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Nachtschicht

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03.15.2016Nachtschicht1.JPGWir schätzen es sehr, dass wir dort arbeiten dürfen, wo andere Urlaub machen. Wie letztes Wochenende in Aguid, einem der Bergdörfer nahe Sagada (der Touristenhochburg in der Cordillera). Allerdings gibt es neben der Sonnenseite auch die Nachtschicht.

03.15.2016Nachtschicht2Die Familien in den kleinen Gemeinden beherbergen uns in der Regel bei sich im Haus. Und die Verpflegung erfolgt in unterschiedlichen Familien. So waren wir zum Abendessen eingeladen und dafür ging es quer durchs Dorf in die Reisterassen.

03.15.2016Nachtschicht3.JPGUnd weil zu einem Essen auch der Austausch gehört ging, es erst nach Einbruch der Nacht zu einer Abendeinheit in einer anderen Familie – also wieder quer durch die Reisfelder zurück und nochmal quer durchs Dorf. Und wir sind ganz schön froh, dass unsere Mädels so gut auf den schmalen Pfaden unterwegs sind.

03.15.2016Nachtschicht4.JPGEs war fast schon vorhersehbar, dass die zwei Kleinen schlapp machen. Und so haben uns die Familien noch Begleiter für den Rücktransport der Materialtaschen mitgeschickt. Und am nächsten Morgen ging es für eine weitere Einheit in die Kapelle. Diesmal mit mehr Beteiligung von Kindern; aber zahlreiche Eltern fehlten.

03.15.2016Nachtschicht5.JPGWenn wir an unsere Familienveranstaltungen Bedingungen knüpfen würden, käme es nie zu einer: Denn entweder sind (Groß)Eltern da oder Kinder oder die Zahlen schwanken von einer Handvoll bis raumfüllend. Die Devise ist: Arbeiten mit denen, die anwesend sind und darauf vertrauen, dass sich dadurch etwas verändert. Nicht von heute auf morgen aber mit der Zeit.03.15.2016Nachtschicht6.JPG

Und dann werden wir auch nicht mit leerem Bauch nach Hause geschickt, also wieder zum Mittagessen quer durchs Dorf und runter in die Reisfelder. Die Familie hat mit der Gemeinde ein Ritual zum Schutz des Hauses gefeiert und deshalb ein Schwein geschlachtet. Und die Mädels staunten nicht schlecht, dass es so viel Reis gab wie ihre „Badewanne“ fassen kann (Plastik-Wannen sind hier wahre Allzweck-Wannen).

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Wenn wir ein solches Arbeitswochenende (den Abstecher nach Sagada und die Teilnahme an einer Gemeinde-Radio-Versammlung mit allen Nebengesprächen mal ausgespart) in Arbeitsstunden umrechenen wollten, fiele uns das sicherlich schwer. Arbeits- und Essenszeiten lassen sich nicht auseinander dividieren. Das eine geht nicht ohne das andere. Und noch viel wichtiger: Das eine wirkt nicht ohne das andere. Wenn wir einen Unterschied machen wollen, müssen wir Zeit für Familien mitbringen – Nachtschichten inklusive.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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