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unberechenbar

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Wenn wir auf unseren Einsatz in der personellen Entwicklungszusammenarbeit zurück blicken, dann können wir wohl sagen: Das Wort „unberechenbar“ trifft auf viele Lebens- und Arbeitsbereiche zu. Da gab es eine Projektbeschreibung vor 5 Jahren in einem bestimmten Kontext mit namentlich erwähnten Menschen eingebettet in eine gewisse Organisationsstruktur mit Programmen und formulierten Projektzielen. Und wir sollten die Prozesse begleiten und scheinbar haben wir eine gewisse Resilienz, dass wir nach den 5 Jahren und all den Umbrüchen, Veränderungen, Überraschungen… noch immer da sind – oder vielleicht sind wir auch genau deshalb noch immer hier. Wäre hier alles in ruhigen Fahrwassern und lässig planbar, dann hätte es ja auch niemanden aus der personellen Entwicklungszusammenarbeit gebraucht.

Mit vielem haben wir so jedenfalls vorab nicht gerechnet und in Zahlen und Namen liest es sich gleich noch krasser:

Wir haben die Vikariatsleitung unter Bischof Betran, Admitstrator Fr. Joe und jetzt Bischof Val erlebt.

In der Finanzabteilung wurde Fr. John von Fr. Manny abgelöst, der dann gestorben ist und vorübergehend hatte Fr. Bento die Leitung bis nun Fr. Rick übernommen hat.

In unserem Pastoralteam haben wir bei Youth Russel gehen und Ela kommen sehen, in Education ist Sharon gegangen und nach ihr Angie dafür ist jetzt Bal dabei und die Leitung hat neu Sr. Emy. Regina ist von Altar ins Emergency Response Team gewechselt und Santos ist neu mit im Team. Bei SADC sind Regina und Modesto gegangen und Byrian und Sendang sind nach wie vor mit Weng und neuerdings mit Vicky unterwegs. Und bei Temporalities ist Sitas die treue Seele und Stella und Steph sind weg und dafür sind Debora und Robert mit dabei plus Karen.

Kurz: In den letzten 5 Jahren wurden fast alle Bereiche mindestens einmal neu besetzt – nur wir waren kontinuierlich mit Magda unterwegs und mit dabei ist nun Grace. Und wir sind froh um Sr. Bea, die nun Personalchefin ist und versucht den Laden so aufzustellen, dass das Personalkarussell mal zur Ruhe kommt.

Eine ähnlich beeindruckende Zahl an Personalwechseln gab es bei COMUNDO. Manchmal hatten wir das Gefühl, dass wir mal hier und mal dort unsere Themen zu Zusammenarbeit, Netzwerken, Fundraising, Kommunikation… immer wieder neu auflegen müssen. Aber über die Jahre haben wir festgestellt, dass einige Themen ein Dauerbrenner bleiben und wir manche Themen nicht nur wiederholen sondern mittlerweile so gekürzt, ergänzt, perfektioniert haben, dass wir sie wesentlich schneller an neue Kollegen herantragen können. Christian kam erst letzte Woche aus einem Team-Meeting, wo er die Inhalte von einem Project-Proposal, eine Fortbildung zu Reporting, einen Einblick ins Budget und Anmerkungen zu Kommunikation und Teamwork in nur einem Nachmittag verpackt hatte. Und solche Team-Meetings hat Christian schon so oft mit Magda geführt, dass sie sich mittlerweile die Bälle ohne Vorabsprachen inklusive einiger Praxisbeispiele zuspielen können. Nein, damit haben die neuen Kollegen nicht ihre Einarbeitung abgeschlossen, aber zumindest mal eine gute Grundlage, auf die nun kontinuierlich aufgebaut werden muss – weil bereits klar ist, dass einige der oben erwähnten Personen in absehbarer Zeit gehen und neue hinzukommen werden.

Wenn man sich Organsiationen wie ein Mobile vorstellt, dann gab es in den vergangenen Jahren verschiedene Aufhänger, Teilchen wurden ausgetauscht und umgehängt und ordentlich viel Wind hat alles durcheinander gewirbelt und irgendwo ganz unten da hängen noch immer Magda und wir. Und weil es bei uns das „Nachwuchs-Thema“ gab, waren wir nicht immer ein Ruhepol, sondern haben zusätzlich als Familie noch für Wirbel gesorgt. Ehrlich gesagt hätten wir nicht damit gerechnet, dass der Rafael uns nochmal so gewaltig den Alltag und die Arbeit umstellt.

Bei allen anhaltenden Unberechenbarkeiten ist aber nun eins klar: Das Abflugdatum steht fest, die Tage sind gezählt – mit uns kann das Vikariat ab Mitte August nicht mehr rechnen. Und wir begreifen unsere Resilienz im gemeinsamen Unterwegs-Sein mit Magda für die Familien im Vikariat. Denn letzten Endes zählen sie…


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Einkommenschaffende Maßnahmen

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Die Ehrenamtlichen vom Kinderpastoralprogramm in Bauko sind total interessiert an einkommenschaffenden Maßnahmen. Deshalb wurde beim Training letzte Woche auch gleich mal eine grüne Kräutersalbe gekocht. Guava-Blätter, Akapulko-Blätter (siehe oben), Malungay-Blätter (siehe unten) und Aloe Vera wurden geerntet und klein geschnitten – jeweils vier Tassen.

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In einem großen Topf Kokosnuss-Öl erhitzen (ebenso vier Tassen) und das ganze Grünzeug darin frittieren. Zum Schluss noch vier kleine Kerzen darin schmelzen, damit es eindickt und dann abkühlen lassen.

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Wir haben das jetzt schon öfter gekocht aber noch nie in einer solchen Menge und so füllten sich ein paar kleine Eis-Portions-Schälchen (ala re-use) sehr schnell. Noch eine einfache Label-Vorlage oben drauf geklebt und fertig. Die Freiwilligen wollen nochmal Kräutersalben herstellen (übrigens gut bei Mückensticken, Hautirritationen, Ausschlag…) und sie wollen ihren eigenen Namen für die Initiative und ein eigenes Label. Großartig – wenn das nicht nur große Worte sind, sondern sie tatsächlich Taten folgen lassen. Dann sind wir einen Schritt weiter. Im Juli gibts den nächsten Workshop vom PCC-Nationalbüro zum Herstellen von Seife und Grace will lernen wie man Deos und Shampoos macht…


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flexible Arbeitszeiten

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Wenn wir in den letzten Jahren etwas gelernt haben, dann ist es wohl Flexibilität im Arbeitskontext. Letztes Wochenende war ein PCC Training (Kinderpastoralprogramm) für Samstag und Sonntag geplant und dann am Montag ein Workshoptag für Kinder von OFWs (deren Eltern im Ausland arbeiten). Am Samstagmorgen klingelt dann das Handy: „Kommt jetzt, der Workshop wird vorverlegt.“ Also packen wir die Kinder zu den Materialien ins Auto und fahren nach Bauko. Vor dem Mittagessen steht noch nicht fest ob die Veranstaltung nun tatsächlich stattfindet oder nicht. Mit Magda und Grace und mit deren Teilnehmern vom PCC essen wir dann erstmal – weil ohne Essen geht ja gar nix – und versuchen zwischen Reis und Fleischbrühe mit den Lehrern zu klären, ob sie nun die Schüler heim geschickt haben oder doch noch welche nach der Mittagspause übrig sein werden. Jedenfalls schaut Grace mal nach dem Essen zur Schule, wo es denn möglicherweise einen Raum für die Veranstaltung geben könnte und wir packen mal die Taschen aus dem Auto. Unser Zeug tragen wir dann in einen Raum, wo noch Stühle gerückt werden; manche Schüler sitzen schon da und andere trudeln so langsam ein. Grace und Nicola streichen noch schnell die Hälfte vom Programm, denn von 42 OFW Kindern sind 16 da und die Ganztagesveranstaltung ist auf drei Stunden am Nachmittag zusammengeschrumpft. Es findet sich noch ein funktionierender Beamer inklusive Verlängerungskabel und Leinwand und schon gehts los…

Wir sind flexibel was Teilnehmerzahlen, Zeiten, Orte und Material angeht – aber ehrlich gesagt sind wir auch ganz gerne vorbereitet, damit wir die Teilnehmer vor Beginn der Veranstaltung schon mal in den Blick nehmen können – aber so gehören dann kooperative Übungen wie oben auf dem Bild gleich zu Beginn dazu, damit wir schneller einen Überblick über Einzelne und Dynamiken bekommen… und wir haben einmal mehr festgestellt: Auch wir können noch Jugendarbeit und es macht uns auch noch Spaß! Ach ja, auch unsere Kinder freuen sich über jedes PCC Trainingsmodul zu Gruppenspielen, Veranstaltungen mit Convent boys and girls oder eben Aktivitäten mit OFW Kindern – bei manchen Einheiten sind sie quasi schon Co-teamer. Wir wären zurück in Deutschland in Sachen Bildungsarbeit wieder offen – kann Familie sein, aber eben auch Jugend oder… und die Mädels brauchen definitv einen Platz in der Jugendarbeit wenn wir zurück in Deutschland sind…


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Einsatz in Zahlen

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Wie rechnet sich so ein Einsatz in der personellen Entwicklungszusammenarbeit? Eine etwas andere „Abrechnung“ haben wir heute spaßeshalber mal zusammengetragen. Auslöser waren wohl die Textaufgaben zum kleinen Ein-mal-Eins von Tabea und so haben wir mal ein paar andere Dinge hoch gerechnet (das kommt wohl davon, wenn man versucht die Endauswertung vom Einsatz vorzubreiten und dann mal eine Pause von Baseline, Output, Impact und Co braucht). Offensichtlich ist: Vor fast 5 Jahren sind wir mit drei Kindern aufgebrochen und kommen mit vier zurück.

Wenn wir jeden Monat in mindestens 2 der 22 Gemeinden waren und dahin im Durchschnitt 5 Stunden einfache Fahrt gebraucht haben, sind das 1200 Stunden im öffentlichen Nahverkehr exclusive der Wartezeiten.

Wenn wir pro Jahr je 2 Paar Flip-Flop aufgetragen haben müssten jetzt 50 Paar FlipFlop durchgelatscht sein – zuzüglich all derer, die unser Barfußkind Debora überall vergessen oder im Meer versenkt hat…

Wenn wir wöchentlich ca. 1.200 l Wasser verbraucht haben, sind das im Monat 4.800 l und insgesamt ca. 250.000 l – vermutlich weniger, denn dank unregelmäßiger Wasserlieferungen oder Straßensperrungen saßen wir oft auf dem Trockenen und haben das Wasser ganz schön oft rationieren müssen.

Obwohl Aunty Gloria versucht hat, uns in Sachen Wäsche zu unterstützen, haben wir wohl doch jede Woche einmal eine Ladung Handwäsche erledigt und das waren sicherlich 250 Stunden die wir lieber anders verbracht hätten und wir freuen uns riesig auf eine Waschmaschine.

Bei uns werden wöchentlich sicherlich 4 kg Bananen von unsern und den Nachbarskindern vertilgt, d.h. über unseren Küchentisch gingen rund 1000 kg Bananen vom Markt bzw. aus dem Garten.

Wenn wir täglich zweimal in die Stadt sind (und das gehen unsere Kinder, weil sie vormittags und nachmittags Schule haben) laufen wir 4 x 200 Stufen und kommen in der Woche somit locker auf 4.000, im Monat auf 16.000 und im Jahr sicherlich auf 200.000 pro Person, d.h. als Familie mehr als 5 Mio Stufen – uns kann keiner was im Auf und Ab des Lebens vormachen und wir widmen diesen Artikel Hermann Hesse:

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensstufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm‘ Abschied und gesunde!

 

 

 


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PCC Trainings Wochenende

05.27.2017PCCteambuilding1.JPGDas vergangene PCC (Pastoral Care for Children) Trainings-Wochenende stand ganz unter dem Motto Teambuilding: Mit einem dutzend neuer Ehrenamtlicher und einem harten Kern erfahrener PCC-Leader, mitten im PCC-Kräutergarten in Butige, hands-on am Sonntag bei einer Celebration of Life mit vielen neuen Kindern. Aber statt vieler Worte lassen wir einfach ein paar Bilder sprechen…

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Nachdem es scheinbar ein Kinderspiel war, gemeinsam den Stock zu erden, hatten die neuen Ehrenamtlichen doch etwas Mühe gemeinsam die Decke zu wenden. Und an dem Nature Art-Auftrag hatten dann auch die Kinder Interesse…

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Magda wollte extra viele gruppestärkende Übungen für dieses Training, denn die zwei vorherigen Trainings für neue Ehrenamtliche hatten davon nicht ausreichend Elemente und das hat dann den Teams in den verschiedenen Gemeinden einen eher mühevollen Start bereitet…

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Aber inhaltliche Gruppenarbeit gab es auch – und hier wurde der PCC-Baum (mit 5 Wurzelaktionen und 3 Stammaktivitäten) noch mit verbindlichen Blättern versehen.

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Dann gab es noch einen kleinen Ausflug in die Entwicklungsstufen nach Erikson, um besser verstehen zu können, wo denn gerade die Kinder bzw. Eltern „stecken“. Und passend dazu ein paar Anregungen für jeden Monat mit den PCC Themen von Zahnhygiene bis Familienplanung.

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Und dann wurden die neuen Ehrenamtlichen mit den Handbüchern und Nachschlagewerken ausgestattet.

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Weil die erfahrenen PCC-Leader auch mitgeholfen haben, hat Magda ihnen in den Pausen mit den Berichten weitergeholfen. Die sind nämlich ein Dauerthema in unserem und im Nationalbüro und es bedarf immer wieder der Erinnerung und der Erklärung…

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Und weil es nicht nur eine Pause gab und eben auch noch die Abrechnung für Fahrtkosten der Hausbesuche, gab es quasi nur Arbeitspausen…

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Aber wir gestehen auch, dass solche Trainings schon zu unseren Lieblingsveranstaltungen gehören. Denn die erfahrenen PCC-Leader blühen richtig auf, wenn sie die neuen Ehrenamtlichen durch den PCC-Kräutergarten führen.

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Die reiche Ernte wurde dann auch gleich zu einer Pflegecreme verkocht: Malungay, Aloevera, Akapulko, Lemongrass, Oregano, Guavablätter Mischung in Kokosöl.

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Am Sonntag gab es dann noch eine Celebration of Life mit vielen neuen Kindern, die erstmal sortiert werden mussten: Wer ist hier wie alt und wer ist unterernährt?

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Dazu kam gleich mal die neue Waage zum Einsatz, die am Ende vom Tag auch bestätigte, dass von 30 Kindern 14 in das Programm aufgenommen wurden, wovon 5 Kinder eine ernsthafte Unterernährung aufweisen.

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Während die älteren Kinder nach dem Sonntagsgottesdienst (ohne Pfarrer) in der Kirche gewogen wurden, hing die Waage für die Babies draußen unterm Mangobaum.

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Die Eltern hatten eine kleine Infoveranstaltung und die Kinder ihr eigenes Programm in der alten Kapelle. Und da haben wir dann nochmal gemerkt, dass dank der Ehrenamtlichen schon ganz viel eingespielt ist und einfach so läuft, aber selbst nach einem Jahr für diese Einheiten kein Plan vorliegt. Jetzt verstehen wir auch, warum Magda so gedrängt hat, dass es zusätzliche Anregungen für jeden Monat geben soll…

Ach ja, wir saßen übrigens nicht lange auf dem Bänkchen und hatten bald schon die Anleitung für ein Gruppenspiel und Kinderlieder übergeben bekommen – aber auch das schütteln wir mittlerweile mal eben so aus dem Ärmel – auch einen kompletten Vormittag lang…

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Das Kinderpastoralprogramm ist kein Feeding Programm, aber in den Philippinen gibt es auch kein Programm ohne Essen. Und so gab es nach dem Händewaschen auch Essen für alle…

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Wir sind immer wieder beeindruckt wie wichtig es den Leuten hier ist, dass wirklich jeder etwas vom Essen bekommt. Und manchmal sind wir dann doch noch überrascht, denn nach diesem Abschluss der PCC-Celebration of Life gab es dann noch das Mittagessen für alle Helfer – also wieder bzw. weiter essen…

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So – mit dieser Foto-Story haben wir vermutlich den Blog-Rekord was eingestellte Bilder angeht…


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Pfarrhausfamilien

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In vielen Pfarrhäusern finden Kinder aus der Cordillera ein zweites Zuhause. Ihre Familie lebt in abgelegenen Dörfern oder sie haben so viele Geschwister, dass sich ihre Eltern ein weiteres Schulkind in einem Wohnheim nicht leisten können oder es gibt Konflikte daheim und das Pfarrhaus wird zum: home away from home…

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Für manche ist das Pfarrhaus eine Bereicherung und für andere eine ganz schöne Herausforderung – das wurde am vergangenen Wochenende im Teng-Ab deutlich. Family&Life wurde gefragt, ob wir nicht mit den Jugendlichen arbeiten können und das haben wir dann gemacht – ein spezielles Familienwochenende, auch für unsere Kinder.

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Und schon am ersten Abend wurde klar, dass der „turning point“ dann einsetzt, wenn Teamwork beginnt. Und dass die Jugendlichen sehr unterschiedlich in den Pfarrhäusern auf Teamgeist getrimmt sind, wurde auch bald deutlich.

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Weil sich die Jungs (wie erwartet) schwer taten mit den Austauschrunden, gab es auch eine Einheit nur für die Jungs. Und auch in der Mädchenrunde musste jemand ganz dringend mal woandershin… Von sich selber mitteilen und das in einer Kleingruppe war für einige ganz neu und eine richtige Herausforderung – das hat Tags drauf auch nochmal der Bischof festgestellt, der eigentlich nur mal schnell in der Runde nachfragen wollte wie es war und wie es so in den Pfarrhäusern läuft. Alle sehr interessiert; aber die Jugendlichen waren selbst nach den zwei Tagen Vorlauf völlig überfordert (was uns jetzt auch nicht sooo überraschte).

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Damit es zu Hause ausgewogen zugeht, haben die Jugendlichen ihre Rechte und Pflichten in Balance gebracht. In den Pfarrhausfamilien würden die Einzelnen so manches gerne anders gewichten. „Ich brauche Zeit zum Spielen“ haben wir von einem jüngeren Convent-Boy gehört und vorab gab es schon Stimmen von Priestern: „Könnt ihr die Jungs nicht mal über ihre Pflichten besser aufklären?“. Eins wurde klar: Es braucht in den Pfarrhäusern mehr Austausch über die unterschiedlichen und manchmal auch sehr gegensätzlichen Bedürfnisse und den folgenden Missverständnissen.

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Weil wir selber in der Jugendarbeit groß geworden sind und auch jahrelang mit dabei waren durfte natürlich auch die sportliche Mittagspause nicht fehlten – und inkulturiert heißt das dann: Baskelball! Bei der Schlussauswertung und im Gespräch mit dem Bischof wurde immer wieder betont: „Basketball war super!“

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Magda war der Tagesausklang mit dem Taizegebet wichtig, wo all das Platz hatte, was sonst in der Pfarrhausfamilie kaum Raum bekommt. Und uns wurde deutlich: Eine solche Veranstaltung brauchen die Jungs und Mädels aus den Pfarrhäusern mindestens einmal im Jahr, um sich in einer größeren Gemeinschaft zu erleben, sich mit Jugendlichen in ähnlichen Situationen auszutauschen, um selber sprachfähig zu werden, um gemeinsam einfach Spiel, Spaß und Sport zu haben – Fortsetzung folgt!


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Einstellungen

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Immer wieder begleitet uns die Frage, welche Einstellung wir wählen. Setzen wir alles ins Bild oder gehen wir gerade ins Detail? Ganz praktisch sind wir diesen Fragen bei einem Fotoworkshop nachgegangen. Die AGEH hat uns ein Training zum Visual Story Telling ermöglicht und inspiriert hat uns Lester vom Habi Collective (das Team vom Dokumentarfilm Walang rape sa Bontok). Denn nicht nur in diesem Blog gibt es Bilder, die eine Geschichte erzählen, sondern auch in den Veranstaltungsflyern, Projekt-Anträgen und Berichten. Wie kann ein Bild eine Geschichte erzählen und so den abgebildeten Menschen und dem eigenen Anliegen oder den Interessen von Geldgebern gerecht werden? Was ist im Rahmen und was nicht mehr? An welchen Richtlinen orientieren wir uns? Wo wird der Fokus gesetzt und wie bewegt darf es sein? Was macht ein Bild wertvoll und hat dafür jemand einen Preis zu zahlen?

Lester hat es zum Abschluss quasi in einen Satz zusammen gefasst: Die Einstellung des Fotografen lässt sich aus jedem Bild herauslesen; die Einstellung der Kamera ist lediglich eine technische Frage…