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Mülldeponie geschlossen

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08.23.2013dumpsiteclosedWas ist los, wenn die Mülldeponie geschlossen wird? Was ist wenn die Stadt verkündet, dass es von nun an keinen Restmüll mehr geben wird? Was soll denn die Frage? Also diese Frage stellt sich uns hier ganz konkret seit dem 22. August. Die „dumpsite“ (Müllabladestelle) in Bontoc ist geschlossen. Also die Dumpsite ist eine ehemalige Reisterasse, die seit ein paar Jahren dazu dient, dass dort die Orte Bontoc und Samoki ihren Müll hin kippen. Der rutscht dann den Hang runter und brennt in kleinen Feurchen so vor sich hin, bevor er weiter in den Chicco River (unseren Fluss) rutscht. Genau diese Tatsache verärgert die Nachbarprovince Kalinga und die haben wegen der Wasservermutzung geklagt und Recht bekommen. Bontoc muss die Dumpsite schließen und die Verschmutzung vom Chicco River muss aufhören. Das ist beschlossene Sache seit ein paar Jahren und ist jetzt umgesetzt.

Wenn die Mülldeponie zu ist, brauch man auch keine Müllabfuhr mehr – wozu einsammeln wenn man es anschließend nirgends hinkippen kann. Dann tragen wir also keinen Müllbeutel mehr zur Müllsammelstelle. Aber was machen wir dann mit dem Müll am Haus???

Wir haben große Fragezeichen, genauso wie unsere Nachbarn. Denn wir werfen Obst und Gemüsereste bereits auf den Kompost, bringen Glas, Papier und Plastik zu den Sammelstellen (das wird regelmäßig abtransportiert und recyclet – aber keine Ahnung wo und wie genau). Und trotzdem bleibt da jede Woche Restmüll.

Es gibt keine Lösung, keine andere dumpsite (eine Höhle in der der Müll versteckt wird ist im Gespräch). Die Menschen sind im Gespräch: in der Nachbarschaft, auf dem Markt und bei offziellen Stadtteilversammlungen. Hier hat sich Bogbogan (dazu gehören wir) am Ato (Versammlungsplatz) getroffen und heiß diskutiert.

Krasse Geschichte? Dann möchten wir mal zu diesem Gedankenspiel einladen: in Deutschland wird Atommüll produziert und dafür gibt es keine Lagerstelle, die letzten Jahre wurde er ganz unterschiedlich zwischengelagert, aber eine Lösung gibt es nicht. Aber jeder kann sich auch bei dieser Diskussion beteiligen – das schlagen zumindest diese Menschen vor.

Ach ja, wir haben für uns hier in Bontoc beschlossen, einfach mehr von dem zu kaufen, was wir gerne mögen und anschließend auch entsorgen können: Bananen, Rambutan, Avocado, Karotten, Kartoffeln… (Schalen auf den Kompost), Getränke im Kanister oder in Glasflaschen (beides ist wiederauffüllbar), Reis (ein Sack statt vieler kleiner Tüten) unsere Einkaufsliste ist lang, wir haben das Gefühl, dass wir durch dieses bewusste Umstellen uns nicht einschränken sondern einfach nochmal anders auswählen.

Zu einem anderen Konsumverhalten in Deutschland kann man in der aktuellen Enorm weiterlesen.

Und wer auf das Müllversteckspiel keine Lust mehr hat, kann auch aus dem Atomstrom aussteigen. Wir haben in Deutschland seinerzeit unseren Strom über die EWS bezogen und finden die nach wie vor sympatisch, weil sie als kleine Initiative angefangen haben und die Idee heute viele begeistert.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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