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Kinderprogramm

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Was machen eigentlich unsere Kinder während eines Trainings? Also für die gibt es kein Programm, das machen die sich selber. Während wir also letztes Wochenende Training für Ehrenamtliche im Kinderpastoralprogramm hatten, sind diese Bilder entstanden. Oben ist Grace zu sehen; sie war früher unser Kindermädchen, bis sie eine Fortbildung zur Katechetin gemacht hat. Jetzt ist sie unsere Praktikantin im Familienpastoralteam. Und sie versteht es während unserer Trainings die Pausen mit Kinderprogramm zu füllen und nebenbei Kontakte zu den Ehrenamtlichen zu knüpfen.05.27.2017PCCtraining7.JPG

Wir hatten Seifen in Tabuk bei dem Projekt unserer COMUNDO Kollegin Laura gekauft und die Seifen sollten unseren Ehrenamtliche Lust auf das Training im Juli machen: PCC Assembly und handgemachte Seife als einkommenschaffende Maßnahme. Und weil unsere Trainings selten theoretisch sondern eher praktisch angelegt sind, kam Seife auch gleich mal zum Einsatz. Der Rafael war ganz begeistert von der Abkühlung, denn Paracelis ist wirklich heiß. Und die Ehrenamtlichen waren begeistert von Rafael und der anschaulichen Einheit zu Babyhygiene…

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Ansonsten ist Rafael entspannt mit dabei und hängt ab – entweder in Hängematten oder auf irgendeinem Arm von uns, unseren Kolleginnen oder Ehrenamtlichen…

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Auch Debora organisiert sich selbständig zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten und mit den unterschiedlichen Menschen die so unterwegs sind.

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Ein Spielzimmer gibt es nicht, kein mitgebrachtes Spielzeug und schlechtes Wetter hat es auch nie. Es ist immer Platz zum Spielen und unter so einem Regenschirm macht es auch Spaß gemeinsam unterwegs zu sein. In Flipflops läuft das Wasser immer gut ab und die Klamotten trocknen ruck zuck in Paracelis – dort ist es immer viel zu heiß… Vielleicht ist das dann auch schon die Vorfreude auf…

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… (ohne Worte)

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Salome hat im Kräutergarten Malungay entdeckt, der als Wundermittel gegen Mangelernährung eingesetzt wird. Das weiß sie, weil sie den Sternsinger-Film von Willi Weitzel und der Pastoral da Crianca in Zambales gesehen hat. Und der hat eben von Ernährungsprogrammen in den Philippinen berichtet, wo Malungay immer wieder erwähnt wird… Das ist übrigens nicht nur gesund sondern schmeckt auch im Reis!

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Und ansonsten haben unsere Kinder nach so einem Arbeitswochenende jede Menge neuer Freunde, die sie nicht alle beim Namen kennen, aber eine Erinnerung bleibt: Wir haben zusammen gespielt, etwas geteilt, gemeinsam gegessen, zusammen gesungen, etwas aus den Blättern vom Mangobaum gefaltet…

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Mindanao

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Wir denken gerade viel an unsere Freunde in Davao, Cagayan de Oro, Malaybalay… und sind besorgt wegen des verhängten Kriegsrechts über die ganze Region. Vor ein paar Wochen waren wir dort zu Gast und haben gespürt wie es ist, wenn die Natur die Erde zum Beben bringt. Jetzt wird eine Stadt scheinbar dem Erdboden gleich gemacht – aber aus Menschenhand.
Für uns ist Marawi keine No-Name-Stadt; wir durften dort Menschen kennen lernen, die Friedensstifter und Dialogpartner sind. Priester der Katholischen Kirche sind seit vielen Jahren mit Muslimen in ARMM (Autonomous Region Muslim Mindanao) im Dialog und es haben Begegnungen und vertrauesvolle gegenseitige Besuche stattgefunden. Fr. Chito ist mit einer kleinen Delegation muslimischer Dialogpartner zu Feierlichkeiten von einem gemeinsamen Freund in die Diözese Bukidnon gekommen. Wir hatten interessante Gespräche, haben viel erzählt und gemeinsam gelacht. Daran haben wir uns in den vergangenen Wochen immer wieder gerne erinnert.
Heute Morgen wurde Fr. Chito mit weiteren Gemeindemitgliedern vom Gelände der Kathedrale in Marawi entführt. Die Situation scheint zu eskalieren und wir sind besorgt um die Menschen, die sich leidenschaftlich für den Frieden zwischen den Menschen verschiedener Religionen engagieren und nun zwischen die Fronten geraten.

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Kindersegnung mit Huhn

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Viele Menschen begrüßen den Rafael: unsere Kolleginnen, die Priester, Ehrenamtliche in Bontoc und unsere Nachbarn. Und viele zeichnen ein Kreuz als Zeichen des Segens auf seine Stirn. Am Sonntag waren wir zur Fiesta in Kilong und die alte Katechetin hat dafür gesorgt, dass Christian mit Rafael einen Platz im schattigen Dap-ay (Feuerstelle mit Steinkreis) bekommt. Es gab ein paar nette und wie so oft wortkarge Begegnungen. Als wir dann zum Mittagesssen ins Pfarrhaus eingeladen wurden, fragte Christian noch, ob ein alter Mann denn auch den Rafael segnen wolle. „Ähm – wie segnen – das geht in Kilong nur mit Huhn – den Segen ohne Huhn gibts beim Pfarrer“ (zur Begrüßung eines Kindes wird traditionell mindestens ein Huhn rituell geschlachtet). Also das hatte Christian natürlich nicht zur Fiesta ins Dap-Ay mitgenommen. So hatten wir dann anschließend ein nettes Beieinandersein im Pfarrhaus mit Magda, unserem Kollegen Santos und Fr. Den – und eben Geschichten wie die Alten in den Gemeinden so ticken…

 


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Verkleidet

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Verkleidung ist wunderbar – das finden auch diese Studenten vom Bontoc-College. Sie sind Teil einer Parade zum 25. Bestehen des Colleges. Derzeit bekommen wir immer wieder die Nachrichten von Karnevals-Veranstaltungen oder einem Faschings-Umzug hier oder dort…  So ein bisschen hatten damit unsere Kids auch einen Vorgeschmack auf das, was sie in den kommenden Jahren dann in Deutschland erwartet…

Im Februar gibt es dann in Baguio noch die Panagbenga – das Blumenfest. Dazu dann wieder mehr…

Und noch ein Hinweis: All die anderen Blogberichte zu Indigenen in traditionellen Kleidern sind keine Verkleidungs-Veranstaltungen! So etwas wie School of Living Tradition, Awong Chi Gansa oder Amamong sind kulturelle / traditionelle Feste. Kein „als – ob“ oder „aus Spass“. Die leben aus einer indigenous Identity und werden wirklich gefeiert. Das wird oft verwechselt, aber hat eine andere wirklichkeits-stiftende und tradition-lebende Funktion.


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Weltanschauungen

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Wir sind gerne als deutsche Familie gemeinsam in der Cordillera unterwegs und stellen immer wieder fest: In Sachen Weltanschauung leben wir Eltern in einer anderen Welt als unsere Kinder. Schon ein paar Mal haben wir zum Thema Third Culture Kids geschrieben und einmal mehr wollen wir unsere nicht ganz so einfachen Herausforderungen teilen, weil es eben mal wieder ans „Eingemachte“ geht…

Wir Eltern sind uns in unserer Wahrnehmung einig: Wir wohnen im Chocolate House, das wohl seine Geschichte hat, aber derzeit bewohnen wir es mit unserem Leben und planen bis August hier zu bleiben, so wie wir eben sind.

Die Kinder sind sich da nicht so sicher. Im Chocolate House haben vor uns Menschen gelebt und ihre Geschichte ist nach wie vor lebendig und beeinflusst ihr Leben und Empfinden entscheidend mit.

Wie lebt es sich nun als Familie unter einem Dach, wenn die Sicht auf den gemeinsamen Lebensraum und das Empfinden darin so unterschiedlich wahrgenommen wird?!?

Seit unserer Ankunft berichten die Kinder aus der Nachbarschaft, dass in unserem Haus jemand beerdigt ist und der Anito (sein unruhiger Geist) nach wie vor im Haus unterwegs ist. Die Geschichte bewegt unsere Kinder seit einigen Wochen besonders intensiv. Das Nachbarskind hat ihnen gesagt, dass der Familienvater einer anderen Schweizer Familie im Esszimmer bei Umbauarbeiten einen Arm gesehen hat. Seither berichtet Salome, dass sie etwas im Haus wahrnehmen kann…

Als Eltern hatten wir uns erst entschieden, von uns zu berichten: Uns hat diese Geschichte noch kein anderer berichtet. Das Nachbarskind war viel zu klein damals, um sich an ein solches Ereigniss zu erinnern und es klingt nicht so glaubhaft. In keinem anderen Haus wurden Verstorbene beerdigt; das Grab ist in der Regel irgendwo draussen und nicht drinnen. Wir haben noch nichts wahrgenommen in oder ums Haus…

Die Geschichte schien kein Ende zu nehmen und so haben wir mit den Kindern vereinbart: Wir kontaktieren die schweizer Familie und fragen einfach nach. Tja – auch die Schweizer Kinder berichten auch heute noch von einem leeren Grab im Chocolate House. In den vergangenen Jahren hat sich also dieses leere Grab in ein belegtes Grab verwandelt…  Und wir wissen jetzt, dass die erste Kinderfrau im Chocolate House wohl Anitos in Teng-Ab aber nicht im Chocolate House selber wahrnehmen konnte und dort immer ohne Bedenken unterwegs war.

Als Eltern kann man auf die Geschichte folgender Weise blicken: Fall klar: Grab ist leer – kein Grund zur Beunruhigung im Chocolate House.

Aus der Sicht der Kinder, die nach wie vor in einer Welt (Nachbarschaft und Freundeskreis) von Ahnen, Anitos und Geistern leben, ist das keine schlichte Verstandesfrage von einer klaren Sachlage.

Es geht jetzt also darum, wie wir als Familie mit unterschiedlicher Wahrnehmung unserer Welt mit dieser Herausforderung umgehen. Wir sind da offen was Strategien oder Herangehensweisen angeht und uns beschleicht, dass uns da vielleicht eine inkulturierte Variante ins Haus steht. Wenn ein unruhiger Geist die Menschen in einem Haus herausfordert, dann wird traditionell ein Huhn geschlachtet, begleitet von Gebeten…

Genug native Gockel haben wir gerade ums Haus und mit den lokalen Ordensschwestern (ganz katholisch, aber eben auch verwurzelt in ihren Traditionen) stehen wir in gutem Kontakt – wir werden berichten, was uns in diesem Fall weiter geraten wird… befremdlich, diesen Gedankengang weiter zu spinnen, aber uns beschleicht, dass unsere Kinder eher auf dieser spirituellen / traditionellen Ebene als auf der rationalen Fakten-Ebene sich ansprechen lassen. Ziel ist es, dass die ganze Familie das Chocolate House als einen lebenswerten Raum definiert, und da sind jetzt wohl Strategien gefragt, die nicht nur der elterlichen Weltanschauung entsprechen, sondern eben der Weltanschauung der Kinder Rechnung tragen und entsprechende Ausrucksformen findet…


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[kinderfreundlich]

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Wir erleben die Menschen in den Philippinen sehr kinderfreundlich. Und mit einigen fühlen wir und vor allem unsere Kinder sich auf besondere Weise verbunden. Liza hat lange auf Salome und Debora aufgepasst, jetzt hat sie ihre eigene kleine Familie und wir hatten zwischenzeitlich Nestor, Grace aus Anabel und Aunty Grace aus unserer Nachbarschaft als Yayas (Kindermädchen). Gerade haben wir niemanden, der uns regelmäßig auf die Kinder aufpasst. Aber da im kommenden Jahr eh wieder alles anders sein wird, haben wir beschlossen, dass es auch vorerst keine Kinderbetreuung braucht – mal sehen, wann wir wieder zu einer anderen Erkenntnis kommen oder uns jemand ins Haus schneit, der nicht nur kinderfreundlich ist sondern auch Zeit und Zuverklässigkeit mitbringt…


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[überraschend]

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Wenn wir unterwegs sind, erleben wir nach wie vor so unsere Überraschungen. Vor ein paar Monaten sind Nicola und Salome von Malicong nach Guinaang gewandert. Auf halber Strecke, an der Ortsgrenze zu Guinaang haben wir diese Feuerstelle / Opferstelle entdeckt. Uns wurde erklärt, dass beispielsweise bei Krankheit in der Familie die Ältestens sich hier treffen, rituell ein Huhn schlachten und um Heilung bitten. Zurück bleibt auf einem Stecken eine Feder und etwas Tabak. Und das machen nicht nur einige traditionelle Ältere – das ist Alltag in vielen Familien. Als wir im letzten Herbst immer wieder erkältet waren meinte unsere Kollegin Magda irgendwann: vielleicht müsst ihr jetzt mal ein Huhn schlachten. Damit meint sie nicht, dass Hühnersuppe bei Erkältung hilft. Da spielt sie darauf an, dass bei einem Ritual die Federn verbrannt werden und der Rauch auch die unguten Geister aus dem Haus vertreibt. Oder bei dem Betriebsausflug vor ein paar Tagen, wo einer der Priester eine Flasche Schnapps frisch öffnet udn eine kleine Portion auf die Erde verschüttet: Das ist der Anteil für die anderen, damit wir den Rest in der Flasche konsumieren können…

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Wer sich von den Menschen und der Natur hier überraschen lassen möchte, kann uns gerne in 2017 hier besuchen. Wir planen bis August noch hier zu sein…