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Abschied von Bontoc

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Seit letztem Wochenende verabschieden wir uns von Bontoc. Unsere Kinder haben den Bontoc-Schriftzug ein letztes Mal bespielt und so bespielen wir verschiedene Orte ein letztes Mal. Am Ende vom Sonntagsgottesdienst hat uns Fr. Allen eingeladen noch ein paar Worte an die Gemeinde zu richten. Ja, die Gemeinde weiß, dass wir regelmäßig zur Ilokano-Messe kommen – und sie wissen auch, dass wir fast immer zu spät dran sind (wie so viele andere Familien eben auch). Wir haben uns bedankt für die Offenheit der Ibontok, dass wir Teil ihrer Gemeinschaft sein durften – und dass sie das auch so oft auf dem Markt anderen Touristen oder Gästen erklärt haben („Die gehören hier her, das sind keine Americanos!“).

Nach dem Gottesdienst haben sich viele von uns persönlich verabschiedet – auch auf dem Weg zum Markt. Und als wir unseren Sonntagspfannkuchen und Kaffee zahlen wollten, hieß es, dass es heute aufs Haus geht. Am Nachmittag kam nochmal eine Nachbarin vorbei und hat den Kindern Mitbringsel vorbei gebracht und noch Geschichten aus der Gemeinde geteilt. Das Kindermädchen einer schweizer Familie, die vor 6 Jahren Sabangan verlassen hat, hat noch einen Brief gebracht (ihre Schwester war im Gottesdienst und hat ihr Bescheid gegeben, dass wir gehen). Weitere Briefe für ehemalige COMUNDO Fachpersonen trudelten in den letzten Tagen ein. Und immer wieder sms, ob wir nicht noch Zeit für einen Kaffee oder ein Abendessen hätten. Wir sind so froh, dass wir früh angefangen haben zu packen und jetzt am Ende tatsächlich Zeit haben für all diese Menschen, die rein schneien und noch mehr Jetzt mit uns haben wollen.

Und noch ein anderes Phänomen das uns gerade sehr glücklich macht: Es trudeln unerwartet E-mails aus aller Welt ein. Da begleiten uns Menschen in Gedanken und gerade jetzt auch mit ein paar Zeilen – von denen hören wir wochen- und monatelang nichts und sie erinnern sich, dass wir jetzt gehen. Wir staunen, wer da so mit uns gedanklich unterwegs ist und freuen uns total, dass mit einigen auch bald ein Wiedersehen möglich sein wird.

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Stromausfall-Experten

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Heute war mal wieder ein angekündigter Stromausfall, deshalb hat der „Tag zu gesunder Ernährung“ mit Schülerpräsentationen auch schon gestern stattgefunden (hat die Übertragung mit den zwei Lautsprechersystemen auch nicht besser gemacht). Und wir sind nach fast fünf Jahren auch schon so schlau, dass wir an Tagen wie diesen besser auf dem Markt einen Kaffee trinken gehen. Dort steht zwar kein Kaffeevollautomat (der würde ja auch nicht funktionieren), aber dort gibt es barako kape und hot cake und das alles vom Gas! Und weil es open air ist, braucht man auch kein Licht – das es ja eben auch nicht gab. Ansonsten haben wir heute tatsächlich mal Leute an den Stromleitungen arbeiten sehen, wohlgemerkt hat es auch noch geschüttet – das hat dann daheim zu so etwas wie Novemberstimmung gesorgt. Aber eine heiße Schokolade hat bei den Mädels dann auch die Stimmung aufgehellt… Nur Rafael hat sich schon um drei beschwert, dass es so dunkel ist und er am liebsten gleich ins Bett will – aber eben noch bis fünf durchhalten musste…


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letzte tour

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Die Tage in klapprigen Fahrzeugen sind nun auch so langsam gezählt. Vergangenes Wochenende ging es nach Hingyon; dieses Wochenede nochmal nach Mainit. Und dann schließen wir das Kapitel der vielen Schrottlauben, die hier noch fahren und es nie durch einen deutschen TÜV schaffen würden. Unvergesslich die Tour mit dem Safari nach Paracelis, wo wir mit einem 4wdrive gestartet sind und ohne zurück kamen. Mit dem gleichen Auto (soll erst 27 Jahre alt sein) ging es letzte Woche genau vom Teng-Ab zum Chocolate House und bis in die Gemeinde unten in die Stadt. Dort haben wir erstmal den Mechaniker gerufen, der das gute Stücke wieder ins Teng-ab gefahren und durch gecheckt hat, nur um bei der Testfahrt festzustellen, dass es noch immer kaputt ist. Auch eine zweite Runde Checkup hat nix verbessert. Also sind wir mit einem fahrtüchtigen L300 (Kleinbus) los; der wurde vor 16 Jahren gebraucht gekauft und so sieht der auch aus: an zig Stellen durchgerostet und übermalt und Sitze ersetzt und dran geschweißt und überhaupt ist es jedesmal fast ein Wunder, wenn wir mit einem Fahrzeug hier los und auch wieder zurück kommen…

Die einzigen die wirklich Freude an diesen schaukeligen Touren haben, das sind die Kinder. Das Thema Kindersitze wird sie dann in Deutschland eiskalt erwischen und den Rafael werden wir vermutlich besser auf einen Traktor schnallen, der ihn entsprechend herumschaukelt – dabei schläft er ganz großartig…

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Salome wills wissen

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Die Mädels sind hier nicht nur mit den Nachbarskindern unterwegs, sondern die letzten 5 Jahre waren Hörspiele von „Willi wills wissen“ ein Dauerbrenner. Und das allerbeste war wohl die Sternsinger-Doku: „Willi in den Philippinen„. Allerdings hat die auch zahlreiche Fragen aufgeworfen. Denn unsere Kinder waren auch an den Orten unterwegs wo Willi war und sind auch den Menschen begegnet und kennen auch die Dinge mit denen er zu tun hatte: Angefangen beim Tricycle bis hin zum Malungay. Deshalb meinte Salome: Jetzt will ichs wissen – ich schick dem Willi jetzt meine ganzen Fragen und Ideen. Und so ist ein kleines Video entstanden – mehr dazu auf vimeo(das andere Video vom Pancit kochen hat sich auch endlich laden lassen).


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Menschenrechte

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Uns beschäftigt gerade das Thema Menschenrechte sehr – und zwar eher die persönliche Seite von diesem wichtigen und so zerbrechlichen Gut.

Marawi: Dort steht Kriegsrecht gegen Menschenrecht. Wir haben nach Ostern einen guten Freund in Bukidnon (dem ersten Einsatzort der BMI in den Philippinen) besucht. Dort haben wir auch einen Priester aus Marawi kennenlernen dürfen, der dort aktiv im christlich muslimischen Dialog ist. Soweit wir wissen, ist er nach wie vor in den Händen der Maute-Gruppe. Das beschäftigt die Mädels sehr und sie fragen immer wieder ob es Neuigkeiten gibt. Das Foto oben ist in Cagayan de Oro entstanden, wo es uns sehr gut ging und wir nette Begleitung aus dem Bischofshaus hatten. An die Großzügigkeit und das Wohlwollen der Menschen um uns herum erinnern wir uns sehr gerne – und genau diese Menschen sorgen sich jetzt um die Geflüchteten aus der ARMM (Autonomous Region Muslim Mindanao). Gestern Abend waren wir hier in Bontoc zu einem Friedensgebet für Marawi.

Türkei: Dort scheinen die Menschenrechte auch nicht mehr im Blick der Behörden zu sein. Wie verfolgen die Neugigkeiten auf humanrightsdefenders und den Mädels war es wichtig, dass sie auch die Menschen in türkischen Gefängnissen mit in ihr Friedensgebet gestern Abend nehmen. Wir sind überzeugt, dass es ein großes Unrecht ist, dass dort Freunde eingesperrt sind, denen die Sicherheit von Menschen so sehr am Herzen liegt.

Bontoc: Hier steht bald ein Abschied an und es beschäftigt die Mädels sehr, dass sie ihre Freunde bald nicht mehr sehen. So kam folgendes Gespräch zustande…

Salome: Was kann man eigentlich alles in Koffern mitnehmen?

Nicola: Kleider, Bücher, Spielsachen – was würdest Du denn gerne mitnehmen?

Tabea: Kann auch ein Mensch in einem Koffer reisen?

Nicola: Nein, Dinge gehen in Koffer, wir Menschen sitzen dann auf Plätzen.

Salome: Aber so einen Platz bekommt man nur mit einem Pass.

Tabea: Und unsere beste Freundin hat keinen Pass und wir würden sie so gerne mitnehmen.

Die Mädels genießen es, dass sie international reisen können; sie wissen aber auch, dass es nicht allen Menschen möglich ist. Für sie ist es gerade sehr schwer die Ungerechtigkeiten, die sie betreffen, auszuhalten. Und wir Eltern begleiten sie darin – nicht um die Ungerechtigkeiten kleiner zu reden, aber um deutlich zu machen, dass es Menschen braucht, die sich für Menschen einsetzen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Sommertreffen von gewaltfrei handeln in Magdeburg, denn gerade jetzt braucht es Friedensfachkräfte, die sich gewaltfrei einsetzen!

 


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5 Erdbeben in 24 Stunden

Wie von vielen erwartet, bebt die Erde in den Philippinen – aber wir haben davon bisher selber nichts gespürt. Gerade haben wir noch ein Seminar in Bontoc und unsere Referentinnen kommen aus Manila. Sie stehen in Kontakt mit ihren Familien und checken inwieweit die sich auf weitere Beben vorbereitet haben: Gepackte Tasche, etwas Wasser und eine große Portion Gottvertrauen, dass doch irgendwie alles gut ausgehen wird. Seit ein paar Jahren sagen Wissenschaftler das große Beben voraus und auf facebook und anderen (social) media klingt es so, als ob es jederzeit so weit sein könnte. Die 5 Beben der letzen 24 Stunden waren alle südlich von Manila und hatten eine Magnitude um 5. Bei uns in der Cordillera haben wir nichts davon gespürt – aber wir spüren doch wie sehr unsere Referentinnen die Ereignisse bewegen: Einerseits drücken sie Gottvertrauen aus (Es wird hoffentlich nicht so schlimm werden) und dann sind sie ganz pragmatisch (wir bereiten uns darauf seit Jahren vor und wissen was zu tun ist). Und wir denken uns: Bei einem Erdbeben kann man ja nie wirklich vorbereitet sein – oder ist dieser Gedanke nur für uns so fremd, weil wir nicht gewohnt sind mit solchen Naturereignissen inklusive all der Konsequenzen zu leben?!?

Also wir bleiben jetzt erstmal in Bontoc und fühlen uns hier auch sicherer aufgehoben als in Manila. Und wir bleiben weiter in Kontakt mit den Freunden in Manila und beobachten weiter die Erdbeben- und Nachrichten-Seiten…


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Verkleidet

02-17karneval

Verkleidung ist wunderbar – das finden auch diese Studenten vom Bontoc-College. Sie sind Teil einer Parade zum 25. Bestehen des Colleges. Derzeit bekommen wir immer wieder die Nachrichten von Karnevals-Veranstaltungen oder einem Faschings-Umzug hier oder dort…  So ein bisschen hatten damit unsere Kids auch einen Vorgeschmack auf das, was sie in den kommenden Jahren dann in Deutschland erwartet…

Im Februar gibt es dann in Baguio noch die Panagbenga – das Blumenfest. Dazu dann wieder mehr…

Und noch ein Hinweis: All die anderen Blogberichte zu Indigenen in traditionellen Kleidern sind keine Verkleidungs-Veranstaltungen! So etwas wie School of Living Tradition, Awong Chi Gansa oder Amamong sind kulturelle / traditionelle Feste. Kein „als – ob“ oder „aus Spass“. Die leben aus einer indigenous Identity und werden wirklich gefeiert. Das wird oft verwechselt, aber hat eine andere wirklichkeits-stiftende und tradition-lebende Funktion.