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Deutschlandreise II

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06.16.2015mitteilenkidz„Ich kann euch zeigen wo Bontoc ist!“

Die Heimatpfarrei von Christian unterstützt unseren Einsatz auch finanziell – und damit die Unterstützer mehr von unserem Wirken erfahren, haben wir einen Nachmittag im Pfarrheim gemeinsam verbracht. Wir haben etwas Material ausgepackt und dann wurde ausprobiert, geschmeckt, anprobiert und erzählt. Unseren Kindern hat es Freude gemacht, ein Stück von unserem Leben in die Lebenswelt von Verwandten, Freunden und Interessierten lebendig mit hinein zu tragen.

06.16.2015mitteilen2„Möchtest Du ein Stück Philippinen probieren?“

Beim Eine Welt Camp haben die Kinder ebenfalls eine Veranstaltung für zurückgekehrte Freiwillige unterstützt – mit Süßigkeiten, die sie verteilt haben. Sie haben so manchen auf den Geschmack gebracht, vielleicht nochmal als Fachkraft einen Beitrag in der Einen Welt zu leisten. Wir haben in vielen TeilnehmerInnen des Camps Potential als zukünftige Fachkraft in der personellen Entwicklungszusammenarbeit gesehen: Viele sind bereits kompetent an Fachwissen, haben Lebenserfahrung und sich Lernbereitschaft beibehalten. Im Stellenportal von COMUNDO und AGEH warten Herausforderungen und Chancen gleichermaßen.

06.16.2015mitteilen„Müsst ihr schon wieder arbeiten?“

Es war nicht nur Urlaub und unsere Arbeitseinheiten waren auch nicht nur kinderverträglich. Sehr schnell haben wir festgestellt, dass die Kinder überall in deutschen Büros mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt werden, aber sich Büros in Deutschland eher nicht so für Kinder eignen: Es gibt kein Spielzeug, keinen Platz, die Türen sind zu, es ist ruhig auf den Fluren und das Service-Personal mit sich selber beschäftigt. Da sind wir froh, dass wir jetzt wieder in den Philippinen sind: Da werden die Kinder mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt, es findet sich überall etwas zum Spielen auf den Schreibtischen oder im Garten, es gibt Platz und die Türen sind immer offen, auf den Gängen darf gerannt werden und die Mädels und Jungs in den Pfarrei-Küchen freuen sich über kleine Helfer oder Unruhestifter und haben immer auch Zeit ein Auge auf sie zu werfen.

Ansonsten waren unsere Gespräche bei den Unterstützern unseres Vikariates super. In der Cordillera war bisher kaum jemand zu einer Dienstreise, weil es einfach weit weg von Manila ist und unsere Vikariat mitten in den Bergen liegt. Von vielen Orten in den Philippinen gibt es Vorstellungen und Bilder, aber kaum von den indigenen Gruppen in der Cordillera. Wir haben die Anliegen des Vikariates vorgebracht – nicht nur durch einenen Brief des Administrators, aber in Person – und das hat aus unserer Sicht einen Unterschied gemacht. Jetzt sind wir damit beschäftigt, von diesen Gesprächen den Priestern und pastoralen Mitarbeitern zu berichten. Es ist sehr zeitaufwendig – aber das ist es wert und wir werden sehen, wie sich diese Brücken weiter bauen lassen. Nicht nur damit finanzielle Unterstützung da ist, sondern weil Interesse da ist miteinander im Austausch über die unterschiedlichen Realitäten zu sein.

06.16.2015G7alternativhören„Ihr seid G7 – wir sind 7.000.000.000!“

Wir lesen oft Berichte von anderen internationalen Fachkräften oder Partnerorganisationen. Und auch in Deutschland wollten wir die Stimmen aus ganz unterschiedlichen Ländern hören und waren beim Gipfel der Alternativen in München. In und vor der Halle saßen mehr als 600 Interessierte aus unterschiedlichen Ländern und wir mittendrin. Viele der Themen waren uns vertraut: Nachhaltige Ressourcen-Nutzung, industrielle Tierhaltung vs nachhaltige bäuerliche Betriebe, Arbeitnehmerrechte und gerechte Löhne… aber wir müssen zugeben, dass manche Themen auch bei uns eher mal auf dem Tisch liegen und dann wieder weg rutschen: Mal schaffen wir es besser regional einzukaufen, mal kaufen für mit viel Verpackung und produzieren unverhältnismäßig Müll; mit dem Langstreckenflug ist unser grüner Fußabdruck in diesem Jahr wohl alles andere als grün…

Was uns aufgefallen ist: Eigentlich hätten da unsere KollegInnen von der Sozialpastoral sitzen sollen. Denen hätte der Austausch wirklich etwas gebracht: Solidarität und Inspiration. Die sogenannte Erste Welt ist tatsächlich privilegiert, dass sie sich einen G7 Gipfel leisten kann und einen guten Alternativ Gipfel – und wenn man das Geld vom G7 Gipfel und die Referenten vom Alternativ Gipfel auf eine Welttournee durch die Länder des Südens schicken könnte – dann könnte dort wirklich etwas Weltbewegendes entstehen – aber doch liegt die Macht und das Wissen sehr hoch oben auf der Nordhalbkugel…

06.16.2015G7alternativgestalten„Wir essen immer den weißen Mais auf dem Markt“

Die Themen von so einem G7 bzw. Alternativ Gipfel sind übrigens kinderleicht. Jedenfalls haben unsere Kinder nicht nur einige Aktionen kreativ unterstützt – sie haben auch ein wenig die Verbindungen nachvollziehen können: In der Cordillera gibt es alte Maissorten und die sind weiß, klein und nicht immer mit vollem Korn. Dieser Mais wird gekocht von einigen lokalen Frauen auf dem Markt verkauft. Dann gibt es da noch an Festtagen den mega großen gelben genmanipulierten und gedüngten Mais von Wanderarbeitern aus dem Tiefland. Wobei so tief wächst der Mais auch nicht mehr, denn auch an den Rändern der Cordillera wird quadratkilometerweise Mais angebaut. In Alfonso-Lista wurden die Kaffee-Wälder umgehauen und dort wird großflächig sweet Corn oder Futtermais angebaut – von großen Weltmarkt-Monopolisten, die auch gleich das Düngemittel und Pestizide im Angebot haben. Hier wird nicht für den regionalen Markt produziert, sondern diese sogenannten cash-crops gehen auf die größeren Markt, bringen also erstmal schnell mehr Geld, aber hinterlassen eben auch einen ausgelaugten Boden aufgrund der wiederholten Monokulturen und verursachen vieler Orts neue Abhängigkeiten (von Saatgut, Düngemittel, Pestiziden, Geldmärkten…)

Es geht in der Cordillera und an vielen Orten in Deutschland um Ernährungs-Souveränität und dazu kann hier nicht im Detail eingegangen werden – aber wer aktiv werden möchte, findet vielleicht in der Nähe Anregungen von der Solidarischen Landwirtschaft.

06.16.2015G7alternativplanen„Wenn ich groß bin, möchte ich auch so mit Erwachsenen arbeiten.“

Salome möchte also „Aktivistin für kreativen Protest“ werden – ein solches Berufsbild gibt es vielleicht noch nicht, aber sie war angetan von der Straßenaktion mit dem Monsanto-Monster, dass die Bienen sterben lässt – und wir sind gespannt, was dann tatsächlich mal aus unserer Tierliebhaberin wird. Und wer in Deutschland etwas für Bienen tun will, kann Blumensamen aussäen und lokale Imker unterstützen. Wie wir mit unserem schlechten Gewissen nach einer Anti-Ameisen-Baygon-Attacke umgehen, wissen wir noch nicht – aber das Holz mit Altöl bestreichen finden wir auch nicht sooo ökologisch…

06.16.2015G7alternativunterwegs„Gehen wir mit denen allen spazieren?“

Wir haben uns dem Stadtspaziergang der 40.000 in München angeschlossen – ein bunter Zug durch die Straßen von Jung und Alt mit der Botschaft, dass auf ein paar Fragen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung nicht nur G7 mögliche Wege sehen, sondern andere mit anderen Ideen, Erfahrungen und Visionen auch Gehör und Platz finden sollten. Für uns findet Politik nicht nur alle paar Jahre an einer Urne statt, sondern wir wollen Politik / das Miteinander von Menschen in Gesellschaften mitgestalten: In den Philippinen und in Deutschland. Und hier wie dort leben wir unser politisches Statement mit den Kindern. Der Solidarität ein Gesicht zu geben, ist nicht immer und überall bequem, aber möglich und manchmal macht es sogar richtig Spaß – nochmal mehr wenn die Stimmung gut ist, die Sonne scheint und das alles begleitet von Musik und guter Laune…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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