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Maiers in Bontoc – ENDE

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Die Zeit der Maiers in Bontoc geht nun zu Ende. Wir sind auf dem Weg nach Deutschland und schließen dieses Kapitel nun ab. Es wird noch im Nachklapp den ein oder anderen Beitrag von uns geben, bevor wir dann Ende des Jahres diesen blog vom Netz nehmen. Wir bedanken uns bei allen, die diesem blog und viel mehr unserem Leben und Arbeiten gefolgt sind. Ab jetzt heißt es: Maiers auf dem Vauß-Hof!


Ein Kommentar

Balikbayan

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In den Philippinen gibt es ein spezielles Wort, das beschreibt den Versand nach Hause: Balikbayan. Viele Filipinos arbeiten als sogenannte OFW (Oversea Filipino Worker) im Ausland und schicken immer wieder ein Päckchen nach Hause in die Philippinen. Wir machen uns jetzt auch auf den Weg nach Hause – aber aus den Philippinen nach Deutschland. Unsere Sachen sind gepackt und wir sind startklar. Die Mädels freuen sich auch schon auf die anderen Dinge die in Deutschland die letzten Jahre eingelagert waren. Hier haben wir mit vergleichsweise wenig Zeug gelebt – wir waren dann aber doch erstaunt, wie viel sich auch hier über die 5 Jahre angesammelt hat. Manchmal wünschten wir, wir könnten einen reduzierten Lebenstil wahrmachen und dann merken wir doch wieder, wie viel Krams sich bei uns so ansammelt. Immerhin konnten wir unser Zeug in ein paar Taschen und Koffer verstauen – kein Container, kein Umzugswagen, keine Metallbox. Was wir mitnehmen werden, werden wir selber zum Flughafen befördern – wohl in einem Kleinbus… Und wir hoffen sehr, dass wir es dann auch in Deutschland immer mal wieder schaffen unsere Dinge zu reduzieren – bzw. sie erst gar nicht so anzuhäufen… Frei nach dem Motto: Weniger ist Mehr! Oder schlicht genügsam mit den Dingen zu sein…


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Dr. Ruth Pfau

Vor fast 20 Jahren hat sich Nicola von Dr. Ruth Pfau in Pakistan nach ihrem Freiwilligendienst verabschiedet. Jetzt ist Dr. Ruth Pfau im im Alter von 87 Jahren verstorben. Die vielen Berichte und Videos lassen viele Erinnerungen wach werden: Vom Freiwilligendienst in Manghopir, von Ehemaligenen-Treffen mit dem DAHW oder bei Katholikentagen. Dr. Ruth Pfau hat ein beeindruckendes Zeugnis der Nächstenliebe gelebt und Menschen geprägt – auch uns. Eine pakistanische Sozialarbeiterin aus einem ihrer Projekte war 2008 bei uns in Wiesbaden für ein paar Tage zu Gast. Aqsa meinte damals: „Die politische und wirtschaftliche Situation war schon immer eine große Herausforderung in Pakistan – aber seit kaum noch Freiwillige kommen, die unsere Wirklichkeit teilen und mit uns leben, ist es fast nicht mehr auszuhalten. Als ob uns die Welt vergessen möchte…“

Diese Sätze haben uns sehr beschäftigt und waren wohl auch mit ein Grund, warum wir nicht einfach unser bequemes Leben weiter leben wollten. Wir wollten zumindest versuchen mit den Menschen am Rand der Gesellschaft zu leben und das haben wir die letzten 5 Jahre gemacht. Jetzt ist der Einsatz in der personellen Entwicklungszusammenarbeit vorbei und es stellt sich die Frage einmal mehr: Richten wir uns ein Leben in Deutschland bequem ein oder wagen wir wieder mit denen am Rand der Gesellschaft unterwegs zu sein…

Das gelebte Zeugnis von Dr. Ruth Pfau ist nicht nur fürs Bücherregal – uns beschäftigt es in diesen Tagen sehr und rüttelt uns auf. Wir sind in Gedanken bei Freunden in Pakistan, deren Wegbegleiterin verstorben ist, aber ihr Vermächtnis wird in vielen Menschen weiter leben…

Ein Nachruf

my first meeting

Liebe kennt kein warum

Kondolenzbuch


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Abschied von Bontoc

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Seit letztem Wochenende verabschieden wir uns von Bontoc. Unsere Kinder haben den Bontoc-Schriftzug ein letztes Mal bespielt und so bespielen wir verschiedene Orte ein letztes Mal. Am Ende vom Sonntagsgottesdienst hat uns Fr. Allen eingeladen noch ein paar Worte an die Gemeinde zu richten. Ja, die Gemeinde weiß, dass wir regelmäßig zur Ilokano-Messe kommen – und sie wissen auch, dass wir fast immer zu spät dran sind (wie so viele andere Familien eben auch). Wir haben uns bedankt für die Offenheit der Ibontok, dass wir Teil ihrer Gemeinschaft sein durften – und dass sie das auch so oft auf dem Markt anderen Touristen oder Gästen erklärt haben („Die gehören hier her, das sind keine Americanos!“).

Nach dem Gottesdienst haben sich viele von uns persönlich verabschiedet – auch auf dem Weg zum Markt. Und als wir unseren Sonntagspfannkuchen und Kaffee zahlen wollten, hieß es, dass es heute aufs Haus geht. Am Nachmittag kam nochmal eine Nachbarin vorbei und hat den Kindern Mitbringsel vorbei gebracht und noch Geschichten aus der Gemeinde geteilt. Das Kindermädchen einer schweizer Familie, die vor 6 Jahren Sabangan verlassen hat, hat noch einen Brief gebracht (ihre Schwester war im Gottesdienst und hat ihr Bescheid gegeben, dass wir gehen). Weitere Briefe für ehemalige COMUNDO Fachpersonen trudelten in den letzten Tagen ein. Und immer wieder sms, ob wir nicht noch Zeit für einen Kaffee oder ein Abendessen hätten. Wir sind so froh, dass wir früh angefangen haben zu packen und jetzt am Ende tatsächlich Zeit haben für all diese Menschen, die rein schneien und noch mehr Jetzt mit uns haben wollen.

Und noch ein anderes Phänomen das uns gerade sehr glücklich macht: Es trudeln unerwartet E-mails aus aller Welt ein. Da begleiten uns Menschen in Gedanken und gerade jetzt auch mit ein paar Zeilen – von denen hören wir wochen- und monatelang nichts und sie erinnern sich, dass wir jetzt gehen. Wir staunen, wer da so mit uns gedanklich unterwegs ist und freuen uns total, dass mit einigen auch bald ein Wiedersehen möglich sein wird.


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Abschied vom Vikariat

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Mit Bischof Valentin Dimoc waren wir hier im Apostolischen Vikariat Bontoc-Lagawe gemeinsam unterwegs. Dies ist eines der wenigen Bilder, wo er aussieht wie ein Bischof im Bilderbuch. Wir mögen ihn aber auch mit Flipflops, T-Shirt und kurzer Hose – und für uns wird er so manchmal noch mehr erkennbar als Bischof: Wenn er selber hinterm Steuer sitzt, um Gemeinden aufzusuchen; wenn er sich Zeit nimmt für die Leute an der Basis und von ihren Herausforderungen zwischen Nebelwald, Reisfeld und biologischem Gemüseanbau hört; wenn er sich mit seinem Laptop einfach so bei einer Kollegin ins Büro setzt und dort neben ihr home office macht oder spontan die Verwaltungsangestellten zum Essen einlädt. Das schätzen wir an „unserem“ Bischof – und klar sind wir mit unseren KollegInnen herausgefordert, wenn er mal wieder eine visionäre Planung gut für 20 Jahre und ein halbes Duzend Personal als Jahresziel für eine handvoll Leute erklärt oder nur so von Ideen und Projekten sprudelt und wir alle nur so mit den Ohren schlackern. So ist er eben auch und wir haben gelernt, dass so wohl auch andere Bischöfe in den Philippinen unterwegs sind. Und wir haben gelernt, dass die kleinen Schritte dazwischen eben mit dem Pastoralteam gegangen wird. In kleinen Abschnitten und manchmal im Kreis oder wieder von vorne – vor allem aber geduldig und mit den KollegInnen. Heute verabschieden wir uns von ihnen – sie gehen ihren Weg hier weiter und wir machen uns auf zu neuen Wegen…


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25 Jahre Apostolisches Vikariat Bontoc-Lagawe

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Das Apostolische Vikariat Bontoc-Lagawe ist 25 Jahre jung und das Silberjubiläum wurde beim Tongtongan (Pastoralversammlung) vom 1. bis 4. August gefeiert. Vertreter aus allen Gemeinden kamen zusammen: Priester, Ordensleute und Ehrenamtliche, zusammen mit allen Pastoralen Mitarbeitern (mehr als 300 Teilnehmer). Hier wäre ein Gruppenbild und vielleicht gibt es auch bekannte Gesichter trotz schlechter Auflösung.

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Wie klein die Welt ist und wie sich Vergangenheit und Gegenwart verbinden ist auf diesem Bild zu sehen: Fr. Vani und Fr. Judy von den SVDs und Sr. Bea SIHM. Ein Schnappschuss von so vielen in dieser Woche und ja, die Mädels sind es leid, mit auf ein Bild zu gehen – der Rafael hat da noch nicht so viel Mitsprache und findet es eher lustig, wenn ein Fotograf Faxen mit ihm macht. Und wir tragen es mit Fassung; manche der Schnappschüsse sind auch nette Erinnerungen für uns und bei anderen Bildern denken wir uns, dass es eben einen besonderen Wert hat für die anderen auf dem Bild…

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Wenn wir etwas in den vergangenen Jahren erreicht haben, dann sicherlich, dass das Thema Familie im Vikariat bei vielen im Blick ist. Und Bischof hat nun die „Holy Family“ ins Teng-Ab geholt. Sie wurde feierlich eingeweiht und ist jetzt Teil der „Open Chapel“. Als die Bauarbeiten dazu anfingen, haben Grace und Christian noch schnell ein kleines Familiengebetsbuch zusammengestellt und in Druck gegeben. Das wurde auch beim Bücherverkauf gerne genommen und das freut Magda. Denn mittlerweile fragen Katecheten nicht mehr nur nach Gebetsbüchern für Krankenbesuche sondern eben auch für Familienbesuche…

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Und als Familie waren wir auch diesmal im Einsatz – diesmal sollten wir etwas zu unserem Einsatz erzählen. Nicola hat die „give and receive“ Übung angeleitet, darin fasst sich wohl unser Einsatz anschaulich zusammen: Erstmal das Vikariat in kleinen Gruppen organisieren, dann einen kleinen Input geben (in diesem Fall ein Bonbon), eine einfache Technik zum Teilen einführen und los gehts: Geteilt wird in den kleinen Gruppen immer nach dem gleichen Prinzip. Während Nicola die Bewegungen angeleitet hat, haben die Mädels sich schnell mal auf der Bühne organisiert und es im Kleinen demonstriert – großartig, das klappt bei denen auch ohne Absprache und spontan. Allerdings hat es nicht bei allen Gruppen geklappt: Die einen haben nicht zugehört, die anderen waren eher mit Nehmen statt Geben beschäftigt, die Nächsten waren auch mit einfachen partizipativen Anweisungen überfordert, die anderen hatten ihr Bonbon gegessen bevor sie es mit anderen geteilt haben… und so lässt sich diese Metapher sicherlich auch auf unseren Einsatz und auf das BEC Konzept des Vikariates übertragen. Ja, es braucht weiterhin noch Trainings und Begleitung!

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Auch wenn die Gemeinden noch Bedarf anmelden – wir waren zum letzten Mal im Vikariat aktiv. Jetzt liegt es an ihnen, das was wir geteilt haben, weiter zu geben bzw. mit anderen zusammen zu arbeiten… Das Vikariat ist jung mit seinen 25 Jahren und da wird sich noch mehr entwickeln!


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Chocolate House Despedida

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Zum Einzug ins Chocolate House gab es ein House Warming und zum Auszug eine Despedida. Mit dem Unterschied, dass uns Haus und Nachbarschaft und Gemeinde so viel vertrauter geworden sind. Mit dabei waren unsere COMUNDO KollegInnen aus Lagawe, Tabuk und Baguio, die SIHM Sisters aus dem Convent beim Museum, Vertreter der Kirchengemeinde und unsere Nachbarschaft. Die Mädels hatten beim Vorbereiten geholfen und wir sind vorab das Szenario gedanklich durchgegangen. Doch kaum hatte sich das erste Dutzend Gäste mal versammelt, lagen Salomes Nerven völlig blank – aber nur für ein paar Minuten und dann hatte sie sich wieder gefangen (tief einatmen und mal ’ne Runde spazieren gehen fürs Abstand gewinnen hat geholfen).

Die SIHM Sisters (lustigerweise nach fast fünf Jahren und wiederholtem Reshuffle wieder die gleiche Besetzung wie damals mit Sr. Marcella und Sr. Monique) hatten ein kleines Gebet vorbereitet inklusive einem Teil: Zu diesem Lied könnt ihr die Familie umarmen. Zu lustig – sowas klappt gut im Familienkreis – aber auch nach 5 Jahren sind wir unseren Nachbarn nun nicht so vertraut, dass wir uns jetzt in die Arme fallen würden: Also erstmal etwas Irritation und dann waren da ja noch die Kinder, die sie ja gerne mal an sich drücken.

Ansonsten gab es voll nette Gespräche, mit Margret unserer Ilokano Lehrerin, mit Fr. Joe dem ehemaligen Administrator, mit Richard dem früheren Vikariats-Fahrer, mit Lester und Carla vom Habi-Collective, mit der COMUNDO Familie…

Überrascht waren wir von drei NachbarInnen, die sich sonst so auch nicht treffen und den ganzen Nachmittag noch bei uns im Anbau saßen, um sich auszutauschen. Manchmal ist es gut, eben nicht nur für sich, sondern auch für andere solche Anlässe zu schaffen.

Und zu unserer Überraschung haben unsere Mädels völlig frei (aber wohl bemerkt mehrfach schon angesprochen und rumüberlegt wie und was) ihre Spielsachen verschenkt: Der Christopher soll den Basketball samt Korb bekommen, nach Lagawe gingen Sandförmchen und Hopsepferd, die Nachbarskinder bekamen die anderen outdoor Spielsachen… Ja, wir waren überrascht wie gut das ging.

Ach ja, wer auch mal eine solche Despedida in diesem Kontext planen möchte, sollte diesen Tag früh ansetzen. Wir sind schon seit Wochen damit beschäftigt unsere Vorräte aufzuessen und haben nochmal viel davon zu dem Festtag verkocht. Uns war klar, dass manche Gäste auch etwas für das Buffett mitbringen – aber wir hatten nicht mit diesen Massen gerechnet – gut, dass wir jetzt noch ein paar Tage hatten um die Reste aufzuessen – wohl bemerkt, die Reste vom Rest, denn wir hatten extra Boxen aufgehoben, damit auch ja alle reichlich mit nach Hause bringen können. Und unsere Ilokano- und Kulturlehrerin meinte: Ja, ihr seid hier wirklich voll inkulturiert – ihr habt nicht nur Essen fürs Fest sondern eben auch zum anschließenden Teilen!