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Deutschlandreise III

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06.17.2015WasIstDas„wer wie was – wieso weshalb warum…“

Wir haben noch nie so viele W-Fragen von unseren Kindern gehört wie in den vergangenen Wochen. Mit uns Eltern sprechen die Kinder deutsch, wir lesen zahlreiche deutsche Kinderbücher die im deutschen Kontext spielen und schauen die Sendung mit der Maus – und trotzdem sind unsere Kinder sogenannte Third Culture Kids, die eben in einem anderen Kontext aufwachsen und viele Begriffe oder Tätigkeiten nicht aus ihrem erfahrbaren Alltag kennen.

Nr. 1: Das ist ein Tret-Becken.

Erschließt sich nicht jedem beim ersten Anblick und ist auch nicht logisch: warum sollte man den Bach überqueren wollen, wenn es gar keinen Weg auf der anderen Seite gibt.

06.17.2015WasIstDas2

„Haben die alle eine solche Tonne?“

…und dann folgte ein längeres Gespräch über das Müllabfuhr-Fahrzeug, das stellen wir mal nicht ein, aber auch das wurde von den Kindern lange beobachtet und abfotografiert.

Nr. 2: Das ist eine Bio-Tonne

Und so große Tonnen lassen Kinder schon erstaunen, denn unser Müll wird entweder am Haus kompostiert oder der Restmüll (1 Beutel pro Woche) wird nach unten an die Straße getragen, wo er einmal in der Woche eingesammelt wird. Zero-waste-management schaffen wir nicht so ganz. Da Bontoc nach wie vor über keine Mülldeponie verfügt, wird an allen Ecken und Enden versucht Müll einzusparen bzw. wieder zu verwerten.

06.17.2015WasistDas3

„Und woher kommt jetzt das Wasser?“

Nr. 3: Das ist eine Waschmaschine und das andere nennt man Wäschetrockner

Beides haben wir in Bontoc nicht. Mit der Wäsche hilft uns Aunty Gloria und die Sonne. Debora war völlig fasziniert und hat ziemlich viel Zeit vor diesem spannenden Programm verbracht „Ich komme gleich zum Essen, jetzt dreht es sich gerade anders herum!“

Wir fanden es auch sehr komfortabel die Wäsche so schnell durch zu waschen. Seit letztem Wochenende saßen wir hier in Bontoc auf dem Trockenen, heute kam wieder eine Wasserlieferung und morgen werden wir uns wieder der Handwäsche widmen – denn Aunty Gloria ist unterwegs…

06.17.2015WieGehtDas„Wie klingel ich denn?

Nr. 4: das ist eine Türglocke – und die bellt nicht sondern klingelt. (zum besseren Verständnis: Glocke ist im Englischen bell und deshalb deutschen die Kinder oft dieses Substantiv als Verb ein und so wird aus bell eben bellen).

Uns ist aufgefallen, dass sich in Deutschland wirklich viele Menschen in Häusern aufhalten und wenn man drinnen ist, nicht viel von draußen mitbekommt. Das fanden unsere Mädels herausfordernd, denn wie macht man sich vor der Tür bemerkbar. Wollen sie mit ihrer Freundin in Bontoc spielen, stellen sie sich vor das Haus und rufen ihren Namen. Bei Fremden wird entweder in die Hände geklatscht oder es wird gerufen, dass jemand vor dem Haus steht oder gefragt ob jemand im Haus ist. Und weil die Wände so dünn und die Fenster immer offen sind, bekommen wir im Haus mit, wenn das Nachbarmädchen unsere Mädels ruft oder der Wasserlieferant unseren Verbrauchswassertank gefüllt hat. Aber Kinder lernen ja schnell und so hatten sie ruck zuck raus, wie das mit dem Klingelknöpfchen immer wieder und immer wieder und immer wieder funktioniert…

06.17.2015WieGehtDas2„Gestern habe ich das Ding hoch gezogen – wie bekomme ich es jetzt wieder runter?“

Nr. 5: das ist ein Rollo und macht den Raum dunkel auch wenn es noch hell draußen ist.

Wenn jeden Abend um 7 Uhr nicht nur die Sonne untergegangen ist, sondern es auch wirklich dunkel draußen ist, dann stellt sich praktisch nie die Frage, wie sich Fenster verdunkeln lassen – und anders herum: Unsere Mädels haben in Deutschland jeden Abend mit uns diskutiert, warum sie denn ins Bett gehen sollen, wo es doch noch hell draußen ist. Debora: „Nein, es ist nicht acht, denn es ist noch gar nicht Nacht!“

06.17.2015WieGehtDas3„Pass auf, dass Du nicht rein fällst!“

Nr. 6: diese Enten schwimmen spaßeshalber im See. Man kann sie füttern aber darf sie nicht zum Schlachten mit nach Hause nehmen. Aber sie ließ es sich nicht nehmen immer wieder die Geschichte von unseren Hühnern zu erzählen: „die haben wir gefüttert und zu meinem vierten Geburtstag habe ich mir eins gefangen, geschlachtet und den Kopf habe ich davon gegessen!“

Salome hat verzweifelt versucht in den Fußgänger-Zonen Tauben und an Teichen Enten zu fangen. In Bontoc gibt es keinen Ententeich und in der elterlichen Sorge fiel erstaunlich oft der oben erwähnte Satz. Natürlich ist kein Kind rein gefallen – warum sollten sie auch von einer befestigten Uferkante da rein fallen. Als Eltern die Kinder in neuen Situationen zu sehen war durchaus herausfordernd – vielleicht weil es in Deutschland für alles sichere Verhaltensregeln und Vorschriften gibt. Hier in Bontoc vertrauen wir wieder unseren Kindern, wenn sie durch die Reisfelder laufen über teils wacklige Steinmauern: Links der Reis im matschigen Wasser und rechts geht es drei Meter tiefer ins nächste matschige Reisfeld. Keine Verhaltensregeln, keine Vorschriften, wir wissen dass die Kinder das können und weder zur einen noch zur anderen Seite fallen wollen – und deshalb gibt es besten Falls den Spruch: Schau nach vorne und geh!

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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