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Geisterstunde

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11.02.2015GeisterstundeHalloween wird in manchen Ländern einmal im Jahr gefeiert – Geisterstunde gibt es in der Cordillera jeden Tag. Und diese kleinen Häuschen am Straßenrand und vor dem Eingangsschild zum Bontoc Ili (quasi Altstadt) geben davon Zeugnis. Traditionell gehören hier Körper und Geist zusammen und so sorgen die Menschen eben für ihren Körper und Geist.

Wer einen guten Start in etwas Neues wagt oder bei einem Unglück unversehrt bleibt „bedankt“ sich in einem Ritual auch bei seinem guten Geist, der quasi besseren und nicht sichtbaren Hälfte eines selbst – das haben wir so zum Beispiel bei unserem Einzug ins Chocolate House oder an Salomes 4. Geburtstag erlebt.

Wer sich verletzt oder mit Unglück zu tun hat, leidet und heilt nicht nur körperlich, sondern muss auch geistlich wieder ins Lot kommen – eben auch wieder durch Rituale. Das wurde uns geraten als die Debora mal die Treppe runter gefallen ist (über solchen Unglücksstellen wird der Geist, der vielleicht dort verloren gegangen ist, wieder mit dem Wedeln der Kleider eingefangen). Oder die Helfer nach dem Busunglück vor zwei Jahren haben gemeinsam an der Unglücksstelle in der Nähe von Talubin geschlachtet und gebetet.

Wer letztlich stirbt wird erst nach einigen traditionellen und katholischen Ritualen beerdigt und zum All Saints Day kommt die Familie zusammen, es werden Kerzen angezündet, es wird erinnert und gemeinsam gegessen. Hat die Familie das Gefühl dass der Geist eines Verstorbenen, der vielleicht in Baguio beerdigt ist, keine Ruhe findet, dann wird in Bontoc ein kleines Häuschen aufgestellt, damit dort der Geist zur Ruhe finden kann. Es wird etwas Essen bereit gestellt, in der Hoffnung, dass der unruhige Geist nicht länger die Familie plagt.

Nein, wir haben die kleinen und großen Zusammenhänge rund um die Geister noch nicht so recht begriffen, wir wundern uns. Und wir bewundern den Familienzusammenhalt, der an Tagen wie diesen deutlich wird: Menschen reisen stundenlang zu ihren Angehörigen, um sich gemeinsam an die vorangegangenen Generationen zu erinnern.

Und hier noch zwei kleine Ausschnitte aus der Zeitung Mountain Exponent:

Farming with the departed. A Farmer tends to his gardens alongside tombs of dead relatives and loved ones which is a common sight in the Cordilleras. This is in keeping with a cultural belief that interring the dead near homes or places of work allows soul or spirit of the departed remain on call even as their earthly bodies have gone to the heavens. Larry P. Fabian

ANCIENT REMAINS. A weathered ancient coffin still intact in the deep chambers of the Balangagan Cave in Sagada, is illuminated by a local guide during its unveilling last year. For years the coffins and others like it remained untouched and unseen until the municipality of Sagada reopened the cave for tourism, hoping the spirits of the dead will welcome adventures. Larry P. Fabian

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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