maiersinbontoc


Hinterlasse einen Kommentar

Einstellungen

05.03.2017Einstellungen.JPG

Immer wieder begleitet uns die Frage, welche Einstellung wir wählen. Setzen wir alles ins Bild oder gehen wir gerade ins Detail? Ganz praktisch sind wir diesen Fragen bei einem Fotoworkshop nachgegangen. Die AGEH hat uns ein Training zum Visual Story Telling ermöglicht und inspiriert hat uns Lester vom Habi Collective (das Team vom Dokumentarfilm Walang rape sa Bontok). Denn nicht nur in diesem Blog gibt es Bilder, die eine Geschichte erzählen, sondern auch in den Veranstaltungsflyern, Projekt-Anträgen und Berichten. Wie kann ein Bild eine Geschichte erzählen und so den abgebildeten Menschen und dem eigenen Anliegen oder den Interessen von Geldgebern gerecht werden? Was ist im Rahmen und was nicht mehr? An welchen Richtlinen orientieren wir uns? Wo wird der Fokus gesetzt und wie bewegt darf es sein? Was macht ein Bild wertvoll und hat dafür jemand einen Preis zu zahlen?

Lester hat es zum Abschluss quasi in einen Satz zusammen gefasst: Die Einstellung des Fotografen lässt sich aus jedem Bild herauslesen; die Einstellung der Kamera ist lediglich eine technische Frage…


Hinterlasse einen Kommentar

Suchbild

11.04.2015SuchbildDieser blog heißt zwar: Maiers in Bontoc – aber uns muss man gerade eher in Bontoc suchen oder mit viel Glück antreffen. Wir Erwachsenen geben uns im Büro und daheim die Klinke in die Hand und die Kinder haben im Oktober die Schule nicht wirklich von innen gesehen und der November gestaltet sich ähnlich.

Kurz: Nach dem AGEH Fachkräftetreffen im Typhoon stecken geblieben und kaum Zuhause, ist Nicola zu einem International Summit on Apprechiative Inquiry nach Manila und kaum hat sie die Kinder wieder in Bontoc übernommen, ist Christian nach Bukal ng Tipan nach Manila. Dort werden die Kinder am Wochenende übergeben, damit Nicola wiederum zur Fortbildung ins SAIDI gehen kann. Die Mädels laufen dann in Bukal mit und fahren später mit Nicola heim, damit Christian noch mit den Kollegen zum National BEC Exchange in Manila gehen kann. Das Wochenende drauf sind wir dann mal im Vikariat und das Wochenende darauf im Teng-Ab und dann – ist Dezember und Nicola fährt wieder nach Manila und dann – planen wir fürs neue Jahr mal keine Fortbildung ein, weil dann waren wir genug fort und bilden uns einfach vor Ort weiter…

Das Chocolate House sehen wir nur zum Kleider umpacken und in der Schule schauen wir vorbei, um unseren Beitrag zum Og-Ogfo (Nachbarschaftshilfe Projekt) in einem Umschlag abzugeben oder eben die Kinder vom Unterricht abzumelden. Die Schule hatte über Allerheiligen zwar auch zu, aber genau an den falschen Tagen und so sind wir quasi auf home schooling umgestiegen: Die Mädels lernen gerade aus deutschen Schulbüchern – das hilft nicht viel für die Fächer und Prüfungen hier, aber macht langfristig auch Sinn.

Die Nachbarschaft vermisst auch schon die Mädels. Bis vor wenigen Tagen mussten wir unsere Mädels ums Haus nicht lange suchen. Ein Blick in den Guavabusch hat gereicht und ziemlich treffsicher konnten wir dort die Mädels zwischen den Ästen hängend entdecken. Weil unser Kinderhütedienst gerade nicht auftaucht, sucht man die Mädels gerade besser in Teng-Ab. – Fotos dazu folgen…


Hinterlasse einen Kommentar

Typhoon Lando

10.18.2015TyphoonLandoklein

Es stürmt und regnet! Wir sind gerade auf der Heimreise nach dem AGEH Asien-Fachkräfte-Treffen in Bali und ein Ankommen ist noch nicht in Sicht. Der Typhoon Lando macht gerade unserem Heimweg zur scheinbar „never ending story“ und es ist auch nicht mehr lustig…

Am Samstag haben wir gegen 10 Uhr frühs den Tagungsort verlassen. Der erste Flieger hatte schon Verspätung und so mussten wir auch nicht lange auf den Anschlussflug warten. In Manila hatte es abends um 21 Uhr schon Sturmwarnung und Signal #1 (die niedrigste Warnstufe). Der Kapitän ließ verlauten: „In wenigen Minuten setzen wir zur Landung an; falls es zu einer Evakuierung kommt, sollen alle Habseligkeiten vernachlässigt und nur den weiteren Anweisungen Folge geleistet werden.“ – Das haben wir so auch zum ersten Mal und hoffentlich letzten Mal gehört – verlief aber alles glimpflich. Das weitere Prozedere ist uns vertraut: Das Einreiseprozedere und dann als Letzte die Rucksäcke vom Band holen. Rein ins Taxi und zum Busbahnhof. Dort in den noch wartenden Überlandbus (los gings um 22:30 Uhr) und versuchen die Nachfahrt zu verschlafen. Bis dann auf dem letzten Stück immer wieder Baumschäden die Straße versperrt haben. Baguio hatte nämlich schon Sturmwarnung und Signal #2. Weil sich alles verzögerte, konnten wir in der Morgendämmerung auch gleich zum nächsten Busbahnhof und dort erstmal frühstücken. Glücklich haben wir um kurz nach 6 Uhr vier Tickets gekauft, die wir allerdings kurze Zeit später wieder zurück gegeben haben: „Sorry, mein Chef hat soeben alle Busse für den Tag gestrichen.“ Also haben wir unser Gepäck erstmal in einem Hotel abgestellt und haben den Kindern etwas Auslauf in einem Einkaufszentrum verschafft. Über Nacht hat die Regenintensität dann etwas zugenommen und die Sturmstärke ebenfalls. Da es in den Morgenstunden den Regen durch das geschlossene und leider etwas undichte Fenster in unser Zimmer gedrückt hat, sind wir innerhalb des Hotels nochmal umgezogen, denn in Baguio ist die Sturmwarnung von #3 auf #2 erst langsam im Laufe des Tages runtergestuft worden. Das Schild, das wir beim Frühstück noch schaukeln gesehen haben, ist bis zum Mittag halb heruntergefallen, die Fensterscheiben am Haus gegenüber hat der Wind zerschlagen, Hausverkleidungen liegen auf dem Gehweg, Bäume und Grünzeug liegen am Straßenrand… Mittlerweile unzählige SMS geschrieben und empfangen: Die einen sind verschont geblieben, die Nächsten sind samt Haus baden gegangen, andere stecken in einem Erdrutsch nach dem anderen, die Nächsten schaffen eine Halbtagestour doch noch bis zum Abend… Wir haben einen zweiten Tag in einem Einkaufszentrum verbracht (dort werden mittlerweile Aufwischer auf allen Ebenen und im Dauereinsatz beschäftigt – siehe Foto oben) und hoffen, dass morgen wieder ein Bus nach Hause fährt und wir unsere Heimfahrt vielleicht nach mehr als 72 Stunden beenden können – denn in Bontoc hat es nur etwas Nebel gehabt und es ist trocken, leider sind wir in Baguio stecken geblieben…


Hinterlasse einen Kommentar

von wegen

04.26.2015vonwegenDa wir unseren Einsatz mit COMUNDO in der personellen Entwicklungszusammenarbeit bis April 2017 verlängern, ist jetzt eine Deutschlandreise vorgesehen. Wir kommen zum 1. Mai in Deutschland an, verbringen Zeit mit Familie und Freunden, versuchen aber auch die Netzwerke des Apostolischen Vikariates zu stärken.

von wegen“ unter diesem Motto steht das diesjährige Eine Welt Camp vom 14.-17. Mai auf dem Kloster Jakobsberg – dort werden wir mit der Familie teilnehmen und können von unseren und den Wegen ethnischer Minderheiten in der Cordillera berichten.

Ehemaligen Treffen“ sind in den Philippinen sehr beliebt – wir werden nun auch zu unserem ersten Ehemaligentreffen am 30. Mai an die Katholische Stiftungsfachhochschule nach Benediktbeuern gehen. Wir sind schon sehr gespannt, was und wer uns noch nach so vielen Jahren bekannt ist und was sich so verändert hat.

Gipfel der Alternativen“ findet in München vom 3. – 4. Juni statt. Dort werden wir uns informieren und vielleichte die Erfahrungen der Menschen in der Cordillera mit den Erfahrungen anderer in Verbindung bringen.

Zu diesen Veranstaltungen kann man sich noch anmelden – und der Bonus wäre, dass wir ins Gespräch kommen könnten!

Ach ja, dieses Schuh-Rätsel beschäftigt uns gerade:

Debora: Ich brauche keine Schuhe! (Anmerkung der Eltern: dieser Fakt hat sie schon mehrere paar Schuhe vergessen lassen: das Meer hat sie verschluckt, im Bus sind sie weiter gefahren, auf dem Spielplatz haben sie Besitzer gewechselt…)

Tabea: Ich brauche auch gute Schuhe für meine Kleider! (Anmerkung der Eltern: wir treffen besser keine Vorhersagen, wo uns das in der Pubertät noch hinführt…)

Salome: Aber keine geschlossenen Schuhe! (Anmerkung der Eltern: wir setzen auf Erfahrungslernen und hoffen dass die Temperaturen sie eines Besseren belehren…)

Christian: Ich habe genug Socken, aber keine Alltagsschuhe! (die Temperaturen und der Staub machen dem festen Schuhwerk hier zu schaffen und so sind uns [fast] alle festen Schuhe in den letzten zwei Jahren kaputt gegangen…)

Nicola: Eigentlich sind alle mit neuen Flip-Flops für Bontoc bestens ausgestattet, aber was soll jetzt in den Rucksack für Deutschland?!?


Hinterlasse einen Kommentar

Krankenbesuch

02.04.2015Krankenbesuch(Die zwei Kleinen sitzen auf einem „Begleiterbett“, das genau so unbequem ist wie es aussieht.)

So sieht das aus, wenn die zwei Kleinen ihrer großen Schwester einen Krankenbesuch abstatten. Tabea haben wir vergangenen Sonntag gleich aus unterschiedlichen Gründen im Bontoc General Hospital einquartiert. Und weil Christian mit unserer Kollegin Magda unterwegs war, ist Nicola auch gleich mit Salome und Debora zu Tabea in ein Privatzimmer gezogen. Denn unser Kindermädchen ist auch aus dem Urlaub noch nicht zurück. Weil die Einweisung schon aufregend war, wollten wir die Kleinen nicht bei Nachbarn abgeben, sondern sie sind einfach mitgekommen – und das wurde toleriert. Was allerdings auch etwas belastend für alle war, beispielsweise die Schlafsituation bzw. das ständige aufgeweckt werden dank regelmäßigem Fiebermessen, Schichtwechsel und dergleichen. Seit Montag ist Christian zurück in Bontoc und wir Eltern wechseln uns am Krankenbett ab – jetzt sind die kleinen Schwestern nur noch zu Gast im Krankenhaus und Tabea hofft auch darauf, bald wieder im eigenen Bett zu Hause schlafen zu dürfen.

Wir betreten das Bontoc General Hospital immer mit etwas gemischten Gefühlen. Wir sind froh, dass wir in einem Ort mit Krankenhaus leben und dort zu jeder Tages- und Nachtzeit auch aufgenommen werden. Allerdings kommen die Ärzte und das Labor dort auch oft an ihre Grenzen. Das hatte uns im vergangenen Jahr veranlasst mit Debora ein Krankenhaus in Baguio aufzusuchen. In Tabea’s Fall konnten alle Diagnosen und Behandlungen hier in Bontoc stattfinden.

Für einen Aufenthalt in einem Provinzkrankenhaus sollte folgendes im Gepäck sein: Handy mit load und Ladegerät inkl. Adapter, Toilettenpapier, Besteck, Trinkbecher und Trinkwasser, Decken und Kissen für Begleitperson – und ohne diese Begleitperson ist man ohnehin völlig aufgeschmissen.

Ein solcher Aufenthalt in einem Provinzkrankenhaus löst unterschiedliches aus – bei uns, den Menschen um uns herum und bei Institutionen wie unserer Versicherung in Deutschland.

Nachbarn und Kolleginnen haben uns auch Krankenbesuche abgestattet und da haben wir erstaunte Kommentare geerntet: „Dass ihr mit euerm Kind hier ins Krankenhaus geht?“ Die Vorzüge liegen für uns auf der Hand: Wir sind als Familie zusammen und können uns am Krankenbett abwechseln bzw. daheim schlafen. Die Ärzte hier haben die gleiche Ausbildung wie die in der Stadt und Erfahrung mit all den Krankheiten, die es hier im Alltag so gibt. Und die Schwestern und Pfleger sind auch hier alle hilfsbereit und nett und zuverlässig – so ist unser Eindruck. Kolleginnen und Nachbarn kommen zu Besuch und können auch mal aufpassen – das ist nicht zu unterschätzen! (Wobei wir erst jetzt festgestellt haben, dass wir von keinem unserer Nachbarn eine Handynummer haben; die rufen wir alle von der Veranda aus oder wir schicken die Kinder hin oder gehen gerade selber vorbei – es funktioniert aber auch die Mund zu Mund Propaganda in Krisen-Fällen sehr gut ohne uns…)

Eine eindrückliche Beobachtung: Wir haben die Möglichkeit in einem Privatzimmer untergebracht zu werden – viele andere Familien bringen ihre Kinder in Mehrbettzimmern unter und da geht es nochmal ganz anders zu. Wir gehen daran mehrmals täglich vorbei: Wir sehen, wie die Familienangehörigen sich um die Betten der Kinder versammeln und können uns nicht so recht vorstellen, wie die Kinder dabei genesen. Der Austausch der Eltern ist dabei sicherlich auch nicht zu unterschätzen. Aber da ticken wir eher anders und schätzen Privatsphäre und eine Tür, die man zumachen kann.

Nach einem emergency im letzten Jahr wissen wir auch so in etwa um die Beschränkungen unseres Krankenhauses; das lässt sich nur manchmal schlecht einer deutschen Versicherung erklären. „Nein, eine Telefonleitung, die funktioniert, hat unser Krankenhaus nicht.“ oder „Nein, das Finanzielle wird sich nicht über Internetbanking regeln lassen; das machen wir hier in cash.“ oder „Sie können die E-Mailadresse des Krankenhauses anmailen, aber wenn sie die Laborwerte haben wollen, kopieren wir sie wohl besser…“ Und das alles nicht, weil die Leute hier unkooperativ sind – das alles, weil hier immer persönlich mit Leuten gesprochen und ausgetauscht wird inkl. der Laborwerte oder Geld. Und auch wenn wir alle Teil einer globalisierten Welt sind, ist dieser Teil eben nicht an Telefonlandleitungen verlässlich angeschlossen und das Internet inklusive E-Mail hat hier auch noch keinen Durchbruch erlebt, sondern da erleben wir regelmäßig eher (Verbindungs-)Abbrüche.

Manchmal laufen wir etwas Gefahr vielem mit „Das ist hier eben so“ zu begegnen. Da sind wir gerade in diesen Tagen froh, eine deutsche Versicherung mit all ihrer Genauigkeit im Rücken zu haben. Die lassen einfach nicht nach, Gegebenheiten in Frage zu stellen, nach möglichen Kommunikationswegen zu forschen und diese dann auch regelmäßig zu nutzen und um unseres Willens unbequem zu sein. Wir hätten aufgrund unseres medizinischen Unwissens und aufgrund unseres zeitweise kulturellem Angepasstsein („jemand der besser Bescheid wissen müsste, wird nicht in Frage gestellt“) sicherlich viele Fragen oder Anregungen nicht geäußert. Da sind wir echt froh, dass die AGEH uns mit so einer guten Versicherung versorgt hat.


Hinterlasse einen Kommentar

emergency

10.08.2014emergencyFür einen Notfall gibt es in Deutschland einen Notfallplan – beispielsweise so klar und einfach wie bei der Deutschen Bahn dargestellt. Auch hier in den Philippinen erleben wir Notfälle und dafür haben auch wir Vorgehensweisen, Regelungen und Handlungsideen in Plänen gesammelt. So etwas heißt dann Local Security Plan (LSP). Und weil es Mühe macht, einen solchen Plan zu erstellen und auf dem aktuellen Stand zu halten, war für uns die Auseinandersetzung damit recht einprägend und wir wissen was im Notfall zu tun ist.

Ein solcher Notfall ist dann diese Woche eingetreten – Nicola musste schnell ins Krankenhaus. Wir gehen jetzt mal nicht in die Details dazu, aber wer Interesse hat kann persönlich nachfragen. Wir wollen aber unsere Erahrungen mit Notfallsituationen teilen.

Netzwerk: es ist gut das Netzwerk, sprich die Kolleginnen, auch über den eigenen Gesundheitsstand auf dem Laufenden zu halten, dann sind auch sie auf eventuelle Notfälle gefasst und können unterstützen.

Notfallbegleiter: es ist ein Segen als Paar im Einsatz zu sein, weil einer für den anderen die Rahmendaten, Versicherung und Finanzen klären kann. Hier braucht es im Krankenhaus auch jemanden an der Seite, der mit den Schwestern, Ärzten oder der Verwaltung kommunizieren kann. An den Betten gibt es keinen Rufknopf, im Zimmer kein Telefon. Es geht alles über persönlichen Kontakt. Für diese Situation brauchen Allein-Einsatzleistende bzw. Allein-Reisende sicherlich eine Idee und Kontakte, wie sie damit umgehen wollen.

Infrastruktur: wir wissen in welchem Fall wir wie lange wohin brauchen.

Für eine vorausplanende Beratung nehmen wir das Internet und Berater in Deutschland in Anspruch.

Für eine schnelle Beratung nehmen wir das handy und die Notfallnummer der AGEH in Anspruch.

Für eine geplante Untersuchung fahren wir mit dem Bus 5 Stunden nach Baguio oder 12 Sunden nach Manila.

Für einen schnellen Eingriff gehen wir in 10 Minuten runter ins Krankenhaus und weisen uns dort ambulant oder eben stationär ein.

Unser Krankenhaus ist sehr einfach – manche Einrichtungsgegenstände hätten woanders eher einen Museumscharakter. Das macht die Entscheidung, schnell mal ins Krankenhaus zu gehen, nicht leichter und der Gedanke „Muss das jetzt wirklich sein?“ ist sehr stark. Auch uns fällt es manchmal schwer, das einfache Krankenhaus im Notfall anzunehmen, aber wir vertrauen den Ärzten und Schwestern, dass sie alles in ihre Macht stehende tun. Und sie tun es gewissenhaft und ordentlich unter einfachsten Gegebenheiten – das ist zumindest mal unsere Erfahrung.

Blutgruppe: es ist gut, wenn man seine Blutgruppe im besagten LSP hat, noch besser wenn man sie auch im Geldbeutel / in der Tasche mit dabei hat (im Notfall fällt sie einem schlicht nicht ein – und die Labore hier arbeiten nicht rund um die Uhr, dass man die auf die Schnelle mal ermittelt bekommt)

Kinder: Gäste sind ein Segen, vor allem wenn sie im Haus untergebracht sind und dann einfach die Kinder hüten, wenn man verhindert ist. Im Alltag sind mehrere Vertrauenspersonen wichtig, die schnell erreichbar sind und die Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit übernehmen.

Versicherung: wir sind der AGEH dankbar für die super Versicherung, die sie für uns abgeschlossen hat. Es ist eine 24 Stunden Nummer, wo erfahrene Menschen am anderen Ende der Leitung sitzen. Sie tun ihnen alles Mögliche, um mit dem Krankenhaus in Kontakt zu treten: versuchen es über Telefon- und Fax-Nummern oder E-mail. Aber unser kleines Krankenhaus in Bontoc ist am Besten persönlich zu kontaktieren. Also haben wir unser handy hin und her getragen, um Menschen ins Gespräch zu bringen. Und weil sie sonst nie mit internationalen Versicherungen zu tun haben, sind wir dann so verblieben, dass wir die Rechnung erstmal bar bezahlen. Damit man mal eine Größenordnung hat: eine Nacht im Privatzimmer inkl. aller Arzt- und Behandlungskosten beträgt etwa 125 Euro oder 8.000 Peso (das ist ein Montatslohn unserer Kollegin). Also genügend Bargeld bzw. die Geldkarte mitnehmen!

Beratung: die Ärzte und Schwestern sprechen in den kleinen Krankenhäusern vor allem ihre Muttersprache mit den Patienten und gelegentlich eben englisch mit Menschen wie uns, welche die Lokalsprache (gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht) nicht ausreichend beherrschen. Da fällt dann die Beratung entsprechend knapp aus. Über unsere Versicherung rufen uns automatisch Fachärzte aus Deutschland an, die uns in unserer Muttersprache beratend und aufklärend zur Seite stehen. Das ist der beste Service überhaupt, weil wir dadurch erst die Notwendigkeit der verschiedenen Medikamente und deren Nebenwirkungen verstanden haben.

Information: im Notfall sind wir erstmal mit uns beschäftigt und es tut uns leid, wenn Menschen, die uns sehr nahe stehen auch über die Ereignisse der letzten Tage auf diesem Weg davon erfahren. Jetzt haben wir aber wieder die Zeit und den Kopf frei, um mehr via skype zu erzählen….

Fazit: auch wir müssen hier mit Notfällen einen Umgang finden. Es ist gut mit Vertrauenspersonen vor Ort im Austausch zu stehen, begleitet zu sein und Unterstützung zu bekommen. Wichtig ist eine gute Versicherung, die alle Kosten deckt und darüber hinaus beraten kann.

Ach ja, Nicola geht es gesundheitlich wieder gut und wir hoffen, dass wir erstmal von weiteren Notfällen verschont bleiben.


Hinterlasse einen Kommentar

AGEH Fachkräfte-Portrait

07.15.2014AGEHFachkräfteportraitWir sind hier in der Cordillera, weil das Apostolische Vikariat Bontoc Lagawe um Unterstützung gebeten hat. Und ihr langjähriger Partner BMI hat über die AGEH uns rekrutiert. Somit sind wir eben auch Fachkräfte der AGEH, die nun von Nicola ein Portrait veröffentlicht hat.

Nix Neues, wer diesen blog kennt, aber schon auch interessant, wo wir so im Netz auftauchen und wie mit und über uns berichtet wird. Mehr dazu findet sich unter der Rubrik Rundbriefe auf diesem blog.

P.S. Mehr zu Kathy Tapyogan auf diesem Foto findet sich im besagten Bericht.