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lsp3„Nein Tabea, Du darfst nicht wie der Nachbarsjunge in diesem Mangobaum 10 Meter über der halbfertigen Baustelle in den morschen Zweigen Mangos pflücken – das können wir im LSP nicht rechtfertigen und überhaupt…“

Einen LSP (Lokalen Sicherheits Plan) verlangt die AGEH von uns. Sinn und Zweck dieser Schreib- und Gedankenspiele ist, unseren Einsatz auf Safety und Security hin zu durchdenken. Auf gut Deutsch: was können wir tun, damit es uns hier gut ergeht und was können wir tun, wenn uns Einflüsse von Außen das Leben schwer machen.

Die BMI hat einen allgemeinen Plan auf Landesebene erstellt und somit lagen uns schon zu Einsatzbeginn alle relevanten Infos und Kontaktdaten vor: wo gibt es Fachärzte, wie ist die Gefahr von Taifunen oder Erdbeben einzuschätzen, welche Handlungsanweisungen gibt es für diverse Situationen…

In Deutschland hatten wir den Plan mit Interesse in Empfang genommen, hier haben wir ihn erstmal wieder beiseite gelegt und jetzt holen wir ihn hervor, um nochmal in Ruhe drüber zu schauen.

Einige Beispiele:

lsp2Gesunde Ernährung: Wir füllen unseren Vitaminbedarf mit frischem Obst aus dem Garten auf. Die Frage ist, ob das Nicola tatsächlich über den morschen Monagobaum hinterm Haus gewährleisten muss. Damit bewegt sie sich vielleicht wie hier beim Abstieg nur auf Höhe des Hauses, aber der Ast ragt da noch ein Stockwerkt tiefer über die Steinterasse… Ja, auch solche Aktionen tragen sicherlich dazu bei, dass Tabea  auch manchmal mit dem Gedanken spielt auf allem (Un)Möglichen rumklettern zu wollen. Oder ein Kommentar von Salome dazu: Mama ist ein Äffchen.

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lspBewegung: Wir sind mit den Kindern gerne draußen an der frischen Luft. Da spielen die Kinder dann mit dem was sie so finden oder was sich pflücken lässt – auf den verschiedenen Steinterassen, noch hat keines unserer Kinder den Höhenunterschied im freien Fall getestet. Damit es etwas weniger interessant ist, am Abgrund zu spielen, haben wir einfach mal ein paar Büsche an entsprechender Stelle entfernt.

Es gibt sicherlich noch viele Beispiele, wo wir versuchen den Alltag gut zu gestalten und es in unserer Hand liegt: was wir einkaufen, mit wem wir in Kontakt sind, wie wir uns hier einrichten… Und dann gibt es noch einige unberechenbare Größen, die wir nicht blauäugig ausblenden möchten: politische Lage im In-und Ausland oder seltsame Gestalten – aber es geht eben darum, diese entsprechend einzuschätzen. Dann können wir angemessen wachsam oder eben auch entspannt damit sein.

Einbruch-Sicher: Nachdem unsere Vorgängerin in vier Jahren drei Einbrüche verzeichnet hat, sind wir hier mit etwas gemischten Gefühlen eingezogen. Das Haus wurde nach außen hin etwas Einbruch-Sicherer gemacht: Gitter vor einigen Fenstern. Ansonsten könnte aber auch jeder der wollte einfach nur das Küchendach ein wenig anheben und einfach die Türen und Fenster vermeiden. Aber diese Abkürzung haben bisher nur die Ameisen, Geckos und Mücken entdeckt. Wir fühlen uns aber sicher und haben keine Angst vor Einbrechern – nur ob die morschen Balkonbalken Einbruch-Sicher sind, das können wir vielleicht nach der Regenzeit weiter erörtern…

Untergrund: Aus vergangenen politischen Umbruchstagen gibt es noch einige Gruppen, die hier im Untergrund aktiv sind und sich unter anderem in der Cordelliera aufhalten. Die Reisewarnungen mancher Botschaften weisen Touristen darauf hin. Wir lesen diese Hinweise und hören vor allem auf unsere Kolleginnen im Pastoralzentrum und in den Missionsstationen. So war Nicola bei einer Beerdigung in der Nähe von Tadian und Christian war eben nicht bei dem Jugendcamp in Tinoc. Beide Veranstaltungen lagen im gleichen Zeitfenster und beides war kurz nach einem Übergriff von Untergrundskämpfern auf eine Polizeieinheit. Aber die Einschätzung fällt eben je nach Ort und Veranstaltung anders aus – und das gilt für unsere pastoralen Kollegen genauso wie für uns…

Und noch eine Randbemerkung für Menschen, die uns noch nicht so lange kennen und sich wundern, warum wir uns auf die Einschätzung von unseren Kollegen verlassen. Das ist unserer Erfahrung zu verdanken, mit der wir schon andere Phasen gut gemeistert haben: Nicola hat ihren Freiwilligendienst in Pakistan während eines Militärputsches und Neuwahlen 1996/97 gemacht, Christian hat seinen Freiwilligendienst in Bangladesh während und nach den Ereignissen von 09/11 gemacht. Wir haben uns jeweils von unseren Kollegen gut beraten und sicher gefühlt. Und die Situation hier würden wir als wesentlich entspannter und weniger relevant in unseren Arbeits- und Lebenskontexten beschreiben.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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