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[13] Stein

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13SteinUnsere Kirche Sta. Rita ist Bischofssitz und eine Kirche aus Stein. Der frühere Bischof Claver hat in einem seiner Bücher über die Steine geschrieben: mit ihnen werden die Reisterassen befestigt oder Kirchen gebaut. Sogar die Steine würden die Ungerechtigkeiten beklagen und aufschreien – und deshalb kann auch eine Kirche in Sachen Ungerechtigkeit nicht ruhig bleiben. Derzeit versuchen die Priester und verschiedenen Mitarbeiter im Vikariat auf ganz unterschiedliche Weise auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen:

– alle Priester und Vikariatsmitarbeiter verzichten auf die Adventsfeier oder Geschenke vom Vikariat. Das dafür bereitgestellte Geld wird für die Opfer von Typhoon Yolanda gespendet.

– in allen Gemeinden werden Spendenbriefe verteilt: an aktive und passive Gemeindemitglieder und darüber hinaus. Wenn die Spendenbereitschaft aus dem Ausland aufgrund der nachlassenden Medienpresänz aufhört, dann muss die Aufbauarbeit vor allem durch die Solidarität im Land gestemmt werden. Dessen sind sich alle bewusst und sind bereit unglaublich viel zu geben – was das für uns im Verhältnis bedeutet, wagen wir manchmal gar nicht auszurechnen…

– mit kritischem Blick werden die Entwicklungen im Bereich Mini-Hydro-Power-Stationen verfolgt. Vor ein paar Jahren wurden große Staudammprojekte abgewehrt. Derzeit besuchen große Konzerne die kleineren Ortschaften, um mit ihnen Verträge auszuhandeln und Gemeinden reagieren sehr unterschiedlich. Die Priester tauschen sich untereinander über die Entwicklungen aus und versuchen ein breiteres Bild zu den vielen Aktivitäten zu bekommen, um dann in der Öffentlichkeit entsprechend informieren zu können.

– in den kleinen Mineral-Abbau-Minen werden vor allem junge Männer beschäftigt, die auch noch gut zur Schule gehen könnten, aber das Geld ist zu verlockend. Die Umweltschäden durch die kleinen Minen trotzdem verherend und eben nicht offiziell erfasst. Letzte Woche wurde ein LKW mit illegal abgebauten Mineralien von der Polizei gestoppt. Es fährt aber jede Nacht ein LKW den Berg runter. Wir wundern uns, warum ausgerechnet unsere Straße nun verbreitet und mit besseren Stromkabeln versehen wurde. Eine normale Infrastruktur-Verbesserung oder stecken da noch andere Interessen dahinter? Auch darüber sind die Kolleginnen mit den Priestern im Gespräch – und es geht nicht nur um oberflächlichen Tratsch, sondern es wird ernsthaft überlegt wie mehr Wissen gesammelt und entsprechend interpretiert werden kann – und was für Handlungen daraus erfolgen.

13Stein2Zurück zu den Steinen, die in Sta. Rita sicherlich mehr als nur dekorativer Schmuck vom Altarraum sein möchten: hier versucht Kirche Mauern des Schweigens einzureißen, selber zu einem Eckstein zu werden, auf den die Gemeinde in ungerechten Situationen bauen kann oder eben ganz klein Sand im Getriebe zu sein…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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