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[un-glaublich]

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Immer wieder gibt es (un-)glaubliche Geschichten. In diesen Tagen erreichen uns via facebook Schnappschüsse von Freunden in den USA, die Santa mit ihren Kindern besucht haben. Also an den Weihnachtsmann glauben unsere Kinder nicht, den hat ja Coca-Cola erfunden. Aber Debora beschäftigt nach wie vor, ob es nun den Nikolaus und das Christkind gibt – nur in Deutschland oder auch in den Philippinen. Wir Eltern halten uns bei den Kinderfach-Gesprächen zwischen den Geschwistern eher bedeckt. Die Mädels ziehen Bilderbücher zu Rate und versuchen zu erklären wie es kommt, dass es gute Heilige gab, dass Kinder Geschenke bekommen, dass in Kinderbüchern und Kinderliedern ganz unterschiedliche Geschichten erzählt werden.

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Diese Schnappschüsse der Kinder sind während eines Seminars in Bali entstanden. Da standen die Kinder auch vor ausdrucksstarken Kulturen mit ihren eigenen Geschichten. Salome findet gerade getanzete Geschichten sehr aufregend und kann den Spannungsbogen kaum aushalten. Und wenn es gut ausgeht, dann ist sie erleichtert und kann auch darüber lachen…

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Tabea kennt viele (un-)glaubliche Geschichten und manchmal wissen wir gar nicht wie wir diese einordnen oder damit umgehen sollen. Sie wächst in einem Umfeld auf, wo die Menschen einen Sinn für Geister (Anitos) haben. Und eben die Geschichten um Anitos bestimmen auch unser Familienleben.

Tabea: „Bei den Ordensschwestern neben unserer Schule gibt es einen Anito“

Nicola: „Aha – hast Du den gesehen?“

Tabea: „Nein, ich nicht, aber meine Klassenkameradinnen. Wir haben verstecken gespielt und sie waren beim Schwesternhaus im Garten und dann sind sie schnell zu mir gelaufen und haben in Finontok gerufen, dass dort ein Anito ist.“

Nicola: „Die Schwestern werden schon wissen wie man damit umgeht, Du musst ja nicht im Garten der Schwestern verstecken spielen“

oder

Salome: „Da unten bei den Nachbarn ist ein Kind gestorben. Und jetzt hat ein anderes Baby so laut gebrüllt, dass der Anito wieder aufgewacht ist“

Nicola: „Aha – wer hat das denn erzählt?“

Salome: „Das weiß meine Freundin die Cye, ihre große Schwester hat ihr das gesagt“

Nicola: „Ich habe bei uns ums Haus noch keinen Anito gesehen“

Für uns Eltern klingen die Geschichten der Kinder manchmal unglaublich, und doch wissen wir, dass das für viele Menschen in unserer Nachbarschaft ganz glaubhafte Geschichten und Erklärungen sind. Das können wir nicht unseren Kindern gegenüber mit einem schnellen „das glaub ich nicht“ abtun, denn damit würden unsere Nachbarn ihre Glaubwürdigkeit verlieren und doch merken wir, dass wir uns dazu verhalten wollen: Mit dem Kindern im Gespräch bleiben und für sie gute Einschätzungs- und Verhaltensweisen bedenken.

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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