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Mindanao

05.23.3017mindanao

Wir denken gerade viel an unsere Freunde in Davao, Cagayan de Oro, Malaybalay… und sind besorgt wegen des verhängten Kriegsrechts über die ganze Region. Vor ein paar Wochen waren wir dort zu Gast und haben gespürt wie es ist, wenn die Natur die Erde zum Beben bringt. Jetzt wird eine Stadt scheinbar dem Erdboden gleich gemacht – aber aus Menschenhand.
Für uns ist Marawi keine No-Name-Stadt; wir durften dort Menschen kennen lernen, die Friedensstifter und Dialogpartner sind. Priester der Katholischen Kirche sind seit vielen Jahren mit Muslimen in ARMM (Autonomous Region Muslim Mindanao) im Dialog und es haben Begegnungen und vertrauesvolle gegenseitige Besuche stattgefunden. Fr. Chito ist mit einer kleinen Delegation muslimischer Dialogpartner zu Feierlichkeiten von einem gemeinsamen Freund in die Diözese Bukidnon gekommen. Wir hatten interessante Gespräche, haben viel erzählt und gemeinsam gelacht. Daran haben wir uns in den vergangenen Wochen immer wieder gerne erinnert.
Heute Morgen wurde Fr. Chito mit weiteren Gemeindemitgliedern vom Gelände der Kathedrale in Marawi entführt. Die Situation scheint zu eskalieren und wir sind besorgt um die Menschen, die sich leidenschaftlich für den Frieden zwischen den Menschen verschiedener Religionen engagieren und nun zwischen die Fronten geraten.

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Pfarrhausfamilien

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In vielen Pfarrhäusern finden Kinder aus der Cordillera ein zweites Zuhause. Ihre Familie lebt in abgelegenen Dörfern oder sie haben so viele Geschwister, dass sich ihre Eltern ein weiteres Schulkind in einem Wohnheim nicht leisten können oder es gibt Konflikte daheim und das Pfarrhaus wird zum: home away from home…

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Für manche ist das Pfarrhaus eine Bereicherung und für andere eine ganz schöne Herausforderung – das wurde am vergangenen Wochenende im Teng-Ab deutlich. Family&Life wurde gefragt, ob wir nicht mit den Jugendlichen arbeiten können und das haben wir dann gemacht – ein spezielles Familienwochenende, auch für unsere Kinder.

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Und schon am ersten Abend wurde klar, dass der „turning point“ dann einsetzt, wenn Teamwork beginnt. Und dass die Jugendlichen sehr unterschiedlich in den Pfarrhäusern auf Teamgeist getrimmt sind, wurde auch bald deutlich.

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Weil sich die Jungs (wie erwartet) schwer taten mit den Austauschrunden, gab es auch eine Einheit nur für die Jungs. Und auch in der Mädchenrunde musste jemand ganz dringend mal woandershin… Von sich selber mitteilen und das in einer Kleingruppe war für einige ganz neu und eine richtige Herausforderung – das hat Tags drauf auch nochmal der Bischof festgestellt, der eigentlich nur mal schnell in der Runde nachfragen wollte wie es war und wie es so in den Pfarrhäusern läuft. Alle sehr interessiert; aber die Jugendlichen waren selbst nach den zwei Tagen Vorlauf völlig überfordert (was uns jetzt auch nicht sooo überraschte).

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Damit es zu Hause ausgewogen zugeht, haben die Jugendlichen ihre Rechte und Pflichten in Balance gebracht. In den Pfarrhausfamilien würden die Einzelnen so manches gerne anders gewichten. „Ich brauche Zeit zum Spielen“ haben wir von einem jüngeren Convent-Boy gehört und vorab gab es schon Stimmen von Priestern: „Könnt ihr die Jungs nicht mal über ihre Pflichten besser aufklären?“. Eins wurde klar: Es braucht in den Pfarrhäusern mehr Austausch über die unterschiedlichen und manchmal auch sehr gegensätzlichen Bedürfnisse und den folgenden Missverständnissen.

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Weil wir selber in der Jugendarbeit groß geworden sind und auch jahrelang mit dabei waren durfte natürlich auch die sportliche Mittagspause nicht fehlten – und inkulturiert heißt das dann: Baskelball! Bei der Schlussauswertung und im Gespräch mit dem Bischof wurde immer wieder betont: „Basketball war super!“

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Magda war der Tagesausklang mit dem Taizegebet wichtig, wo all das Platz hatte, was sonst in der Pfarrhausfamilie kaum Raum bekommt. Und uns wurde deutlich: Eine solche Veranstaltung brauchen die Jungs und Mädels aus den Pfarrhäusern mindestens einmal im Jahr, um sich in einer größeren Gemeinschaft zu erleben, sich mit Jugendlichen in ähnlichen Situationen auszutauschen, um selber sprachfähig zu werden, um gemeinsam einfach Spiel, Spaß und Sport zu haben – Fortsetzung folgt!


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Forum zur Rehabilitation von Drogensüchtigen

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Verschiedene Steakholder aus Bontoc haben sich vor einer Woche zu einem Forum in Teng-Ab getroffen, um über ein Rehabilitationsprogramm für Drogensüchtige zu beraten. Mit dabei waren Mitarbeiter von Teng-Ab, die Polizei, das Militär, Sozialarbeiter, kirchliche Verbände (Couples for Christ) – insgesamt mehr als 40 Teilnehmer. Der Impuls wurde von einer Selbsthilfegruppe aus Baguio gesetzt, die sich im Rehabilitations-Bereich spezialisiert hat.

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Es war eine nicht nur informative sondern interaktive Veranstaltung, denn viele der Teilnehmer hatten bisher kaum Zugang zu dem Thema oder Kontakt mit Drogenabhängigen. Wohl gemerkt gibt es auch nicht viele in Bontoc, denn ein viel größeres Problem als Drogen (konkret heißt das Marihuana oder Shabu – Chrystal Meth) ist hier der Alkohol (da wären dann die Zahlen von Betroffenen auch viel höher).

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Bischof Val ist ein Mann der Tat (wir denken uns manchmal, er hätte auch gut Sozialarbeiter werden können) und so gab es am Nachmittag noch ein Treffen mit konkreten Absprachen: Von den 60 bekannten Drogenabhängigen aus Bontoc werden vermutlich 30 an einem Rehabilitationsprogramm in Teng-Ab teilnehmen. Die erste Woche wird das Team aus Baguio gestalten, dann folgen drei Wochen unter der Regie von den jeweiligen Stakeholdern. Wir sind gespannt – aber es soll im April schon los gehen. Also Fortsetzung folgt!

Noch als Hintergrund: In der vergangenen Woche wurde der Gesetzesvorschlag zur Wiedereinführung der Todesstrafe für Drogenabhängige und Drogendealern in eine weitere Entscheidungsrunde gehoben. Die Kirche spricht sich vermehrt und unüberhörbar für das Leben aus, aber die Politiker scheinen das nicht wahrzunehmen und überstimmen unglaublich hoch die Todesstrafengegner.


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Weltgebetstag

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Zum Weltgebetstag 2017 sind die Philippinen im Fokus. Seit einem halben Jahr erhalten wir regelmäßig Anfragen und durften so schon mehrmals unseren Beitrag auf unterschiedliche Weise leisten. So wünschen wir allen ökumenischen Gruppen einen intensiven Austausch, besonders der ökumenischen Frauenarbeitsgruppe Limburg / Frankfurt, den jungen Erwachsenen im Reliunterricht mit BDKJ und dem Mädchen- und Frauenreferat Limburg, dem Frauenkreis in Amendingen, der Gruppe in Bremen, den aktiven Frauen in und um Speyer, den Leserinnen vom Frauenforum und diversen Gemeinden in der Schweiz…

Wir durfte in den vergangenen vier Jahren mehrmals erleben, dass ein Hilfswerk oder eine Initiative ihren Fokus auf die Philippinen gelenkt hat (MISEREOR, MISSIO, die Sternsinger…) und jedes mal hat sich für einen gewisse Zeit die Kommunikation zu verschiedenen Freunden, Hauptamtlichen in der Pastoral, Lehrern und anderen Interessierten intensiviert. Das ist schon eine spezielle Erfahrung, denn so sind die Menschen und Projekte um uns herum auch immer ein bisschen mehr in die Aufmerksamkeit verschiedener Gruppen und Aktionen gerückt. Die Vielfalt an Themen wird in dem bunten Bild vom Weltgebetstag deutlich – die Menschen in den Reisterrassen sind da eben ein Thema. Und es ist gut, dass sie in diesem Jahr bei so vielen Menschen im Vorfeld im Blick waren und wir hoffen, dass sie bei vielen über diesen Tag hinaus auch im Gebet bleiben.

Und wir hoffen auch, dass es nicht nur Gebetsinitiativen für Menschen in den Philippinen sind, sondern eben auch mit den Menschen. Da waren wir letzten Oktober wohl auch eine Irritation in manchen Gruppen mit unserem Statement: Informiert nicht nur über die Menschen sondern bringt Menschen miteinander ins Gespräch. Schafft Raum zum Austausch und lasst die Menschen mit philippinischen Wurzeln im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitgestalten. Puh – da erinnern wir uns an so manche Widerstände und wir hoffen trotzdem, dass diese Weltgebetsinitiative nicht nur ein frommes oder interessiertes Beten für andere ist, sondern auch Beziehungen stiftet und ein miteinander Unterwegssein von ökumenischer Kirche vor Ort ist – oder dann eben wird!

Ach ja und jetzt noch zu der beliebten Frage: Wie wird denn der Weltgebetstag in den Philippinen mit dem Philippinen-Fokus begangen? Ähm – also bei uns gar nicht. Hier in den Bergen hat glaub ich noch kein Mensch von so etwas wie dem Weltgebetstag bzw. deren wechselnden Länderschwerpukten gehört. Aber die Menschen hier kommen auch zum Gebet zu vielen anderen Anlässen zusammen und nehmen nicht nur sich sondern immer wieder auch die Welt mit ins Gebet.


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Aktiver Gewaltfreier Widerstand

 

02-19-2017facebookDie katholische Kirche in den Philippinen positioniert sich beim WALK FOR LIFE klar: „we have to cultivate a culture of non-violent political action“. Am 18. Februar organisierten sich landesweit Katholiken zusammen mit den Ordensleuten, Priestern und Bischöfen. Mit dabei war unser Bischof Valentin Dimoc mit einer Delegation von „Knights of Columbus“ (Katholischer Männerverband) und den Ältesten aus Lagawe. Ihre Form von gewaltfreiem Widerstand war ein Ritual, gegen die Bestrebungen des Congresses die Todesstrafe wieder einzuführen. Das Foto oben wurde auf facebook dazu gepostet.

 

02.19.2017AVBL.jpgIn Manila war Bischof Val zusammen mit den Bischöfen auf der Straße, mit denen wir letzten Oktober für MISSIO in Deutschland unterwegs waren. So wurde bei MISSIO nicht nur Geschichte in Deutschland geschrieben, sondern Beziehungen haben sich durch das gemeinsam unterwegs sein gefestigt und bauen sich hier weiter aus – bzw. mobilisieren Menschen.

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Bischof Val war also mit Delegierten aus dem Vikariat Bontoc-Lagawe in Manila auf der Straße, um für das Leben zu maschieren. Und darüber gibt es unzählige facebook posts, social media Artikel (CBCP), Meldungen in den nationalen Medien (Philippine Sunday Inquire) und internationalen Nachrichten (Tagesschau). Die Kirche bezieht sichtlich und nachlesbar Stellung für das Leben. Für unseren Bischof übrigens nix Neues. Letztens wurde er über facebook international angefragt, was denn er jetzt hinsichtlich der killings und Todesstrafe mache. Und er antwortete kleinlaut: „Ich predige doch schon seit einem halben Jahr in meinen Gemeinden für das Leben und gegen das Töten – und das machen wir hier weiterhin.“ Vielleicht kann man da noch hinzufügen: jetzt etwas organisierter und unübersehbar. Allerdings ist das nur eine sichtbare Form des kirchlich organisierten gewaltfreien Widerstandes. Die Ordensoberen haben in den vergangenen Wochen alle Congressabgeordneten persönlich aufgesucht, um ihnen fernab der Medien und ganz persönlich ins Gewissen zu reden. „Für das Leben“ werden hier ganz unterschiedliche Register gezogen – mal laut und mal leise und beide Formen sind nicht neu im philippinischen Widerstand gegen politische Auswüchse. Die Sonntagsausgabe vom Philippine Inquirer hat ein Zitat von Cardinal Tagle auf der ersten Seite: We should not be propagating violence but challenging it with nonviolence“ und weiter unten: Thousands gather for a dawn rally to reject President Duterte’s war on drugs that has left over 7,000 dead and attempts by his allies to revive the death penalty. This is a „show of force“ from the Catholic Church, which has been instrumental in removing two Presidents in the past.

Wir beobachten das alles gerade via social media und printmedien aus Baguio. Es ist interessant zu sehen was sich hier kirchlich und gesellschaftlich bewegen lässt. Bischof Val scheint zur rechten Zeit an den richtigen Orten und mit unterstützenden Menschen unterwegs zu sein. Wir sehen das Vermächtnis von Bischof Claver SJ in ihm, der ebenfalls furchtlos die Mängel in Gesellschaft und Politik angesprochen hat und mit seinem Kirchenvolk Stellung bezog. Zwischen Erzbischof Socrates und Cardinal Tagle wird Bischof Val zitiert „We will not be bullied or intimidated“ – ob er nicht nur seinen Leuten sondern auch sich selber damit Mut zugesprochen hat? Denn zeitgleich sehen wir Kommentare zu seinem Engagement – nicht alle sind positiv, es gibt auch unübersehbar negative Stimmen…


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[unternehmungslustig]

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Als Familie waren wir mit Bischof Val quer durch Europa unterwegs: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Belgien… Neben vielen Arbeitseinsätzen gab es auch ein bisschen Kultur: Wie hier in Cluny in Frankreich. Und viele der Begegnungen und Entdeckungen klingen jetzt noch nach. Somit ist die reiselustige Zeit zwar vorbei, aber die Erinnerungen und angestoßenen Gedanken kommen in den Gesprächen immer wieder hoch. Es scheint, als wollte Bischof Val mit uns noch ein bisschen reiselustig im neuen Jahr bzw. in Zukunft in Sachen Pastoralprogramm unterwegs sein. In diesen Tagen stehen Gespräche mit den Kolleginnen und unserer neuen Programm-Managerin Sr. Bea an. Wir sind gespannt wie sich die Weichen stellen unter dem Motto: Listening to and Journeying with Young People.


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Erstkommunion

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Tabea hat am vergangenen Freitag ihre Erstkommunion in Bontoc gefeiert – zusammen mit 40 Klassenkameraden und dann noch ein paar Schülern aus der 6. Klasse und der Highschool. Im Bild in der Mitte ist Fr. Marcs, unser Gemeindepfarrer und die Klassenlehrerin Ma’am Aileen (rechts) und der Leiter der Grundschule Sir Che-es (links).

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Erstkommunion läuft hier für die Eltern und Kinder eindeutig entspannter ab als in Deutschland. Es gab ein Infotreffen im September: Erstkommunion wurde für den 8. Dezember angekündigt. Und im November gab es noch ein Absprachetreffen wo dann verkündet wurde, dass es sich am 9. Dezember ereigenen wird. Eine Mutter hat die weißen Rosen für die Kinder organisiert, die wurden nach dem Einzug vor dem Altar abgelegt. Die Eltern haben einheitliche Kerzen mit einem Papptropfteller bekommen. Und die kleinen Schleier für die Mädels wurden inklusive Haarspange besorgt. Somit mussten wir nur doch das weiße Kleid und Schuhe organisieren. Da stehen alle Familien gleichermaßen vor der Herausforderung: Von der Stange gibt es schonmal gar nix in Bontoc, da muss man halt ein Schnäppchen auf dem Second-Hand Markt erwischen. So gibt es dann ein Mix aus verschiedenen Weiß-Tönen in Sachen Kleider, Westen, Schuhe… Hauptsache irgendwie weiß und irgendwie Kleid… Bei den Jungs ähnlich. Und nett war dann noch: Bis zum Foto-shooting nach dem Gottesdienst vor dem Adventskranz hatte auch nur noch knapp die Hälfte der Jungs das Hemd in der Hose – aber das ist vielleicht nur uns aufgefallen…

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Und im Anschluss gab es noch ein bisschen Programm im Pfarrsaal: Die Kinder haben was gesungen, der Pfarrer auch, zwei Eltern haben eine kleine Ansprache gehalten und dann gab es einen kleinen Snack auf Papptellern: Ein philippinisches Nudelgericht, ein Sandwich und einen Muffin plus Getränk. Damit war der Festakt beendet. Ein total enspannter Tag in Sachen Vorbereitung und Durchführung und am Ende war Tabea happy mit einem philippinischen Schnappschuss und nicht so vielen Formalitäten…

Nur wir Reli-Lehrer-Eltern waren zwischendrin mal in Sachen Katechese etwas angespannt. So manches Thema hätten wir gerne anders vermittelt gesehen. So katholisch war selbst unsere eigene Kommunionvorbereitung nicht. Aber auch das hat sie überstanden und wahrscheinlich auch keinen größeren Schaden davon genommen. In Sachen traditioneller Gebete oder Andachtsformen kann ihr jedenfalls so schnell keiner was vormachen – sie hat bereits ein ganz schön breites Spektrum katholische Kirche durchlebt und passt sich hier wie dort eben an. Beichte klappt sowohl in Taize auf deutsch als auch in Bontoc im Beichtstuhl auf englisch…