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Priester-Bilder

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07.17.2015PriesterbildJoeEs gibt sicherlich unterschiedliche Bilder und Vorstellungen von Priestern – je nach Medienbeitrag oder eigener persönlicher Begegnung. Wir möchten hier mal von den Priestern aus Bontoc-Lagawe ein paar Bilder zeigen und unsere Erfahrungen teilen. Wohlbemerkt ein kleiner Einblick, denn es gibt viele Priester im Vikariat und unterschiedliche Bilder dazu.

Nachdem wir in dieser Woche mit Fr. Joe sein 40. Priesterjubiläum gefeiert haben, kurz zu ihm: Wir sind ihm gleich zu Beginn unserer Einsatzes über den Weg gelaufen – da er der Administrator des Vikariates war und noch ist und somit unser Chef. Und seine direkte Art hat uns gleich zu Beginn geplättet: Was wollt ihr eigentlich hier?

Dahinter stand aufrichtiges Interesse an unserem Einsatz und die Bitte um Unterstützung, die Gemeinden im Vikariat zu organisieren und somit stark zu machen. Und so ähnlich haben wir die Lokalpolitiker in seiner Pfarrei bei seinem Jubiläum gehört: Sie haben sich in ihrer Ansprache nicht an ihn gerichtet, sondern an alle anwesenden Priester: Ihr sollt uns einfachen Leuten nicht sagen wie es politisch weiter gehen soll – aber unterstützt uns dabei; gebt uns Raum, damit wir unsere Sorgen angstfrei und öffentlich austauschen können, uns selber eine Meinung bilden können und dann informiert entscheiden und für unsere Entscheidung auch einstehen können.

Fr. Joe genauso wie Bischof Claver standen unter dem Verdacht „zu politisch aktiv“ zu sein. Aber die Leute haben ihr Engagement für die ethnischen Minderheiten der Cordillera stets als eine notwendige Haltung der Kirche erfahren, damit die Meinungen der lokalen Leute gehört werden und damit sie als Betroffene selber ihre Einschätzung vertreten konnten.

Und wir haben gehört, dass dies nicht veraltet ist, sondern heute noch genauso von den Priestern erwartet wird. Denn die Herausforderungen sind komplexer geworden, das politische und wirtschaftliche System nicht hilfreicher. Deshalb braucht es nach wie vor Menschen wie Fr. Joe, die helfen Raum zum Austausch zu schaffen, damit sich Leute ggf. organisieren können.

Die Lokalpolitiker haben sich an die Priester gewandt – und wer steht da vor ihnen? Eine bunte Gruppe – so wie auf diesem Bild – hätten sie sich einheitlich und solidarisch mit Fr. Joe zu erkennen geben wollen, hätten sie – nein, kein Priesterhemd getragen – sie hätten dann ein Holzfäller-Karo-Hemd anziehen müssen. Aber sie sind gekommen wie sie sind: In Jeans und T-Shirts, so wie sie eben im Schrank oben auf lagen. Und die Leute erkennen sie – weil sie sie eben kennen und sich eben anders zu erkennen geben als nur durch ihr äußeres Erscheinungsbild: Sie sind mit den Leuten zu ihren Gemeinden unterwegs, nehmen sie auf dem Pick-up ein Stück weit die Straße bis zum Reisfeld mit, essen mit ihnen gemeinsam zu Mittag, hören ihre Geschichten… alle sehr unterschiedlich und auf ihre Weise… manchmal irritieren uns Sprüche oder Verhaltensweisen mancher Priester nachhaltig und da ist es gut eine Ilokano-Kultur-Lehrerin zu haben, die meint: Ach, uns stört das nicht, das macht sie dann auch eher menschlich…

Die eigenen Bilder sind wohl nicht dafür da, dass andere sich da hinein passen müssen  – und wie flexibel man so Rahmen anpassen, wiederverwerten, gestalten kann – das haben wir erst kürzlich bei Renovierungsarbeiten im Haus gesehen, aber dazu später mehr…07.17.2015priesterbilder

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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