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befähigend [Gott]

Die Familienpastoral im Vikariat macht Eltern Mut mit Kindern über „Gott und die Welt“ ins Gespräch zu kommen – für manche Familien ist eine Kinderbibel von den „story-boox“ hilfreich. Eine kindgerechte digitale Variante hat Kirche in Not in viele Sprachen übersetzt und Erwachsenen empfehlen wir das „Original„.

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befähigend– arbeiten wir im Vikariat Bontoc-Lagawe und mehr zu den Ansätzen unserer Bildungsarbeit findet sich im aktuellen Rundbrief Nr. 6. Weitere Bücher und Autoren stellen wir im Juni auf diesem blog vor.


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tongtongtongan

06.11.2014parishtongtongan1In den Gemeinden ist Gesprächsbedarf. Und wenn eine Missionsstation Vertreter aus allen BECs zum Austausch einlädt, dann heißt das Tongtongan und wenn denn die Menschen ganz viel im Gespräch sind werden einfach die Silben beliebig oft verdoppelt also tontongtongan…

Vergangenes Wochenende waren wir also in der Missionsstation in Kilong. Einer unserer ältesten Kirchorte, wo im Oktober diesen Jahres noch 100jähriges Bestehen gefeiert werden soll. Kilong ist einer unserer anspruchsvollsten Orte: es ist Diaspora in einem stark anglikanisch geprägten Raum. Kleinere BECs sind im Aufbau und so wurde in Baang vor ein paar Monaten eine kleine Kapelle eingeweiht. In Sagada wird ebenfalls eine kleine Kirche gebaut, damit die vielen katholischen Touristen auch zukünftig eine Anlaufstelle haben. Neben dem Aufschwung gibt es aber auch ein paar Herausforderungen: in Sagada liegen Bodenschätze und die gilt es im Einklang mit den Rechten der indigenen Bevölkerung abzubauen. Der Sagada Friedensvertrag wird immer wieder von der NPA oder dem Militär untergraben.

06.11.2014parishtongtongan2Christian hat die Zusammenarbeit der Verantwortlichen aus den Gemeinden gestärkt. Weil uns manchmal buchstäblich die Worte bei Seminaren an der Basis fehlen, setzen wir vor allem auf Erfahrungslernen. Kooperative Übungen sind der Einstieg, um partnerschaftliche Zusammenarbeit, Kommunikation, die eigene Selbstverpflichtung und andere Themen anzustoßen.

06.11.2014parishtongtonganKilong3Die Konzentration bei solchen Übungen ist etwa genaus groß wie der Spaßfaktor. Und in Kilong war es besonders nett, dass auch die Kinder aus der Nachbarschaft ein großes Interesse an diesen Arbeitsformen hatten. Es mag vielleicht so aussehen, als ob diese BEC einfach nur einen Bambusstab auf den Boden ablegt – das ist in der Tat nicht ganz so einfach. Ähnlich herausfordernd, wie die Anliegen der Missionsstation gemeinsam runter zu den BECs zu tragen: sind noch alle in Kontakt, geht es gemeinsam nach unten, wer ist dabei sich auszuklinken, wer gibt den Ton an…


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dialogisch [P. Freire]

„Dialog, so wichtig wie Kommunikation, muss Grundlage jeder Kooperation sein. Die Theorie der dialogischen Aktion hat keinen Raum für eine Eroberung des Volkes im Namen der revolutionären Sache, sondern nur dafür, seine Nähe zu gewinnen. Dialog nötigt nicht auf, Dialog manipuliert nicht, Dialog domestiziert nicht, Dialog „sloganisiert“ nicht. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass die Theorie der dialogischen Aktion nirgendwohin führt, es ist damit auch nicht gesagt, daß der dialogische Mensch keine klare Vorstellung von dem hat, was er will, oder von den Zielen, denen er verpflichtet ist.“ [P. Freire, Pädagogik der Unterdrückten, p. 143]

Ein Zitat von einem anderen Kontinet und aus einer anderen Zeit – und für uns passt es hier und heute.

dialogisch– arbeiten wir im Vikariat Bontoc-Lagawe und mehr zu den Ansätzen unserer Bildungsarbeit findet sich im aktuellen Rundbrief Nr. 6. Weitere Bücher und Autoren stellen wir im Juni auf diesem blog vor.


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[15]Kirchen(t)räume

15Kirchen(t)räumeWährend die einen von einer lebendigen Kirche träumen bespielen andere Kirchenräume, um eben solche zu bauen. In den letzten Monaten hatten wir mit beidem zu tun. Hier auf dem Bild sieht man Fr. Sammmy aus Sabangan. Seine Leidenschaft ist die Musik und das in und außerhalb von Kirche. Wenn wir mit dem Van nach Banaue fahren sagt manchmal unsere Kollegin: die Musik die jetzt läuft ist von Fr. Sammy. Und in Lagawe stand er letzens auf der Bühne bei einem Benefiz-Konzert. Mit ihm zusammen ein paar andere Pfarrer, ein Schulchor, der Chor von der Uni, ein Mädchen mit ihrer Gitarre aus der Gemeinde in Hungduan – und wir. Ein Zeichen: wir alle teilen einen Kirchentraum und wir alle haben einen Beitrag für Kirchenräume. Der Erlös von solchen gemeinsamen Aktionen wir dann für das Fertigstellen von Kirchenräumen genommen, um den Kirchentraum einer BEC zu erfüllen. Wer sich zum Sonntagsgottesdienst in eine Schulbank questscht will irgendwann in einem Raum Gottesdienst feiern, der entsprechende Atmosphäre hat. Und beim Bauen von Kirchen geht es nicht nur um den Raum sondern um das gemeinsame Zusammentun von Menschen. Klar, wird das auch begleitet von einem Antrag an einen größeren Geldgeber, aber es braucht auch immer noch das Engagement vor Ort, die konkrete bauliche Mithilfe und wenn dann der Raum fertig ist, gilt es diesen zu füllen: mit Menschen, Aktivitäten, Musik… und auch dafür hat Fr. Sammy einen Beitrag: sein neues Liederbuch mit Liedern in Englisch, Tagalog, Ilocano und div. Cordellera Sprachen. Alles Druckfrisch und es wird bald in den Gemeinden gesungen.


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[8] Adventskranz

08AdventskranzNein, unser Adventskranz ist nicht baden gegangen – wir mussten ihn auch nicht löschen. Was verbindet nun den Adventskranz mit diesem Foto?

Es ist ein Schnappschuss aus Hapao – dort arbeiten wir öfter mit Familien zu den family cross roads. Und in Hapao gibt es heiße Quellen. Dort liebe es unsere Kinder mit den anderen Kindern zu baden. Sie tauchen dann völlig ab und ein: in Unterhose oder T-shirt – so wie es die anderen eben auch tun. Wenn unsere Mädels mal aufgetaut sind, haben sie keine Berührungsängste und sind ganz nah dran.

Da haben unsere Kinder uns etwas voraus – das fehlt uns manchmal als Erwachsene in einer Welt von Erwachsenen. Wir tun uns schwerer eine gemeinsame Sprache zu finden, in Kontakt zu kommen oder uns ganz einzulassen.

Wenn wir mit Familien in Hapao arbeiten sprechen wir auch immer wieder über unsere Traditionen und wie wir ihnen Ausdruck im Alltag verleihen. Wie wir mit unseren Kindern darüber sprechen können. Rituale und Traditionen sind ihnen wie uns wichtig. Da fällt ihnen der gemeinsame Rosenkranz im Oktober ein und uns das Singen um den Adventskranz im Dezember…


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WARAT BOLO SIPAT PANGAT

09.12.2013BoloStatt einer Friedenspfeife gibt es hier einen WARAT (ein Geschenkt) in diesem Fall ein BOLO (Messer oder besser gesagt Machete), dass sich Konfliktparteien überreichen um Frieden zu schließen. Ein solcher Friedensvertrag heißt dann SIPAT.

Und diese Vokabeln kommen nicht aus unserem Ilokano Unterricht, sondern aus der Wochenzeitung: Mountain Province Exponent. Dort konnten wir am 8. September lesen, dass die Menschen der etnischen Minderheit Saclit (Sadanga / Mountain Province) mit der ethnischen Minderheit Mabongtot (Lubuangan / Kalinga Province) Frieden geschlossen haben. Hintergrund war ein Streit zwischen zwei Männern, der für den einen tötlich endete – eben durch ein BOLO.

Da ein solcher Konflikt dann nicht nur zwischen den zwei Familien und staatlichen Behörden bereinigt wird, gibt es Verhandlungen und Vereinbarungen zwischen den zwei Volksgruppen. Die PANGATs, also die alten Frauen und Männer oder auch Führungspersönlichkeiten in den Gemeinden setzen sich zusammen, hören viel zu und beraten. Klar ist: die eine Familie braucht Entschädigung und dafür muss die andere Familie eben finanziell aufkommen. Dann wird vereinbart, dass eine friedliche und harmonische Beziehung zwischen den Volksgruppen wichtig ist und durch den Austausch von einem WARAT deutlich gemacht werden soll. Das BOLO hat zum Tod eines Mannes geführt, der Austausch von zwei BOLOs soll nun den Frieden zwischen den zwei Volksgruppen sicher stellen.

Auf dem Bild ist unser BOLO zu sehen, das hier bei der Gartenarbeit dienlich ist, es ist quasi ein Schweizer Taschenmesser nur eben größer aber trotzdem immer mit dabei. Also nicht in unseren Taschen, aber wenn die Männer hier aufs Feld, in den Wald oder auf den Markt gehen, haben sie das Messer in einer Holzscheide um die Schulter hängen…


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ManangAding

07.26.2013ManangAdingTabea ist Manang, Salome ist zu Tabea Ading und zu Debora Manang und Debora ist zu ihren beiden Schwestern Ading. Hier ist es wichtig zu wissen, wer Manang und Ading ist, denn damit hängen verschiedene Rollen und Aufgaben zusammen. Von einer Manang wird erwartet, dass sie auf ihre jüngeren Geschwister aufpasst und die Ading haben auf ihre Manang zu hören. Und das sind soziale Spielregeln nicht nur für die Kleinen. Dieses Prinzip zieht sich bis zu den Erwachsenen hin durch. So werden wir auch immer wieder nach unserem Alter gefragt, damit andere einfach einordnen können, ob wir nun Manang (älter und weiblich)/ Manong (älter und männlich) oder Ading (jünger weiblich oder männlich) sind.

07.26.2013ManongWer keinen Manong hat, adoptiert für einen Nachmittag lang einfach einen älternen großen Bruder in einer Missionsstation – so wie hier unsere Mädels in Kayan…

Und wenn man erwachsen ist, wird es noch ein bisschen komplizierter, weil es dann auch noch Aunty und Uncle gibt. Und dann stellt sich die Frage: wen spricht man wann mit welchem Zusatz an? Und mit welchen Zusatz will man selber angesprochen werden.

Unsere Mädels rufen uns Mama und Papa – neuerdings rufen uns so auch die Kinder aus der Nachbarschaft. In Bontoc sind Nachbarn eher Aunty oder Uncle, aber das konnten wir den Kindern in upper Bogbogan noch nicht vermitteln.

Da gibt es Aunty Gloria (unsere Kinderfrau) oder Uncle Robert (unser Nachbar die Treppen runter), aber auch Manang Lilian (unsere Nachbarin die Treppen rauf) oder Manang Tessi (Köchin im Teng Ab)…

Und dann können wir uns auch nicht immer alle Namen merken. Aber das ist hier normal, denn unsere Nachbarn kennen auch nicht die Namen von allen und dann sagt man einfach Manang oder Ading mit einer kleinen Erklärung…