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wagwagen

01.26.2016wagwaganSalome.JPGAm Sonntag ist immer Markttag in Bontoc – und dann gibt es den Second-Hand Kleidermarkt auf dem Plaza (hier heißt das wagwagen und im Tiefland ukayukay). Genauso wie alle anderen kaufen auch wird dort unsere Kleider: T-Shirts, Hosen, Jacken, Röcke, Nachthemden… Die Mädels finden immer etwas: Das weiße Kleid mit den Erdbeeren oder das T-Shirt mit dem Glitzer oder…

01.26.2016wagwaganDebora.JPGAls Studenten waren wir in Birmingham immer wieder Kunden im Oxfam Shop oder in Augsburg bei Aktion Hoffnung und in Bontoc sind es eben Familien aus KilTepAn (Kilong Teptepan und Antadao), den Nachbarorten von der Touristenhochburg Sagada. Wer seine Kleider nicht in den Müll sondern in die Kleidersammlung gibt, bringt das, was er nicht mehr braucht woanders in Umlauf. Hier kommen die Kleidersäcke vorwiegend aus Hongkong und sehen ganz unterschiedlich aus: Manchmal sind es wirklich sehr abgetrage Stücke, haben Löcher und Flecken – andere Kleider wurden vielleicht nie getragen. Und dementsprechend sind auch die Preise. Manche unserer Nachbarn können sich nur bei den Resten bedienen und andere können sich intakte Kleider leisten. Manche können dort immer wieder ihren Kleiderschrank bestücken und andere ersetzen ihre Kleider nur einmal im Jahr.

01.26.2016wagwaganTabea.JPGSo haben auch unsere Kinder von den Nachbarn Kleider zu Weihnachten bekommen – und sie waren überrascht, dass jedes Kleidungsstück schon kaputt war. Da ist ihnen aufgefallen wie gut es ihnen geht, denn wir können es uns leisten immer saubere und intakte Second-Hand Ware zu kaufen (siehe Fotos, die zum Jahreswechsel am Meer entstanden sind). Bei ihrer besten Freundin sieht das anders aus. Vielleicht sind genau aus dieser Dankbarkeit heraus diese Kleider unserer Nachbarn ihre neuen Lieblingsstücke in 2016 geworden.

Und wie schaut es woanders in Kleiderschränken aus? Vielleicht finden auch andere diesen neuen Kino-Film recht anregend: The True Cost

und mehr Hintergrundinformation bei Christlicher Initiative Romero

 

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bunte Frucht-Shakes

06.28.2015BunteFruchtShakesWeil diese Regensaison extrem trocken und heiß ist, haben wir uns diesen Sonntag mit bunten Frucht-Shakes etwas Abwechselung organisiert. Auf dem Markt gibt es gerade Obst und Gemüse körbeweise, reif und lecker (wohl eher mit der deutschen Erntezeit im Herbst zu vergleichen). Und seit unserer Deutschlandreise ist in unserem Küchenschrank wieder ein funktionierendes Handrührgerät mit Pürrier-Stab und der ist gerade im Dauereinsatz: Bananen-Milch-Shake, Wassermelonen-Eis, Mango-Shake – und eben heute Banane-Passionsfrucht-Aloevera und daneben Drachenfrucht-Kalamanzi-Basilikum. Und das tolle ist: wächst alles regional, hat quasi kaum Transportweg, die „Verpackung“ kommt auf den Kompost – o.k. nur das Eis aus dem Gefrierfach und der Mixer verbrauchen Strom. Wer braucht da noch Softdrinks, wenn Öko so lecker schmeckt…

Ach ja, unsere Nachbarn haben auch auf der Veranda gefeiert, besser gesagt nur die Männer (keine Ahnung was), aber es ist Alkohol geflossen und es wurde zu Gitarre gesungen – ein nettes live Unterhaltungsprogramm…


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[upcycle]

04.01.2014upcycelingWer scheinbar nutzlose Dinge wieder in einen brauchbaren Kreislauf bringt, trägt zum upcycling bei. Das machen auch wir mit all den kleinen und großen Plastiktüten: von Keksverpackungen, Saftpäckchen, Chips etc. Wenn man ganz viele solche Reste ordentlich zuschneidet und faltet bekommt man Streifen die sich zu Taschen, Schachteln, Matten und anderem zusammennähen lassen. Eine etwas ausführlichere Beschreibung findet sich in unserem letzten Rundbrief.

04.01.2014upcycleAlle Plastikreste stopfen wir in 1,5 PET Flaschen, sogenannte Eco-Brick-Bottles. Ob die tatsächlich so ökologisch wertvoll sind bezweifeln wir mal, aber so sind die Restmülltüten nicht so voll und die Flaschen dienen tatsächlich noch: wie hier zum Beispiel als Bausubstanz für eine Sitzschlange auf dem Stadtplatz. Verziert ist sie mit Kronkorken.

04.01.2014upcycle2 Auch größere Dinge finden hier nochmal ihre Verwendung. So zum Beispiel unser Aptropfgitter aus der Küche mit vielen kleinen Deckeln von unterschiedlichen Schachteln und Eimern. Wir haben die Marke Eigenbau mit Gras und Blättern ausgeschmückt um ein neues Heim für unsere Hühner zu schaffen – aber so ganz überzeugend waren wir wohl nicht, die Hühner bevorzugen den Mangobaum darüber…


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Markttag

03.21.2014Markttag1An einem Markttag gibt es für uns viele Einkaufsmöglichkeiten. Das was manch einer in einem Supermarkt findet, finden wir in sogenannten Sari-Sari-Stores – kleinen Tante Emma Läden. Dort gibt es alles was es woanders in Mega-Packungen gibt vor allem in kleinen Mini-Packungen: Shampoo (7 Peso), Zahnpaste, Waschpulver (20Peso), Saftpulver (25 Peso), Instantkaffee (5 Peso) etc. hängt oben, Chipstüten in der Auslage, auf der Theke kann man Kekse (10 Peso) oder Bonbons (1 Peso) stückweise kaufen. Getränke im Kühlschrank und hinten im Laden viele Fertigprodukte: Instantnudelsuppen, Konservendosen und Süßwaren.

03.21.2014Markttag2Ein paar Läden weiter gibt es alles was woanders in einem Baumarkt verkauft wird: Wasserschläuche, Wischmopp, Seile, Schlösser, Schaufeln etc. Und einen Zeitungsladen gibt es auch, wo Christian einmal in der Woche die regionale Wochenzeitung „Mountain Exponent“ kauft.

03.21.2014Markttag3Gerade sind wir fast täglich auf dem Markt, weil wir Gäste haben und vieles frisch einkaufen. So füllt sich in der Regel unser Rucksack mit ganz anderen Dingen: viel Obst und Gemüse – dadurch produzieren wir auch nicht so viel Müll sondern einfach nur Kompost – und mehr dazu lässt sich dann an anderer Stelle auf diesem blog entdecken.


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[Kaffee oder Tee]

02.10.2014KaffeshopDamit es am Sonntagnachmittag Kaffee oder Tee geben kann, geht es morgens erstmal auf den Markt. Unser Wochenmarkt ist jeden Tag in der Woche offen und überdacht, was in der Regensaison sehr praktisch ist. Die Marktfrauen kommen alle aus Bontoc und sind ein strakes Team: sie versuchen Müll völlig zu vermeiden, machen aus dem Müll der anfällt neue Dinge (upcycling: Plastikschnipsel werden in PET Flaschen zu Baumaterial, Plastikstreifen werden gefaltet zu Geldbeuteln, Strohhalme gefaltet zu Taschen).

Die Produkte auf dem Markt kommen in der Regel aus der Region: Bananen aus Bontoc, Mandarinen aus Lias, Chili aus dem eigenen Garten etc. An diesem Stand kaufen wir oft Kaffee, der kommt auch aus der Gegend und wird gemahlen und verpackt in Plastiktüten verkauft. Außerdem nehmen wir hier regelmäßig unsere Eier mit und gelegentlich kleine Holzspieße, auf die wir dann unsere rausgebackenen Kochbananen aufspießen.

Wie es dann aussieht, wenn Kaffee oder Tee auf den Tisch kommen, kann in unserem neuen Rundbrief Nr 5 nachgelesen werden


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[7] Weihnachtsmarkt

07Weihnachtsmarkt

Einen Weihnachtsmarkt gibt es in Bontoc nicht. Hier ist einfach jeden Tag Markt und so sieht das aus, wenn wir am Sonntag nach dem Gottesdienst auf den Markt gehen. Sonntags kommen dann auch die Wagwagan (Second Hand Kleider) Händler und Bauern aus den umliegenden Orten. Am ersten Sonntag im Monat ist die Auswahl immer extra groß und wir machen einen Wocheneinkauf. Das ist eher deutsch – denn unsere Nachbarn machen das nicht. Zum Vorrat wird Reis und Zucker, Salz und Öl gehalten. Vielleicht ein paar Fischkonserven. Das sieht bei uns im Küchenschrank anders aus. Da gibt es auch noch ein paar Bonbons, Tee und Kaffee, Gemüsekonserven, getrocknete Bohnen. Und dann haben wir noch einen Kühlschrank – so etwas haben auch nicht alle Nachbarn. Dort können wir frisches Blattgemüse für ein paar Tage aufheben oder auch das Fleisch mal einen Tag lagern – oder einfrieren. Neben den Eiern gibt es manchmal einen geräucherten Schinken aus Sagada, Beerenwein aus Sabangan oder San Miguell Bier. Und dann haben wir noch einen Obstkorb. Den können sich nicht alle leisten. Unsere Nachbarn essen das Obst was sie im Garten haben. Aber da unser Garten einen Kahlschlag erlitten hat, müssen wir eben auch lokales Obst vom Markt kaufen.

Zurück zum Weihnachtsmarkt. Nein, vermissen tun wir ihn nicht. Vielleicht eher noch in Gesellschaft mit Freunden einen Glühwein trinken – ja das vermissen wir. Die wirklich wertvollen Dinge sind eben doch nicht käuflich… In manchen Läden kann man auch hier kitschige Weihnachtsdeko kaufen und unsere Mädels sind völlig begeistert von vereinzelter Blink-Licht-Beleuchtung. Wir haben jetzt mal einen Adventskranz aus Kiefernnadeln gebunden – die wachsen hier in den Bergen. Und mit Stern-Mandarinenschalen und halbierten Kalamansi (Mini-Limetten) dekoriert – also die Lokalprodukte-Komposition und voll kompostierbar im Anschluss. Und wir haben Kerzen drauf gestellt – die haben sich die Mädels in bunt und mit Duft gewünscht – ok. dazu haben wir uns überreden lassen. Und dann basteln wir die Weihnachtsdeko selber. Nein – keine Strohsterne aus Reisstroh – das gäbe es auch. Wir haben hier nach wie vor unser Müll-Problem und müssen kreative Lösungen für unsere Abfälle finden. Also werden gerade Silbersterne aus Milchpackungen geschnitten (Milch – die es hier nur als Import gibt – ganz zu vermeiden wäre halt noch idealer, aber das schaffen wir auch nicht) und Aufhänger aus bunten Folien gebastelt. Wer noch weitere Ideen hat: wir sind immer dankbar für Hinweise, wie wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern können.


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Exoten: Bananen

09.25.2013ExotenBananeBananen kennt doch jeder – aber nicht so viele verschiedene Sorten: grüne, gelbe, dicke, lange, kleine… manche davon essen wir gleich so und vielleicht auch mehr als eine, denn die sind so klein und so lecker! Manche braten wir in Öl raus und dann verbrennen wir uns meistens die Finger, weil wir nicht warten können bis sie abgekühlt sind. Und dann kann man noch die Blüte verarbeiten. Das haben wir schon oft probiert und ist sehr lecker als Reisbeilage, aber wie man sie kocht wissen wir noch nicht. Und die Blätter dienen auch in der Küche: wer große Portionen Reis zu kochen hat, legt unten in den Topf ein junges Bananenblatt und kippt dann die vielen Kilo Reis und noch mehr Liter Wasser drauf. So brennt erst das Blatt unten an und nicht gleich der Reis. Und wenn dann die Beilagen fertig sind, kommt ein Bananenblatt als Fliegenschutz auf die offenen Schalen. Praktisch und dekorativ.

Wer auch mal in Bananenblättern ganz öko servieren möchte, findet ein paar Produkte im Internte unter den Stichworten kompostierbare Schalen oder essbares Besteck.

Viele unserer Nachbarn haben Bananen im Garten, auch wir haben schon 5 gepflanzt. 2 sind gleich wieder eingegangen. 3 schlagen sich ganz wacker trotz verschiedener Umpflanz- und Baumfällaktionen. Verschiedene Nachbarn haben unterschiedliche Prognosen abgegeben: die könnt ihr in 1 / 2 / 3 Jahren ernten. Wir vertrauen mal auf die Aussagen der Schnellwuchsexperten – ansonsten wünschen wir jetzt schon der Nachbarschaft frohes Ernten dieser Stauden.