maiersinbontoc


Hinterlasse einen Kommentar

Dr. Ruth Pfau

Vor fast 20 Jahren hat sich Nicola von Dr. Ruth Pfau in Pakistan nach ihrem Freiwilligendienst verabschiedet. Jetzt ist Dr. Ruth Pfau im im Alter von 87 Jahren verstorben. Die vielen Berichte und Videos lassen viele Erinnerungen wach werden: Vom Freiwilligendienst in Manghopir, von Ehemaligenen-Treffen mit dem DAHW oder bei Katholikentagen. Dr. Ruth Pfau hat ein beeindruckendes Zeugnis der Nächstenliebe gelebt und Menschen geprägt – auch uns. Eine pakistanische Sozialarbeiterin aus einem ihrer Projekte war 2008 bei uns in Wiesbaden für ein paar Tage zu Gast. Aqsa meinte damals: „Die politische und wirtschaftliche Situation war schon immer eine große Herausforderung in Pakistan – aber seit kaum noch Freiwillige kommen, die unsere Wirklichkeit teilen und mit uns leben, ist es fast nicht mehr auszuhalten. Als ob uns die Welt vergessen möchte…“

Diese Sätze haben uns sehr beschäftigt und waren wohl auch mit ein Grund, warum wir nicht einfach unser bequemes Leben weiter leben wollten. Wir wollten zumindest versuchen mit den Menschen am Rand der Gesellschaft zu leben und das haben wir die letzten 5 Jahre gemacht. Jetzt ist der Einsatz in der personellen Entwicklungszusammenarbeit vorbei und es stellt sich die Frage einmal mehr: Richten wir uns ein Leben in Deutschland bequem ein oder wagen wir wieder mit denen am Rand der Gesellschaft unterwegs zu sein…

Das gelebte Zeugnis von Dr. Ruth Pfau ist nicht nur fürs Bücherregal – uns beschäftigt es in diesen Tagen sehr und rüttelt uns auf. Wir sind in Gedanken bei Freunden in Pakistan, deren Wegbegleiterin verstorben ist, aber ihr Vermächtnis wird in vielen Menschen weiter leben…

Ein Nachruf

my first meeting

Liebe kennt kein warum

Kondolenzbuch

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Abschied von Bontoc

08.11.2017BontocMissionParish.JPG

Seit letztem Wochenende verabschieden wir uns von Bontoc. Unsere Kinder haben den Bontoc-Schriftzug ein letztes Mal bespielt und so bespielen wir verschiedene Orte ein letztes Mal. Am Ende vom Sonntagsgottesdienst hat uns Fr. Allen eingeladen noch ein paar Worte an die Gemeinde zu richten. Ja, die Gemeinde weiß, dass wir regelmäßig zur Ilokano-Messe kommen – und sie wissen auch, dass wir fast immer zu spät dran sind (wie so viele andere Familien eben auch). Wir haben uns bedankt für die Offenheit der Ibontok, dass wir Teil ihrer Gemeinschaft sein durften – und dass sie das auch so oft auf dem Markt anderen Touristen oder Gästen erklärt haben („Die gehören hier her, das sind keine Americanos!“).

Nach dem Gottesdienst haben sich viele von uns persönlich verabschiedet – auch auf dem Weg zum Markt. Und als wir unseren Sonntagspfannkuchen und Kaffee zahlen wollten, hieß es, dass es heute aufs Haus geht. Am Nachmittag kam nochmal eine Nachbarin vorbei und hat den Kindern Mitbringsel vorbei gebracht und noch Geschichten aus der Gemeinde geteilt. Das Kindermädchen einer schweizer Familie, die vor 6 Jahren Sabangan verlassen hat, hat noch einen Brief gebracht (ihre Schwester war im Gottesdienst und hat ihr Bescheid gegeben, dass wir gehen). Weitere Briefe für ehemalige COMUNDO Fachpersonen trudelten in den letzten Tagen ein. Und immer wieder sms, ob wir nicht noch Zeit für einen Kaffee oder ein Abendessen hätten. Wir sind so froh, dass wir früh angefangen haben zu packen und jetzt am Ende tatsächlich Zeit haben für all diese Menschen, die rein schneien und noch mehr Jetzt mit uns haben wollen.

Und noch ein anderes Phänomen das uns gerade sehr glücklich macht: Es trudeln unerwartet E-mails aus aller Welt ein. Da begleiten uns Menschen in Gedanken und gerade jetzt auch mit ein paar Zeilen – von denen hören wir wochen- und monatelang nichts und sie erinnern sich, dass wir jetzt gehen. Wir staunen, wer da so mit uns gedanklich unterwegs ist und freuen uns total, dass mit einigen auch bald ein Wiedersehen möglich sein wird.


Hinterlasse einen Kommentar

Chocolate House Despedida

08.08.2017ChocolateHouseDespedida.JPG

Zum Einzug ins Chocolate House gab es ein House Warming und zum Auszug eine Despedida. Mit dem Unterschied, dass uns Haus und Nachbarschaft und Gemeinde so viel vertrauter geworden sind. Mit dabei waren unsere COMUNDO KollegInnen aus Lagawe, Tabuk und Baguio, die SIHM Sisters aus dem Convent beim Museum, Vertreter der Kirchengemeinde und unsere Nachbarschaft. Die Mädels hatten beim Vorbereiten geholfen und wir sind vorab das Szenario gedanklich durchgegangen. Doch kaum hatte sich das erste Dutzend Gäste mal versammelt, lagen Salomes Nerven völlig blank – aber nur für ein paar Minuten und dann hatte sie sich wieder gefangen (tief einatmen und mal ’ne Runde spazieren gehen fürs Abstand gewinnen hat geholfen).

Die SIHM Sisters (lustigerweise nach fast fünf Jahren und wiederholtem Reshuffle wieder die gleiche Besetzung wie damals mit Sr. Marcella und Sr. Monique) hatten ein kleines Gebet vorbereitet inklusive einem Teil: Zu diesem Lied könnt ihr die Familie umarmen. Zu lustig – sowas klappt gut im Familienkreis – aber auch nach 5 Jahren sind wir unseren Nachbarn nun nicht so vertraut, dass wir uns jetzt in die Arme fallen würden: Also erstmal etwas Irritation und dann waren da ja noch die Kinder, die sie ja gerne mal an sich drücken.

Ansonsten gab es voll nette Gespräche, mit Margret unserer Ilokano Lehrerin, mit Fr. Joe dem ehemaligen Administrator, mit Richard dem früheren Vikariats-Fahrer, mit Lester und Carla vom Habi-Collective, mit der COMUNDO Familie…

Überrascht waren wir von drei NachbarInnen, die sich sonst so auch nicht treffen und den ganzen Nachmittag noch bei uns im Anbau saßen, um sich auszutauschen. Manchmal ist es gut, eben nicht nur für sich, sondern auch für andere solche Anlässe zu schaffen.

Und zu unserer Überraschung haben unsere Mädels völlig frei (aber wohl bemerkt mehrfach schon angesprochen und rumüberlegt wie und was) ihre Spielsachen verschenkt: Der Christopher soll den Basketball samt Korb bekommen, nach Lagawe gingen Sandförmchen und Hopsepferd, die Nachbarskinder bekamen die anderen outdoor Spielsachen… Ja, wir waren überrascht wie gut das ging.

Ach ja, wer auch mal eine solche Despedida in diesem Kontext planen möchte, sollte diesen Tag früh ansetzen. Wir sind schon seit Wochen damit beschäftigt unsere Vorräte aufzuessen und haben nochmal viel davon zu dem Festtag verkocht. Uns war klar, dass manche Gäste auch etwas für das Buffett mitbringen – aber wir hatten nicht mit diesen Massen gerechnet – gut, dass wir jetzt noch ein paar Tage hatten um die Reste aufzuessen – wohl bemerkt, die Reste vom Rest, denn wir hatten extra Boxen aufgehoben, damit auch ja alle reichlich mit nach Hause bringen können. Und unsere Ilokano- und Kulturlehrerin meinte: Ja, ihr seid hier wirklich voll inkulturiert – ihr habt nicht nur Essen fürs Fest sondern eben auch zum anschließenden Teilen!


Hinterlasse einen Kommentar

Menschenrechte

07.10.2017Menschenrechte.JPG

Uns beschäftigt gerade das Thema Menschenrechte sehr – und zwar eher die persönliche Seite von diesem wichtigen und so zerbrechlichen Gut.

Marawi: Dort steht Kriegsrecht gegen Menschenrecht. Wir haben nach Ostern einen guten Freund in Bukidnon (dem ersten Einsatzort der BMI in den Philippinen) besucht. Dort haben wir auch einen Priester aus Marawi kennenlernen dürfen, der dort aktiv im christlich muslimischen Dialog ist. Soweit wir wissen, ist er nach wie vor in den Händen der Maute-Gruppe. Das beschäftigt die Mädels sehr und sie fragen immer wieder ob es Neuigkeiten gibt. Das Foto oben ist in Cagayan de Oro entstanden, wo es uns sehr gut ging und wir nette Begleitung aus dem Bischofshaus hatten. An die Großzügigkeit und das Wohlwollen der Menschen um uns herum erinnern wir uns sehr gerne – und genau diese Menschen sorgen sich jetzt um die Geflüchteten aus der ARMM (Autonomous Region Muslim Mindanao). Gestern Abend waren wir hier in Bontoc zu einem Friedensgebet für Marawi.

Türkei: Dort scheinen die Menschenrechte auch nicht mehr im Blick der Behörden zu sein. Wie verfolgen die Neugigkeiten auf humanrightsdefenders und den Mädels war es wichtig, dass sie auch die Menschen in türkischen Gefängnissen mit in ihr Friedensgebet gestern Abend nehmen. Wir sind überzeugt, dass es ein großes Unrecht ist, dass dort Freunde eingesperrt sind, denen die Sicherheit von Menschen so sehr am Herzen liegt.

Bontoc: Hier steht bald ein Abschied an und es beschäftigt die Mädels sehr, dass sie ihre Freunde bald nicht mehr sehen. So kam folgendes Gespräch zustande…

Salome: Was kann man eigentlich alles in Koffern mitnehmen?

Nicola: Kleider, Bücher, Spielsachen – was würdest Du denn gerne mitnehmen?

Tabea: Kann auch ein Mensch in einem Koffer reisen?

Nicola: Nein, Dinge gehen in Koffer, wir Menschen sitzen dann auf Plätzen.

Salome: Aber so einen Platz bekommt man nur mit einem Pass.

Tabea: Und unsere beste Freundin hat keinen Pass und wir würden sie so gerne mitnehmen.

Die Mädels genießen es, dass sie international reisen können; sie wissen aber auch, dass es nicht allen Menschen möglich ist. Für sie ist es gerade sehr schwer die Ungerechtigkeiten, die sie betreffen, auszuhalten. Und wir Eltern begleiten sie darin – nicht um die Ungerechtigkeiten kleiner zu reden, aber um deutlich zu machen, dass es Menschen braucht, die sich für Menschen einsetzen. Wir freuen uns jetzt schon auf das Sommertreffen von gewaltfrei handeln in Magdeburg, denn gerade jetzt braucht es Friedensfachkräfte, die sich gewaltfrei einsetzen!

 


Hinterlasse einen Kommentar

Kinderprogramm

05.28.17PCCKinder1.JPG

Was machen eigentlich unsere Kinder während eines Trainings? Also für die gibt es kein Programm, das machen die sich selber. Während wir also letztes Wochenende Training für Ehrenamtliche im Kinderpastoralprogramm hatten, sind diese Bilder entstanden. Oben ist Grace zu sehen; sie war früher unser Kindermädchen, bis sie eine Fortbildung zur Katechetin gemacht hat. Jetzt ist sie unsere Praktikantin im Familienpastoralteam. Und sie versteht es während unserer Trainings die Pausen mit Kinderprogramm zu füllen und nebenbei Kontakte zu den Ehrenamtlichen zu knüpfen.05.27.2017PCCtraining7.JPG

Wir hatten Seifen in Tabuk bei dem Projekt unserer COMUNDO Kollegin Laura gekauft und die Seifen sollten unseren Ehrenamtliche Lust auf das Training im Juli machen: PCC Assembly und handgemachte Seife als einkommenschaffende Maßnahme. Und weil unsere Trainings selten theoretisch sondern eher praktisch angelegt sind, kam Seife auch gleich mal zum Einsatz. Der Rafael war ganz begeistert von der Abkühlung, denn Paracelis ist wirklich heiß. Und die Ehrenamtlichen waren begeistert von Rafael und der anschaulichen Einheit zu Babyhygiene…

05.28.17PCCKinder5.JPG

Ansonsten ist Rafael entspannt mit dabei und hängt ab – entweder in Hängematten oder auf irgendeinem Arm von uns, unseren Kolleginnen oder Ehrenamtlichen…

05.28.17PCCKinder6.JPG

Auch Debora organisiert sich selbständig zwischen den verschiedenen Veranstaltungsorten und mit den unterschiedlichen Menschen die so unterwegs sind.

05.28.17PCCKinder3.JPG

Ein Spielzimmer gibt es nicht, kein mitgebrachtes Spielzeug und schlechtes Wetter hat es auch nie. Es ist immer Platz zum Spielen und unter so einem Regenschirm macht es auch Spaß gemeinsam unterwegs zu sein. In Flipflops läuft das Wasser immer gut ab und die Klamotten trocknen ruck zuck in Paracelis – dort ist es immer viel zu heiß… Vielleicht ist das dann auch schon die Vorfreude auf…

05.28.17PCCKinder2.JPG

… (ohne Worte)

05.28.17PCCKinder4.JPG

Salome hat im Kräutergarten Malungay entdeckt, der als Wundermittel gegen Mangelernährung eingesetzt wird. Das weiß sie, weil sie den Sternsinger-Film von Willi Weitzel und der Pastoral da Crianca in Zambales gesehen hat. Und der hat eben von Ernährungsprogrammen in den Philippinen berichtet, wo Malungay immer wieder erwähnt wird… Das ist übrigens nicht nur gesund sondern schmeckt auch im Reis!

05.28.17PCCKinder7.JPG

Und ansonsten haben unsere Kinder nach so einem Arbeitswochenende jede Menge neuer Freunde, die sie nicht alle beim Namen kennen, aber eine Erinnerung bleibt: Wir haben zusammen gespielt, etwas geteilt, gemeinsam gegessen, zusammen gesungen, etwas aus den Blättern vom Mangobaum gefaltet…

05.28.17PCCKinder8.JPG


Hinterlasse einen Kommentar

Mindanao

05.23.3017mindanao

Wir denken gerade viel an unsere Freunde in Davao, Cagayan de Oro, Malaybalay… und sind besorgt wegen des verhängten Kriegsrechts über die ganze Region. Vor ein paar Wochen waren wir dort zu Gast und haben gespürt wie es ist, wenn die Natur die Erde zum Beben bringt. Jetzt wird eine Stadt scheinbar dem Erdboden gleich gemacht – aber aus Menschenhand.
Für uns ist Marawi keine No-Name-Stadt; wir durften dort Menschen kennen lernen, die Friedensstifter und Dialogpartner sind. Priester der Katholischen Kirche sind seit vielen Jahren mit Muslimen in ARMM (Autonomous Region Muslim Mindanao) im Dialog und es haben Begegnungen und vertrauesvolle gegenseitige Besuche stattgefunden. Fr. Chito ist mit einer kleinen Delegation muslimischer Dialogpartner zu Feierlichkeiten von einem gemeinsamen Freund in die Diözese Bukidnon gekommen. Wir hatten interessante Gespräche, haben viel erzählt und gemeinsam gelacht. Daran haben wir uns in den vergangenen Wochen immer wieder gerne erinnert.
Heute Morgen wurde Fr. Chito mit weiteren Gemeindemitgliedern vom Gelände der Kathedrale in Marawi entführt. Die Situation scheint zu eskalieren und wir sind besorgt um die Menschen, die sich leidenschaftlich für den Frieden zwischen den Menschen verschiedener Religionen engagieren und nun zwischen die Fronten geraten.

05.23.2017Malaybalay.JPG