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Pfingsten

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05.19.2013PfingstenDie Kirche feiert Pfingsten und beim letzten YEA-Team Meeting hatten wir ein kurzes Bibelteilen zu dieser Bibelstelle (Apostelgeschichte 2, 1-41). Dort heißt es auch, dass bei dem Zusammenkommen die Menschen durch den Geist Gottes einander einfach so verstanden haben. Wir stellen fest, wie schwer es für uns ist andere oder anderes zu verstehen. Aber wir verstehen etwas besser, wenn wir mit anderen Menschen zusammen kommen, Zeit miteinander verbringen und dann mit wieder anderen Menschen im Austausch sind.

Mit diesem Artikel möchten wir eine neue Reihe beginnen zu unserer Einarbeitungsphase: Sprache und Kultur also Ilokano und Ugali. Dabei wollen wir beleuchten, dass wir nicht einfach nur Vokabeln oder Grammatik lernen sondern vor allem wie Igorots zusammen leben, arbeiten und glauben. Familie, Freunde und ehemalige Kollegen fragen uns immer wieder: und was arbeitet ihr jetzt eigentlich. Wir arbeiten uns ein und lernen dazu. Es gab eben kein umfassendes Einarbeitungsgespräch (direkte Kommunikation gibt es schon auch, aber es wird auch viel zirkulär gesprochen) und Klartext wird nicht in offiziellen Gesprächen gesprochen sondern vor allem auf dem Weg zur Kaffeepause, auf der Fahrt nach XY oder wenn das gemeinsames Mittagesssen gerichtet wird. So fragen wir uns so langsam durch, sind hier und dort persönlich im Gespräch und sammeln eigene Erfahrungen beim Vorbereiten und Durchführen von Veranstaltungen. Unsere Ilokano Lehrerin Margret übersetzt mit uns – im Vorfeld und im Nachklapp: Ilokano und Ugali.

DIOS TI MAKAAMMON – Wie es Gott gefällt oder Inshalla so wie unsere muslimischen Freunde vielleicht sagen würden.

Von der steinigen Anfahrt nach Paracelis haben wir bereits berichtet (siehe 17. Mai 2013), ja und wir haben unsere Kinder nach dem ersten Versuch am Freitag mit etwas Eis bestochen und haben es am Samstag gleich nochmal probiert. Der Erdrutsch wurde weg geräumt und wir hatten freie Fahrt bist Paracelis. Es gab gleich ein paar vertraute Gesichter unter den Mitreisenden, die dann auch alle Mitleid mit unseren zwei kleinen hatten, die sich aufgrund der kurvenreichen Strecke mehrmals übergeben mussten. Aber ansonsten fahren die Mädels gefasst mit: von Bontoc (Mountain Province) über Lagawe (Ifugao Province) weiter nach Santiago (Isabella) und dann wieder rauf nach Paracelis (Mountain Province). Das letzte Stück dann noch mit dem Tricycle bis zur Missionsstation. Eine Tour von 8.00Uhr morgens bis nachmittags um 17.00Uhr: ohne Naturkatastrophe, ohne Panne, ohne Zwischenfall.

DIOS TI MAKAAMMON – Ja, so würde man hier sagen, das ist wohl so wie es Gott gefällt. Und daran müssen wir uns noch gewöhnen, dass unsere Arbeit immer von diesem Unvorhergesehenen und nicht beeinflussbaren Gegebenheiten bestimmt ist. Das kennen wir schon auch aus anderen Situationen, wir erinnern uns an Glatteis in Birmingham, eine Stadt die im Winter wegen mangelnder Fahrzeuge einfach dann mal zwei Tage lahm liegt und unbefahrbar ist. Hier ist es aber weniger „Schicksal“ oder „Pech gehabt“. Das Leben und Arbeiten hängt täglich tatsächlich davon ab, ob es einem möglich ist. Und das Unmögliche liegt eben immer im Bereich des Möglichen und ist von einem selbst eben nicht kontorllierbar oder bestimmbar sondern Gottgegeben – so sagen die Menschen nicht nur DIOS TI MAKAAMMON sondern leben es.

Wir sind zurück in Bontoc: geplant hatten wir am Montag den einzigen direkten Bus von Paracelis nach Bontoc zu nehmen, also sind wir um kurz vor fünf schlaftrunken aus dem Haus, da war leider kein Tricyle wie angedacht und so sind wir gelaufen bis Christian ein Jeepney stoppen konnte, das uns bis zum Markt mitgenommen hat, da war dann kein Bus mehr, dafür ein anderes Jeepney nach Santiago, kaum saßen wir da drin haben wir erfahren, dass der Bus noch nicht weit ist und wir ihn noch zu Fuß einholen können, da war dann kein Platz mehr, also saß Tabea auf dem Schoß von einer anderen Mitfahrerin, Nicola auf einem Notsitz in der Mitte vom Gang mit Debora, unsere Kollegin Magda auf dem Notsitz davor hatte Salome auf dem Schoß und Christian wurde weiter vorne im Bus platziert. In Santiago gab es ein bisschen Plätzetausch: Nicola mit Debora auf einem normalen Sitz, Magda mit Tabea auf einem normalen Sitz und Christian mit Salome auf einem Notsitz weiter vorne. Die Straße war frei, aber der völlig überfüllte Bus – mit Leuten, Gepäck und Getier im und auf dem Bus – hat dann in Ifugao in den steilen Kurven etwas schlapp gemacht. Es gab eine Motor-Check-Pause, die Tabea mit Interesse verfolgt hat und Christian und Salome haben sich mit den anderen Mitreisenden etwas ausgeruht. Dabei ist dieser Schnappschuss entstanden.

Für einen Arbeitstag reisen wir also manchmal einfach nur einen Tag an und einen Tag zurück – ob sich das lohnt können am Besten die Menschen in Paracelis beantworten, mit denen wir quasi drei Tage im Bus unterwegs waren, mit denen wir gearbeitet haben und mit denen wir den Pfingstgottesdienst gefeiert haben. Wenn wir uns in der Kirche mit den Menschen besser verstehen wollen, kommen wir nicht drum herum mit ihnen auf dem Weg zu sein und ihnen persönlich zu begegnen – Pfingsten ist also nicht nur dieses Wochenende sondern es geht jeden Tag darum mit den Menschen eine gemeinsame Sprache zu sprechen, zu erarbeiten und zu leben.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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