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Waldbrände

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03.22.2015fire18dayDie Berge hinter Samoki (links) und hinter Lanao (rechts) brennen am 18. März tagsüber

Die Wälder in der Mountain Province brennen Tag und Nacht. Eigentlich ist es so wie jeden Sommer: Es ist Trocken, es hat seit Wochen keinen Tropfen in Bontoc geregnet, ein Funke reicht und der Wald steht in Flammen…

03.22.2015fire18nightDer Berg hinter Lanao brennt am 18. März nachts

Waldbrände passieren hier nicht versehentlich. Einige Kuhhirten verbrennen das trockene Gras vor den Wäldern, damit in der Regenzeit saftiges Gras nachwächst. Diese Methode der Futtergewinnung für Kühe hat sich in der Vergangenheit bewährt. Allerdings nimmt das Ausmaß der Waldbrände erheblich zu.

Das ist nun unser dritter Sommer hier in Bontoc und so viele und anhaltende Waldbrände haben wir noch nicht erlebt. Die Wälder um Bontoc brennen Tag und Nacht. Auf allen Hügeln steigt Rauch auf und zurück bleibt verbrannte Erde.

03.22.2015fire20dayDer Berg hinter Samoki brennen am 20. März tagsüber an mehreren Stellen

Wer mit Holz kocht, muss weiter die Berge hinauf, um überhaupt noch einen Baum zu finden. Wer seinen eigenen Wasserschlauch zu einer Quelle gelegt hat, muss diesen ersetzen und u.U. zu einer anderen oder weiter entfernten Quelle einen neuen Schlauch legen. Wer Bananen oder andere Obst- oder Nutzbäume gesetzt hat, steht vor einem Haufen Asche und muss neu pflanzen. Und wenn ein Strommast mit abbrennt, ist Bontoc und Umgebung ohne Strom – das war heute für einige Stunden so und wir sind froh, dass es nicht die Hauptleitung war, so wie letztes Jahr, deren Ausfall in der Region einen dreitägigen Stromausfall verursacht hatte.

03.22.2015fire21dayDer Berge hinter Samoki brennen am 21. März in der Abenddämmerung großflächig

Die Kinder klagen über Halsweh, weil im Tal der Rauch steht. Durch die Luft fliegen Ascheflocken und setzen sich ums und im Haus ab. Die Leute in Samoki, unserem Nachbarort, sind fast jede Nacht beim Löschen mit Wassereimern im Wald, weil das Feuer bedrohlich nah an Reisspeicher und Häuser kommt. In den Zeitungen gibt es kritische Berichte und Kommentare; in der Kirche wird von der Kanzel für nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen gepredigt, offiziell gibt es einen „Fire prevention Month“ im März – und trotzdem brennt der Wald.

Dieses Wald-Brand-Phänomen beobachten wir übrigens nur bei den Igorot in der Mountain Province. In der Ifugao Province ist es vermutlich auch viel zu feucht, um den Wald ohne weiteres in Brand setzen zu können. Klima hat da sicherlich seinen Anteil – und auch Kultur.

03.22.2015fire21nightDer Berge hinter Samoki brennen am 21. März nachts bis runter an die Häusergrenze

Unsere Vermutung: Das sind nicht nur die Kuhhirten, die da zündeln. Aber für die Hirten braucht es Seminare, damit sie wissen, welche Futteralternativen es für ihre Kühe geben kann. Und alle anderen Zündler brauchen sowohl mehr Aufklärung über den Schaden, den sie kurz- und langfristig anrichten, als auch Vereinbarungen zur Wiedergutmachung des entstandenen Schadens. Aber ob und wie sich dies durchsetzen lässt – das ist noch nicht absehbar. Immerhin hat ein unerwarteter Taifun tatsächlich eine Regenwolke geschickt, die heute Nacht die Luft reiningt und die Glut löscht…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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