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Deutschlandreise I

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06.15.2015wartenStarten„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…“

Wir sind als Familie aufgebrochen und können dementsprechend viel erzählen: Vom Aufbrechen, vom Unterwegs sein, von Begegnungen, von Lernerfahrungen… und wir machen das mal in vier Schritten über vier Tage, damit es auch verdaulich bleibt – und unsere Kinder haben zu diesem Reisebericht einen gehörigen Spaßfaktor beigetragen – also allen ein paar unterhaltsame Rück-, Ein- und Aus-Blicke.

Das Foto oben ist gleich in Baguio entstanden. Wir haben keinen Anschlussbus bekommen (6 Stunden Pause bis zum nächsten freien Busticket) und wurden so zu „Chance-Passengern“. D.h., man kauft ein Ticket und hofft aber, schon vorher einen freien Platz in einem früheren Bus zu bekommen. Die Schlange führte anfänglich durch das komplette Untergeschoss des Busterminals und hier saßen wir nach schon zwei Stunden fast vor dem Bus nach Manila! Also: Warten statt starten…

06.15.2015frieren„Ich brauche mindestens 10 Jacken!“

Und das hat Salome nicht als Witz gemeint. Es hatte bei unserer Ankunft in Zürich 4 Grad und für unsere Begriffe ist es während unseres kompletten Aufenthaltes nur unwesentlich wärmer geworden. Die Kinder haben freiwillig um Socken und geschlossene Schuhe gebeten – die sie bei der Rückkehr in Bontoc ausgezogen haben und seither auch nicht vermisst haben. Mit dem Thema Jacke tat sich vor allem Debora schwer – die hatte ihre Jacke schon zwischen Baguio und Manila verloren und meinte mit einem Pulli bereits schon gut ausgestattet zu sein – deshalb hat sie auch kontinuierlich eine Schnupfennase begleitet.

06.15.2015gesundshoppen„Zu Risiken und Nebenwirkungen…“

…haben wir so einige Ärzte und Apotheker aufgesucht und befragt. Im Angebot waren: Nasenspray, Hustensaft, Ohrentropfen, Wundcreme, Läuseshampoo (hm – die waren wohl importiert) – und dann ein ordentlicher Satz Impfungen für alle. Der Kinderarzt wollte nicht gleich alles impfen und so sind wir für die Kinder noch kurz ins Tropeninstitut – und dort wurde festgestellt, dass eigentlich alle Auffrischungen brauchen. Wir raten also: Das nächste Mal erst ins Tropeninstitut und dann die „normalen“ Ärzte aufsuchen. In drei Jahren verändern sich Impfstoffe und Richtlinien und da ist dann quasi für jeden ordentlich was drin – auch die Erwachsenen müssen nicht ohne ausgehen…

06.15.2015trinken„Baden wir heute in Trinkwasser?“

Die Mädels fanden es super, dass aus fast allen Leitungen immer Trinkwasser kommt – Salome fand das auch viel besser als das „saure Wasser“ mit Kohlensäure. Sie konnten es gar nicht fassen, dass man in Leitungswasser mit Trinkwasserqualität sogar baden darf. Dazu muss man wissen, dass wir unser Trinkwasser kanisterweise ins Haus schleppen und das ist wirklich nur zum Trinken und Kochen da oder um Rohkost darin zu waschen.

Ansonsten gab es eine kleine Irritation, als die Mädels baden sollten: „Aber Mama, da kocht doch noch gar kein Wasser in der Küche“. Obwohl wir einen Durchlauferhitzer haben, aus dem es beschaulich tröpfelt, stecken wir die Kinder zu dritt in die Wanne – eben mit Wasser, das wir zuvor auf dem Herd erhitzen. Und da ist es natürlich erstaunlich, wenn in Deutschland einfach so warmes Wasser sogar zum Hände waschen aus der Leitung kommt und eine Badewanne füllen kann.

06.15.2015natürlichlernen1„Warte mal…“

Zu Fuß waren wir ewig unterwegs: Hier Blumen pflücken und dort noch was schauen und das noch mitnehmen. Der Wegrand ist die reinste Fundgrube. Am besten kamen die Pusteblumen an!

06.15.2015natürlichlernen2„Ist das eine Schlange?“

Salome ist tierlieb und das ist bei ihr international. Natürlich musste sie auch wissen wie sich ein Regenwurm anfühlt – solche Ähnlichen gibt es hier auch nur viel größer – die will sie lieber nicht anfassen.

Ansonsten haben wir gelernt, dass zum Fotografieren nicht Spagetthi sondern „Ameisenscheiße“ gesagt wird. Fanden wir in Deutschland auch lustig. Bei unserer Rückkehr haben wir festgestellt: Ameisen – Scheiße! Da hört dann auch unsere Tierliebe auf und es fängt das Anti-Insektenspray an – was dann über zwei Tage zu einem Massensterben und Auszug von Ameisen-Karawanen aus etlichen Holzbalken geführt hat.

06.15.2015natürlichlernen3„Was – da seid ihr noch nicht gewesen?“

Wir sind mit der Cordillera recht vertraut – aber Alpenvorland und Hochsauerland kennen unsere Kinder noch nicht mal wirklich vom Sehen. Da ging es dann mal kurzer Hand zu den Bruchhauser Steinen und durch das Benediktbeurer Moor. Super Ausblick und schönes Panorama…

06.15.2015beisammensein„Jetzt hatten wir aber viele Begegnungen“

Wir sind viel gereist und hatten wirklich viele Begegnungen. Wir wollen aber auch keine davon missen, denn jede war besonders und hat die Zeit erst wertvoll gemacht. Und es war Familienzeit, Freundezeit und Arbeitszeit – ganz schön viel und schöne volle Zeit.

Wir stöhnen nicht und jammern nicht und schwer fanden wir es auch nicht. Es war inspirierend, bereichernd, hinterfragend – und wir haben es genossen – ohne wenn und aber. Das ist vielleicht auch eine unserer Beobachtungen, dass in Deutschland vieles, was getan und erfahren wird, sehr schwer und belastend, einengend und unausweichlich, mühsam und bedrückend klingt. Und wenn wir uns irgendwo nicht einklinken wollen und uns da gegen den Strom stellen, dann ist es dieser Grundton, den wir nicht überall, aber immer wieder gehört haben. Und wir sind dankbar für die Zeit mit Freunden, die uns mit ihrer positiven Grundhaltung und ihrem nicht ganz so sein, wie man sein sollte, könnte, müsste gute Wegbegleiter sind…

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Autor: maiersinbontoc

Familie Maier in Bontoc

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