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10.08.2014emergencyFür einen Notfall gibt es in Deutschland einen Notfallplan – beispielsweise so klar und einfach wie bei der Deutschen Bahn dargestellt. Auch hier in den Philippinen erleben wir Notfälle und dafür haben auch wir Vorgehensweisen, Regelungen und Handlungsideen in Plänen gesammelt. So etwas heißt dann Local Security Plan (LSP). Und weil es Mühe macht, einen solchen Plan zu erstellen und auf dem aktuellen Stand zu halten, war für uns die Auseinandersetzung damit recht einprägend und wir wissen was im Notfall zu tun ist.

Ein solcher Notfall ist dann diese Woche eingetreten – Nicola musste schnell ins Krankenhaus. Wir gehen jetzt mal nicht in die Details dazu, aber wer Interesse hat kann persönlich nachfragen. Wir wollen aber unsere Erahrungen mit Notfallsituationen teilen.

Netzwerk: es ist gut das Netzwerk, sprich die Kolleginnen, auch über den eigenen Gesundheitsstand auf dem Laufenden zu halten, dann sind auch sie auf eventuelle Notfälle gefasst und können unterstützen.

Notfallbegleiter: es ist ein Segen als Paar im Einsatz zu sein, weil einer für den anderen die Rahmendaten, Versicherung und Finanzen klären kann. Hier braucht es im Krankenhaus auch jemanden an der Seite, der mit den Schwestern, Ärzten oder der Verwaltung kommunizieren kann. An den Betten gibt es keinen Rufknopf, im Zimmer kein Telefon. Es geht alles über persönlichen Kontakt. Für diese Situation brauchen Allein-Einsatzleistende bzw. Allein-Reisende sicherlich eine Idee und Kontakte, wie sie damit umgehen wollen.

Infrastruktur: wir wissen in welchem Fall wir wie lange wohin brauchen.

Für eine vorausplanende Beratung nehmen wir das Internet und Berater in Deutschland in Anspruch.

Für eine schnelle Beratung nehmen wir das handy und die Notfallnummer der AGEH in Anspruch.

Für eine geplante Untersuchung fahren wir mit dem Bus 5 Stunden nach Baguio oder 12 Sunden nach Manila.

Für einen schnellen Eingriff gehen wir in 10 Minuten runter ins Krankenhaus und weisen uns dort ambulant oder eben stationär ein.

Unser Krankenhaus ist sehr einfach – manche Einrichtungsgegenstände hätten woanders eher einen Museumscharakter. Das macht die Entscheidung, schnell mal ins Krankenhaus zu gehen, nicht leichter und der Gedanke „Muss das jetzt wirklich sein?“ ist sehr stark. Auch uns fällt es manchmal schwer, das einfache Krankenhaus im Notfall anzunehmen, aber wir vertrauen den Ärzten und Schwestern, dass sie alles in ihre Macht stehende tun. Und sie tun es gewissenhaft und ordentlich unter einfachsten Gegebenheiten – das ist zumindest mal unsere Erfahrung.

Blutgruppe: es ist gut, wenn man seine Blutgruppe im besagten LSP hat, noch besser wenn man sie auch im Geldbeutel / in der Tasche mit dabei hat (im Notfall fällt sie einem schlicht nicht ein – und die Labore hier arbeiten nicht rund um die Uhr, dass man die auf die Schnelle mal ermittelt bekommt)

Kinder: Gäste sind ein Segen, vor allem wenn sie im Haus untergebracht sind und dann einfach die Kinder hüten, wenn man verhindert ist. Im Alltag sind mehrere Vertrauenspersonen wichtig, die schnell erreichbar sind und die Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit übernehmen.

Versicherung: wir sind der AGEH dankbar für die super Versicherung, die sie für uns abgeschlossen hat. Es ist eine 24 Stunden Nummer, wo erfahrene Menschen am anderen Ende der Leitung sitzen. Sie tun ihnen alles Mögliche, um mit dem Krankenhaus in Kontakt zu treten: versuchen es über Telefon- und Fax-Nummern oder E-mail. Aber unser kleines Krankenhaus in Bontoc ist am Besten persönlich zu kontaktieren. Also haben wir unser handy hin und her getragen, um Menschen ins Gespräch zu bringen. Und weil sie sonst nie mit internationalen Versicherungen zu tun haben, sind wir dann so verblieben, dass wir die Rechnung erstmal bar bezahlen. Damit man mal eine Größenordnung hat: eine Nacht im Privatzimmer inkl. aller Arzt- und Behandlungskosten beträgt etwa 125 Euro oder 8.000 Peso (das ist ein Montatslohn unserer Kollegin). Also genügend Bargeld bzw. die Geldkarte mitnehmen!

Beratung: die Ärzte und Schwestern sprechen in den kleinen Krankenhäusern vor allem ihre Muttersprache mit den Patienten und gelegentlich eben englisch mit Menschen wie uns, welche die Lokalsprache (gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht) nicht ausreichend beherrschen. Da fällt dann die Beratung entsprechend knapp aus. Über unsere Versicherung rufen uns automatisch Fachärzte aus Deutschland an, die uns in unserer Muttersprache beratend und aufklärend zur Seite stehen. Das ist der beste Service überhaupt, weil wir dadurch erst die Notwendigkeit der verschiedenen Medikamente und deren Nebenwirkungen verstanden haben.

Information: im Notfall sind wir erstmal mit uns beschäftigt und es tut uns leid, wenn Menschen, die uns sehr nahe stehen auch über die Ereignisse der letzten Tage auf diesem Weg davon erfahren. Jetzt haben wir aber wieder die Zeit und den Kopf frei, um mehr via skype zu erzählen….

Fazit: auch wir müssen hier mit Notfällen einen Umgang finden. Es ist gut mit Vertrauenspersonen vor Ort im Austausch zu stehen, begleitet zu sein und Unterstützung zu bekommen. Wichtig ist eine gute Versicherung, die alle Kosten deckt und darüber hinaus beraten kann.

Ach ja, Nicola geht es gesundheitlich wieder gut und wir hoffen, dass wir erstmal von weiteren Notfällen verschont bleiben.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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