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Enzyklika

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06.20.2015EnzyklikaDie Quelle für Lehrbriefe in der katholischen Kirche ist in Rom. Und zum Klimagipfel hat der Papst einen solchen Lehrbrief (Enzyklika) verfasst: Die Menschen sollen die Umwelt nicht verbrauchen, sondern sie so nutzen, dass auch zukünftige Generationen noch auf und von dieser Erde leben können. Er ruft die Mächtigen in die Pflicht und erinnert einen jeden daran seinen Teil zu tun.

Die Wasserquelle von unserem Pastoralzentrum liegt in Tala – einem Garten Richtung Malingcong. Von dort fließt das Wasser quer durch andere Gärten in die Wassertanks vom Teng-Ab. Und damit da auch noch in Zukunft Wasser fließt, wurden heute Obstbäume gepflanzt. Guyambano schmeckt lecker und falls die Bäume doch keine Früchte tragen sollten, kann man aus den Blättern Tee kochen.

So eine Enzyklika kann man also lesen und eifrig studieren – hier wird sie zur Kenntnis genommen, als Unterstützung dessen erfahren, was ohnehin schon lange Thema ist – und es wird ganz praktisch daran weiter gearbeitet. Vielleicht liegt das daran, dass die Menschen hier nicht nur ihre kirchlichen theoretisch Quellen kennen, sondern auch ihre Quellen, die ihre Grundbedürfnisse decken. Wer weiß in Deutschland schon aus welcher Quelle man trinkt? Und wer hat für den Erhalt einer solchen Quelle schon Bäume gepflanzt? Was auch hilft, um nicht sich selber oder anderen das Wasser abzugraben: Essen aus regionalen Gärten, um Kühlung oder Transport kurz zu halten; Essen ohne Schadstoffe schmeckt nicht nur besser, sondern schont auch das Trinkwasser; Essen unverpackt kaufen, dann hat man auch nur Kompost und nicht noch andere Abfälle zu entsorgen…

Natürlich lebt es sich für die Menschen in und um Bontoc viel leichter nach diesen Prinzipien, weil sie viel näher an ihren Quellen dran sind, viele keinen Kühlschrank haben, ihre eigenen Gärten bewirtschaften und somit auch selber die Ernte nach Hause tragen. Aber es ist nicht so, dass es keine Softdrinks in PET Flaschen, Düngemittel und Pestizide, verpackte Konsumgüter in glänzenden Folien aus dem Tiefland usw. in den Läden gäbe. Wer Geld hat kann das alles kaufen – auch wir und es ist jeden Tag unsere Entscheidung, was wir davon dann nach Hause tragen und verbrauchen bzw. dann entsorgen müssen.

Wir werden die Früchte der heutigen Arbeit nicht ernten – dafür ernten wir regelmäßig die Früchte derer, die vor uns einen Baum gepflanzt haben.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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