diskutiert wird, verfolgen wir mit großem Interesse. Als Sozialarbeiter klingt noch eine Formulierung aus dem Jugendamt in Birmingham nach: „We have to ensure the welfare of the child – within the family.“ Jetzt sind wir quasi kirchliche Sozialarbeiter in der Familienpastoral in den Philippinen und versuchen zu verstehen, was das nun für unser Arbeiten und unser Engagement hier heißt.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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